Kosterdreieck
Da immer im Wallis fliegen langweilig wird, dachten wir spontan gehen wir doch nach Fanas. Doch spontan und Fanas beissen sich ein bisschen. Wie wir im Vorfeld schon ausgekundschaftet hatten, war die Bahn eigentlich schon seit Dienstag morgen ausgebucht. Der Bahnbetreiber hat noch zwei Fahrten zusätzlich vornedran gehängt, dass hat ein bisschen gezeigt, was da abgehen wird. Schon ein krasses Monopol von ihm
Da wir, Daniel S., Sebi, Urs und ich, eigentlich eher spontane Leute sind mussten wir uns damit abfinden, dass wir raufzulaufen haben.
Als wir dort ankamen, sage und schreibe um 7:30 war schon voller Betrieb. Mit liebem nachfragen und ein paar Münzen, konnten wir sogar zwei Schirme ohne Personen rauf transportieren. Da wir aber doch ein bisschen faul waren, fuhren wir mit dem Göpel so hoch wie es nur ging. Erstaunlicherweise fuhren wir sicher etwa 400-500 Höhenmeter legal rauf. Wäre noch ne Marktlücke als Taxidriver dort rauf. Von dort hatten wir nur noch gut 45min rauf.
Oben angekommen waren schon sicher 20 Personen in der Beiz und es war etwa 09:00 Uhr!!!! und die Bahn war bis 12:00 ausgebucht. So gab es dann am Startplatz ein Klassentreffen… Koster war es denn auch, der als erster Raus ging und die Thermik markierte. Nach dem Start ging es erstmals nicht wirklich sehr Hoch und Koster querte schon zum Stelserberg. Mir war die Sache noch nicht so geheuer und ich probierte noch ein paar Meter rauszuholen, da ich im Tal eine Rauchwolke sah die sich schön an einer Inversion ausbreitete. Doch als es nicht wirklich hoch ging und Thomas auf der anderen Seite schon ein bisschen Aufdrehte querte ich mit ein paar anderen ebenfalls.
Mit dem Stelserberg vereine ich eigentlich nur negative Erlebnisse! Das ist so ein richtiger Aussortierter. Doch diesmal hatte ich mit meiner grossen Fläche kaum mühe Höhe zu machen, langsam aber dafür stetig. Ab da ging es eigentlich rassig vorwärts, bis zum ersten Wendepunkt. Doch nicht so schnell wie man eigentlich konnte, da ich von Sebi und Urs eingeholt wurde, wie auch von den Wettkämpfer die demnach den Task gestartet hatten
Leider wurde ich so richtig übersprinntet von all den Wettkämpfer, doch gab es einem auch die Hilfe die Thermik besser zu sehen
So ging die Geschichte eigentlich sehr flott bis nach Disentis, doch eben, Meter um Meter verlor ich gegen die schnellsten Wettkämpfer. War schon noch beeindruckend, wie schnell die Flogen. Weiter machte ich einen kleinen Fehler und Drehte beim Flimserstein nicht voll an die Basis rauf. So war ich eigentlich immer in der Höhe in der die Thermik nicht super geordnet war um zu delfinieren. Daher kam es auch, dass Sebi im Vollspeed an mir vorbei zog und Urs auch in atmosphärischen Höhen drüber gleitet. Nun drehte ich auch mal an die Basis und los ginge mit Jagen
Bei Sebi war es echt schwer und ich schaffte es einfach nicht in einzuholen, da er einfach glaube ich immer im Vollgas gestanden ist. Urs konnte ich langsam schnappen und kurz vor Disentis hatte ich ihn dann. Wenigstens zweiter im Airaddicts Wettkampf
Ebenfalls hatte ich beim Jagen mein erster Verhänger. War eigentlich noch interessant. Ich heizte mit Vollgas unter der saugenden Wolke dahin und dann schwups, rechter Flügel weg. Wie ich jetzt gelernt habe, flog ich mit den Händen an den Gurten und so konnte ich den wollenden Twist schön verhindern. Als ich wieder schön drinnen hockte war ich doch schon in einem Spiralansatz und konnte den Schirm recht schnell rausholen. Doch das Ohr wollte und wollte nicht raus. Erst nach ewigem Rupfen an der Stabilo-Leine und rumgepumpe kam das Flügelchen endlich raus. Alles in allem fand Ichs noch interessant und ein sehr gutmütiges Verhalten vom Schirm.
Als wir in Disentis angekommen sind, war die super Wolkenstrasse doch schon recht Mächtig und zwischen Sumvitg und Laax war sicher alles durch eine fette Wolke abgeschattet. Da ja alles Abgeschattet war, wollte jeder noch maximale Höhe tanken und so trafen wir uns alle wieder über Sumvitg. Im Rudel von ca. 6 Schirmen flogen wir am Tödi vorbei, zu einer markierten Thermik und nochmals bis zur Basis rauf. Nun war ich eigentlich ein bisschen unentschlossen was ich nun machen soll. Blöde war eben auch, dass ich zuoberst war und ich nicht warten wollte. So entschloss ich mich mal Richtung Limmerensee zu fliegen, da ich grad in der Region zwei Wettkämpfer verschwinden sah. Doch ich war mir gar nicht sicher ob ich das schaffen werde. Es begann wieder das Spielchen Horizont verschwindet Horizont kommt
Es trug eigentlich sehr gut bis zum Päschen und so konnte ich sicher mit bisschen mehr als 50m drüber. Doch dort angekommen sah ich dann die Staumauer. Och dachte ich mir da muss mein Gleitwinkel doch noch gut sein um dort drüber zu kommen! so flog ich noch so lange ich konnte an der Krete entlang und beriet mich. Doch zum Glück sah ich wieder meine zwei Wettkämpfer vor mir, grad am überfliegen der Staumauer. Na gut, los. Ebenfalls sah ich einen möglichen Landeplatz. Als ich dahin glitt mit möglichst optimierter Gleitzahl nagte es mir schon ein bisschen an den Nerven. Ich hatte glaub noch nie so kribbeln ob es reichen würde oder nicht. Doch als ich näher kam, sah ich wie Baumaschinen am arbeiten waren und so entspannte ich mich wieder ein bisschen
Mir folgte noch ein Swing. Wie sich herausstellte, hatte der ebenfalls keine Ahnung und folgte einfach mir, da er dachte ich wisse was ich mache
Nennt man das Lemmingeffekt
Im Glarnerland empfand ich es dann langsam ein bisschen ruppiger. Besonders bei der Soaringkante beim Sool (Abzweigung nach Elm) war es wunderschön ruppig. Man konnte zwar schön raufsoaren, doch als ich rausflog begann es zuerst zu Hageln und dann regnen. Da es wie blöd raufging zog ich mal die Ohren rein und Stoffte so schnell raus wie es ging. Komisch war nur, dass die Wolke niemals so gross gewesen war wie die in der Surselva und diese hatten nur ein bisschen Feuchtigkeit abgegeben. Nach dieser Wolke verleidete es mir eigentlich und ich wollte nur noch nach Mollis landen gehen. Doch über dem Startplatz vom Fronalpstock konnte ich nochmals aufsoaren und da es jetzt wieder angenehmer war, entschied ich mich doch noch so weit wie möglich das Dreieck zu schliessen. Nun war es eigentlich ganz ruhig, da ich jetzt nicht mehr mich im Lee nach vorne kämpfen musste und lies mich mit dem ordentlichen Talwind einfach am Walensee runterblasen. Erst dachte ich ich müsste in Unterterzen landen, doch je tiefer ich kam desto schneller schob mich der Talwind und so konnte ich nochmals an der Bahn des Flumserberges hoch soaren. Nun wusste ich nicht genau ob ich nach Walenstadt fliegen sollte oder mich weiter verblasen lassen. Ich wählte das Verblasen was sich glaube ich im Nachhinein als schlechterer Entscheid entpupte. Den mit dem erhofften raufsoaren an der anderen Seite wurde nix und ich musste kurz nachher schon landen.
Als ich dann gelandet war, sah ich noch einen schön hoch oben über den Churfirsten. Jenu. wenigsten nahm mich der Bauer grad an den Bahnhof
thx
Die Querung ins Glarnerland war wirklich cool und das Highlight des Fluges. Auch interessant war, die Basisverschiebung von Surselva zu Glarus. Finde es noch speziell, das sich die Täler überhaupt kaum vermischen
Wieder auch Geistig am Boden angekommen kam das Organisatorische wegen Auto holen, doch Daniel hatte es schon nach Lanquart gebracht, da er leider vorzeitig abgesoffen ist, trotzdem nochmals vielen Dank! Sebi flog ebenfalls mit Dominik Frei ins Glarnerland durch die obere Route und leider versoff er in Walenstadt wobei Dominik noch einmal aufsoaren konnte und bis Sargans flog. Urs hatte leider zu wenig Höhe in der Surselva getankt und flog noch bis Films. Somit muss er noch einmal kommen und die Glarner Querung nachholen
Nun nimmt es mich noch wunder wie Sebi uns abtrocknen wird mit seinem neuen Triton! Ich muss eindeutig an meiner Beinarbeit arbeiten
Und das Abenteuer neue Landschaften erkunden ist mit dem Gleitschirm schon mega cool.
Flüge: Daniel / Dominik / Sebi / Urs
Fotos: Dominik
…wieder mal ein beeindruckender Flug und klasse Fotos – gratuliere!
LG, Peter
hoi domi
cooler bericht hast du da geschrieben. der limmerensse überflug muss wirklich knappt gewesen sein, puuua. war cool mit dir zu fliegen, schade bist du nicht auch an die churfisten, hätte dir ev. auch gereicht. wir waren ja noch zusammen vor der querung. der an den chrufisten muss wohl ich gewesen sein, denn ich sah sonnst keinen anderer kämpfer.
bis zum nächsten mal.
gruss domi
ps: tolle fotos, kannst du mir das erste mailen?
Super Flug.
Im letzten Swissglider habe ich ein Inserat gesehen. Das Restauraunt gleich beim Startplaz bietet Übernachtungen mit Frühstück für 35.- Fr an.
gruess bruno
@dominik frei
Hey Dominik
Also der über mir war Thomas, hab nochmal im Seeyou geschaut. Du kammst dann später
war schon bisschen gemein von dir
Cool wars allemal! Und hat auch Spass gemacht! Schicke dir das Foto.
Bis bald wieder in der Luft
@le chasseur
und an den guten Zeiten. Ansonsten ist es echt günstig!
Mal kucken ob die Bahn auch inklusive ist
greets
Super Flug und geile Bilder, Dominik!
Hatte dich ja am Startplatz noch gefragt, ob dich deine Nikon-”Waffe” nicht beim Fliegen stört. Offensichtlich nicht – und wir sind dir alle dankbar für die coolen Bilder! Die Staumauer sieht echt furchterregend aus … aber dank Uri kann man sich ja nicht in die Hosen machen
Bis auf bald,
Daniel
Wow! Schöni Flüg vo allne. Gratuliere allne
danke für das super foto, top qualität!
…er flog aber hoch am sichelchamm, du wirst also den meinen.
vor der querung an die churfisten war ich über dir. thomas flog nie an die churfisten …die churfisten sind die hohen sieben berge beim walensee
ist ja egal, kenne auch nicht viel mehr als die churfisten.
ChurfiRsten, wie erstens, nicht wie Faust
Aber wenn interessierts schon, wie man’s schreibt wenn man stattdessen dran fliegen kann, würd ich auch bevorzugen
@dominik frei
hab dich gar nicht anfliegen sehen… shit da hab ich wohl geträumt
echt schade! jenu nächstes mal
Um den Glarnerlandteil beneide ich euch wirklich! Ich dachte ganz naiv “die Höhe reicht eh nicht”! Und sie reichte doch…
Ansonsten wars tolles Fliegen mit nem sehr geilen Surselva-Raufflug. Landschaftlich ist das Dreieck einfach super, immer andere Täler, einige Tal- plus einige Gebirgsquerungen, wenn man’s gut macht noch ne Seequerung, fast keine Hin- und Zurückstrecken an der selben Flanke, wirkliches Sightseeingfliegen und dennoch die Chance auf ein FAI.
Wenn jetzt nur das Fanaser Bähnli ne Gondelkapazität von 200 Personen hätte
Aber bei den Fahrpreisen sollte ne Investition in diese Richtung schon bald drinliegen
Nein, hat Spass gemacht! Leider muss ich nun wirklich nochmals gehen, um die Querung ins Glarnerland nachzuholen