Endlich zu Hause
Was passiert, wenn man zum Bett raus telefoniert wird und den Tag nicht in der Luft verbringen will!!??
Ich bin irgendwie halb am dösen, habe noch den Handballturniertag vom Samstag in allen Knochen und Muskeln und da klingelt mein Handy. Der Stöffel!!!
„O Gott“, wie erkläre ich dem, dass ich überhaupt keinen Bock habe zum Fliegen? Er fragt wo er hin soll. Ich schlage ihm einige Gebiete vor mit dem Anhang: „Stöff es fliegt eh überall!“ Dass er bis zum Startplatz eine kleine Unterhaltung hat gehe ich mit ihm. Natürlich mit dem Plan, in Matzendorf nur einige neue Produkte anzuschauen und ein „bizeli“ fachsimpeln (was natürlich nicht klappen wird
).
In Matzendorf angekommen, mit im Gepäck der Rafi, entdecke ich auch gleich den NOVA –Stand. Jetzt wird erstmal mit Ursina die Tatsache besprochen, wieso kein einziger Schirm in der Luft ist. Die Antwort bekamen wir dann von einigen absaufenden Piloten.
Ja so gings weiter
Ganz langsam können die ersten überhöhen. Stöff macht sich langsam auf den Weg richtung Shuttelbus. Rafi und ich noch am diskutieren… Er entscheidet sich für einen Testflug mit dem Mentor. Und ich? Ich schaue an den Himmel. „Schön“, dachte ich, „sehr schön aber heute ohne mich.“
Ja und dank dem, dass Rafi sich gehörig Zeit genommen hat, beim Einpacken seines Mentor und ich irgendwie den Triton schon lange mal fliegen möchte, habe ich mich für einen einzigen Flug entschieden. Aber nicht zu hastig. Denn der Turniertag gestern ist noch im ganzen Körper.
Oben auf der Oberen Wengi ist noch ein riesen grosses Warten. Rafi und ich legen alles bereit und suchen irgendeinen freien Startplatz. Der war rar. Sehr rar. Los, gleich starten. Wir konnten gut überhöhen und mit unseren Schirmen gleich mal etwas die Thermik auskundschaften. Klappt alles gut. Rafi ist sehr happy mit seinem Mentor und mir gefällt der Speed am Triton extrem gut.
Jetzt legt auch Stöffel aus und startet. Wir gehen wieder landen bringen die Leischirme zurück und verpflegen uns direkt im NOVA-Zelt mit einem feinen Steak. Mmmmhhh…
Da es mich jetzt doch noch gepackt hat, vor allem nach dem Sat mit dem Triton, gehen wir nochmals hoch. Jetzt mit unseren Schirmen. Wieder starten wir sofort. Sofort? Nein. Der Üetlibergpechvogel vom Samstag (Rega und Baumretter) erzählt noch wie es so war auf 22m Höhe zu hängen. Und er hat das Ganze wirklich locker genommen und ist schon wieder am fliegen. Geiler Siech…
Wir drehen den ersten Schlauch gemeinsam. Rafi ist bei gut 1800m (Tango1,2,3 nicht aktiv) weitergeflogen. Ich drehe noch weiter auf. Denn so richtig wegfliegen will ich immer noch nicht, ausser mit sehr viel Höhe. Nach einer halben Ewigkeit habe ich dann den Startschlauch verlassen und den nächsten gesucht. Und erst jetzt habe ich daran geglaubt, dass das hier noch was werden könnte. Ich konzentriere mich nur noch aufs optimale Steigen. Glaube mit etwas anbremsen des ganzen Flügel ist das ganz gut. Oder Sebi?
So genoss ich die absolute Freiheit… bis zum TMA 8 Zürich. Knapp vor der Grenze hatte ich noch über2300m. Also runter mit saten. Und das bei einem Streckenflug. Was soll’s. War ein herrliches Gefühl
Weiter gings richtung Olten auf ca. 1800m genau auf die nächste Wolke zu. Die hatte es in sich. Ich drehe nur kurz auf und verlasse das Ganze mit grossen Ohren und voll beschleunigt ohne Höhe zu verlieren…Krass
Kurz vor Aarau, ich müsste nur noch links und wäre zu Hause, ist es extrem schwer wieder Thermik zu finden. Bei der Analyse meines Üetzgi Flug konnte ich mich doch noch an etwas von Eva’s Vortrag erinnern. Vor der Thermik ist man schnell und nachher langsam. Und wenn man kein Steigen hatte, ist man zu viel links oder rechts geflogen. Ich wurde schneller und langsamer aber ich stieg nicht. Immerhin wusste ich jetzt, dass da irgendwas sein muss. Ich suchte eine ganze Weile bis mich ein Rotmilan auf die richtige Fährte führte. So drehe ich nochmals bis auf 1900m auf und fliege über den Strihen nach Herznach. Dort angekommen habe ich immer noch 1100m und geniesse mein Heimatdörfchen von oben. Hammer Gefühl etwas zu erreichen auf das man schon lange wartet oder einige male versucht hat. Ich habe die beste Aussicht auf die Handballer vom Sonntagsturnier. Jetzt lief die Kamera meines Handys ganz heiss. Noch einige Wingover über den Handballern und ein tiefer Überflug genau hinter unser Haus auf die Landewiese.
Rafi ist inzwischen bei Lenzburg gelandet und Stöffel schon fast wieder zu Hause. Wir gehen noch ein Steak mit Pommes essen und lassen den Tag einfach ausklingen.
Schon geil was aus einem Tag ohne wirkliche einen Plan entstehen kann.
scho cool so familiebsuech / heicho ned mit de übliche verkehrsmittle
Geile Flug und 2 Steaks – en perfekte Tag
)) Gratuliere!
Ja, nach Hause fliegen ist halt schon immer das Ziel
Isch ja Idylle pur bi dine Eltere uf em Hof…
Herznach war auch mein Ziel.Aber als Anfänger des Streckenfliegens ist es ein sehr hoch gestecktes Ziel! Aber nichts desto trotz…, anfänglichem nerven und aufregung übers absauffen:-),find ich es recht lessig.mit einem Flügel loszufliegen,von Hügel zu Hügel, Thermik zu Thermik zu schweben. Verantwortung zu übernehmen für seine eigenen Fehler,durch die fehler enorm viel zu lehrnen.Richtig Spassig war der Tag!Gratuliere Bruno!!