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Föhn, na und ?!?!?!

Wo geht man normalerweise hin bei Föhn, na ja zu der lieben Brändeln, die ja bei fast allen Bedingungen läuft. Oder man könnte ja mal die Leewellen nicht wie Chrigel Maurer mit dem Schirm fliegen, sonder mit einem stabileren Fluggerät, dem Segelflieger.

So traf ich mich mit Marc Gerber am Morgen um 9 Uhr am Flughafen Hausen am Albis. Die Druckdifferenz lag bei 7-11 hPa und somit waren doch recht heftige Winde vorhergesagt. Doch also wir am Flughafen waren, war kein richtiger Wind zu spüren und das Nebelmeer schwapte rein. Wenigstens waren über den Alpen lentis zu sehen. Um 10 Uhr öffnete sich der Nebel wieder und wir machten uns Startbereit. Das heisst, mal den Notschirm anlegen und alle Teile zu verstauen die in den Turbulenzen herumfliegen könnte, denn in den Leerotoren sollte es ziemlich abgehen. Dann in den kleinen Sitz zwängen und sich mal ganz ganz fest montieren. Eigentlich ist es gar nicht so bequem in so nem Sitz wenn man das mal mit nem Gurtzeug vergleicht und Platzangst sollte man auch ned haben ;) . So waren wir bereit und wurden angehängt und ab ging die Post.

Zuerst wurden wir im Schlepp über den Rossberg zum Umriberg geschlept. Vor dem Umriberg hiess es abhängen und los gings. Wir stachen von Norden über den Grat und sofort kamen wir in einen dynamischen Aufwind. Ich sah wie bei Brunnen der See total mit Wellen überhäuft war und wir stiegen so mit gut 3-4 m/s (integriert). Kurz später glitten wir schon Richtung Altdorf auf der Ostseite. Da merkte ich erstmals was es heisst in einem Segelflieger zu hocken. Gas nach vorne und mit 150 Sachen gen Altdorf, das Sinken war nicht wirklich Nennenswert. Ist schon Krass der Unterschied zwischen unseren Fluggeräten. In Altdorf kamen wir etwa mit 2200m an und flogen vor die Eggberge. Dort sah man wunderschöne Rotoren und wir setzten uns vorne dran. Dort angekommen wurden wir mit ca. 9m/s richtiggehend gen Lenti geschossen.

Marc wollte eine Luftraumfreigabe einholen, doch niemand meldete sich. Wir versuchten den Funkkontakt noch einige male zustande zu bringen, doch nix war zu hören. Wie sich später herausstellte, war beim Einsteigen im Segler die Antenne abgezogen :( . So mussten wir leider mit Vollgas und ausgefahrenen Bremsen unter 4000m bleiben und blochten mit 200 über den Klausenpass nach Elm. Imposant war es, zu sehen, wie die Luftmassen beim Tödi gestaut wurden und auf der Glarnerseite runterfiel. Sehr imposant und eindrücklich, zum Glück war ich nicht mit dem Schirm unterwegs ;)

Da unsere Zeit knapp war wollten wir noch Richtung Meiringen. Doch wieder in Altdorf angekommen, hat der Wind nach SW gedreht und die Leerotoren waren nur noch verrissen. Doch wir konnten noch über den Gross Spannort Richtung Titlis rübersetzen. Dort konnten wir noch einen Blick nach Engelberg erhaschen und dann ging es nur noch runter. Obwohl es enorme Windfahnen über die Kreten gedrückt wurden konnten wir keine Höhe mehr machen, da der Wind zu stark von Westen kam. Wir mussten am Mutschen (bei Wassen) noch einmal Höhe tanken und ab da ging es in einem Gleitflug bis nach Hausen.

In diesem Gleitflug war es wieder erstaunlich, wie enorm die Gleitzahl bei so einem Ding ist! Wir sind mit etwa Gleitzahl 45 über den Urnersee geflogen und beim Rigi auf Grathöhe angekommen. Über Zug hatten wir noch so viel Höhe, dass wir noch ein paar harte Kurven mit maximal G machen konnten. Dort hab ich festgestellt, dass ich beim Gleitschirmfliegen noch nicht mehr als 3G erlebt habe ;) Bei diesen Manövern war mir im Magen auch wieder alles i.O., da man wieder so Richtig in den Sitz gedrückt wurde. Denn das drehen über die Senkrechte hat meinem Magen schon noch ein bisschen zugesetzt.

Dieser Flug war schon noch cool und ich kann euch sagen, dass Fliegen im Föhn ist hammer hart und sollte von jedem Gleitschirmpiloten mal gemacht werden. Denn erst dann sieht man eigentlich richtig, wie gewaltig die Luftmassenbewegungen sind. Also am nächsten Föhntag ab in einen Segelflieger…

Bilder

Skydive Diverses, Erlebnisse ,

  1. Peter
    21. Oktober 2009, 21:14 | #1

    …ahhh, der gute Duo Discus, ein ganz feiner Flieger, bin ich auch sehr gerne geflogen. Und Foehnsegeln ist sowieso geil ;-)
    Gell, ist schon enorm was mit so einem Segelflieger alles geht….und wir freuen uns ueber Gleitzahlzuwaechse von ein paar Zehntel.
    Uebrigens, schoene Bilder!

    Ciao,
    Peter

  2. 21. Oktober 2009, 21:50 | #2

    War am Brändlen… so nach 15 Uhr hats aber angefangen reinzudrücken. Mühsam, aber die Wolkenbilder waren immer wunderschön!
    Aber ist natürlich ne super Idee mit dem Segelflieger!

  3. 22. Oktober 2009, 02:31 | #3

    Cooler Bericht. Gefällt mir sehr gut. Seit es hier in New Jersey so oft viel Wind hat, hab ich mich auch mal nach dem Segelfliegen erkundigt. Bin schon oft am Startplatz gesessen und hab nicht starten können und dann brausen da jede menge Segler drüber! Muss sagen würd mich auch no reizen. Die Performance ist halt schon eindrücklich.

    Wie immer tolle Bilder.

    Gruess Christoph

  4. 22. Oktober 2009, 06:33 | #4

    @urs

    jo i han no denkt das du a de brändle hocksch u eigentli wärs ziel gsi det verbi flüüge, um zkontrolliere ob de schön am akro üebe bisch ;) aber won i die verwehte krete bim titlis gseh han han i no denkt, hoffentli bricht das ned bis unde dure…

    @Peter, Christopf

    Jap Segelfliegen ist schon noch cool, nur finde ich, ist man doch wieder nen Stückchen von der Natur abgekoppelt… Also Thermikfliegen finde ich doch noch besser mit dem Schirm. Aber Starkwindsoaren ist schon der Hammer…

  5. 22. Oktober 2009, 10:27 | #5

    @Skydive
    Ja, stun au immer, dass es im Ebergertal meischtens no fliegbar isch wes 10km näbedra im Reusstal stürmt. Es druckt jo au nie vom Tal här dure sondern immer vo Obberickebach här… Isch scho komisch. De Föhn isch wahrschinlich au nid sehr wit eweg gsi, über em Haldigrat hets uf jede Fall gli e Lenti gha ;-)
    Isch au nid wirklich s’Problem gsi, dass de Wind soviel z’stark worde isch, dass me nüm hätt chönne starte, aber es het halt je länger je meh böet und au über em Tal isch d’Luft unruhig worde, de wird s’üebe halt müehsam und mit erm Wüssse, dass das alles mit Sicherheit föhnbedingt isch, isch me halt au es bizzeli vorsichtiger…

    Also genau die richtigi Wahl, mit em Segler z’goh! Uf die Idee bini gar nid cho, schad!

    @Christoph
    Appalache sin glaubs sehr bekannt bi de Segelflieger, halb Nordamerika abe und ufesoare…

  6. 23. Oktober 2009, 11:45 | #6

    Hammer Bilder! Sieht richtig apokalyptisch aus, einfach hammer!

  7. 23. Oktober 2009, 11:47 | #7

    Und ja die Appalachen scheinen gut zu gehen, hab schon einige olc fluege mit 1000+ km gesehen, einige sind dabei nie mehr als 300m ueber grund geflogen!

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