Castelluccio 01.-06.09.2009
(Es beginnt mit Bruno’s Erlebnisse an den ersten Tagen…)
Erst gings mit Rafi am Samstag 29.08.09 noch kurz an das Freestyleair. Danach haben wir kurzerhand entschieden, heute schon nach Casti zu fahren. Was sich als gute Entscheidung herausgestellt hat!
So gegen 2 Uhr in der Früh bei viel Nebel auf dem Zeltplatz angekommen. Schnell das Zelt aufgebaut und sofort schlafen gegangen. Aufgewacht sind wir wiederum in kühlem Nebel. Nachdem wir uns mit den lebensnotwendigen Sachen beschäftigt hatten, gings gegen Mittag schon soarenderweise den Hang hoch. Unsere Frühaufsteher, Janine, Barbara und Bruno waren schon auf dem Weg, um diesen Hügel mit wandern zu erobern.
Nach rund 20 geflogenen Minuten landete ich kurz bei Barbara rein, sie war gerade am starten. Der Wind hatte unterdessen schon beträchtlich zugenommen und so wurde es in der Luft immer ungemütlicher, was mich zum Landen bewegt hat. Nichtsdestotrotz ein gelungener Auftakt hier in Castelluccio!
Das Beste kam aber erst. Oben beim Refucio schauten wir, was der Wind so macht. Direkt aus Osten, perfekt! Janine, Bruno, Rafi und ich nahmen sofort unsere Schirme raus und hatten rund eine Stunde lang richtig Spass. Mit dem Abend kam dann auch der Nebel und so flogen wir grad so mit Bodensicht. Es war einfach purer Spass. Die Schirme waren beim Zusammenpacken fast so nass wie nach einem Sicherheitstraining.
So gings am ersten Abend ins Refucio zum z’Nacht und liessen den Abend bei ein, zwei Gläsern Wein und Bier ausklingen.
Nächster Morgen. Aufgewacht bin ich wegen einer wütenden Ziege, die gerade den netten Herrn angriff, welcher unsere Kühlbox vor einem Angriff eben dieser rettete. Trotzdem blieb sie hartnäckig und versuchte es noch einmal an die Kühlbox. Aber ohne Erfolg
Die Zeit verging und der Himmel wurde immer dunkler. In der Luft schiens den auch nicht so entspannt zu sein, hat eher an ne Achterbahn erinnert als an gemütliches Gleitschirmfliegen. So genossen wir ne ausgedehnte, typisch italienische Siesta. Nicht so Rafi, er hatte sich in der Zwischenzeit eine Dusche aufgebaut. “Wo denn? Hier hats gar keine Bäume um irgendetwas aufzuhängen!” So hat es bei allen getönt. Aber wie der Rafi so ist hat er auch für dieses Problem die beste Lösung gefunden. Er duschte einfach unter der 50km/h Tafel und genoss seine so erworbene Aufmerksamkeit
Am Abend ging es wieder ins Refucio. Mir gelang ein herrlicher Abendflug. Gleich nach dem Start querte ich an den Abendhügel, was mir von den Österreichern empfohlen wurde, und konnte herrlich soaren. Bis auf 2000m gings super laminar, bis an die Basis. Jetzt wendete ich und flog gegen den NW-Wind auf die andere Seite, wo es meiner Meinung nach auch hätte tragen müssen. Leider kam ich aber schon verdammt tief an und konnte kaum steigende Luft finden. Ich kämpfte mich so rund 45min auf gleicher Höhe rum. Am Startplatz machten sich Peter und Rafi mittlerweile schon Sorgen, wie sie mich im Tal wieder finden hätten können, denn ich hatte weder Fotoapparat noch Portmonaie auch kein Natel dabei und per Funk gings jeweils auch nicht weiter als 5km. Glücklicherweise erreichte ich einen Landeplatz der nur wenig vom Startplatz entfehrt war. Kurz noch den Funkspruch von Tobi, der ins Tal raus flog, an die Startplatzbasis weitergeleitet, dann habe ich mich wandern auf den Heimweg gemacht.
Am dritten Tag entschieden Peter und ich vor dem Fliegen etwas für die Fitness zu tun. Wir erreichten den 300m hohen Gipfel etwa nach 30 Minuten, genossen die herrliche Aussischt und schossen ein paar Fotos. So liessen wir uns von der ersten Ablösung verleiten und starteten gleich raus. Ich erwischte es gar nicht schlecht und konnte ganz kurz überhöhen. Das war’s dann aber auch schon. Nach 10min landete ich ein Stückchen unter dem Gipfel wieder rein und wartete. Peter entschied sich im Tal landen zu gehen. Als sich dann die ersten österreichischen Dummis einigermassen halten konnten, versuchte ich es nochmals. Das Vario meldete sich mit fleissigem Piepsen, was zu nem schönen Überhöhen führte. Mein Ziel war der Zeltplatz auf der grossen Ebene. Ich flog über der Krete und hoffte auf weitere gute Nachrichten vom Vario. Leider nichts. Kurze Zeit später war ich schon wieder an der Baumgrenze unten und jetzt hiess es kämpfen. Die ganze Westflanke wurde unerbitterlich von mir abgesucht. Nach vorne, wieder zurück, das ganze noch einmal und wieder und wieder. Nach fast einer Stunde richtete sich mein Blick auf den, weit im Tal draussen liegenden, Landeplatz. “Aber ein letztes mal versuch ich es noch einmal”, meine letzte Motivation. Und siehe da, auf mich wartete ein schöner Schlauch, der mich auf direktem Weg 800m in höhere Luftsschichten beförderte. Jetzt aber war nix mehr mit Faxen machen und so gings direkt zum Zeltplatz. Von der Höhe schiens problemlos, wenn da nicht noch ein Lee gewesen wäre. Es zwang mich, gute 100m vor dem Zeltplatz zu landen. Es war ein Gedultsflug der sich ausbezahlte.
Die thermischen Aktivitäten wurden im Laufe des Tages immer grösser, fast etwas zu gross und so flogen nur noch ganz wenige. Der Abend liess das Starten wieder zu, aber unter schwierigen Bedingungen. Ich flog wieder direkt an den Abendhang und durfte einer der geilsten Flüge erleben. Kurz topgelandet und einige schöne Fotos geschossen. Danach wieder fliegen. Einfach herrlich. Sogar nach dem Rückflug zum Refucio war die Thermik noch gut genug um einfach Spass zu haben. Ganz geile Sache. Und zum Schluss gabs noch ein Landebier und ein gemütliches Essen. War ein super Tag…
(…weiter gehts mit Janine’s Erlebnissen an den letzten Tagen)
Am vierten Tag nutzten Bruno K., Barbara und ich das nette Angebot von der einen österreichischen Gruppe, uns auf den Morgenberg hochzufahren. Bisher sind wir ja immer zu Fuss hoch, da die Strassen die Berge hoch doch etwas zu schottrig waren für unser kleines Auto.
Das Schwierige am Morgenhügel bei dieser Wetterlage (Südwestwind) war es, den perfekten Moment für den Start abzuschätzen. Ging man zu früh, hatte es noch keine Thermik, ging man zu spät, so sass man in Null Komma Nix plötzlich voll im Lee und wurde nach dem Start runtergespült. Ein sehr kleines Startfenster. An diesem Tag gelang es Barbara und mir genau diesen einen Moment zu treffen und so konnten wir einen wunderschönen Flug geniessen. Barbara zog es Richtung Castelluccio und ich fand einen Schlauch, der am Übungshang mitten im Tal 50 Meter über Boden begann und durch den starken Südwestwind am Vettore mit einem riesen Versatz auf über 2200 m endete. Von dort aus machte ich mich auf in Richtung Refugio di Perugia, doch so weit kam ich gar nicht, denn gerade beim Pass Forca di Presto war Schluss mit lustig, nichts ging mehr und so landete ich oben rein. Barbara war in der Zwischenzeit gelandet und traf mich am Presto, wo wir bis zum späteren Nachmittag Siesta machten. Während dessen beobachteten wir ein, zwei Dust Devils und warteten halt weiter ab. Die andern versuchten es in der Zwischenzeit beim Refugio, aber dort ging es wohl nicht, denn irgendwann standen sie ebenfalls am Presto. Der Südwestwind war zwar recht stark, aber das lange Warten am Nachmittag hatte sich gelohnt, es wurde immer laminarer und zum Schluss sind wir alle geflogen. Man konnte durch den starken Wind den Vettore raufsoaren bis 2600 m und ich durfte sogar einen Blick erhaschen auf die andere Seite des Vettore auf die beiden Bergseen, wo man angeblich nicht baden dürfe, da irgendwelche seltenen Krebse dort wohnen sollen. Wir alle flogen bis man nichts mehr sehen konnte, ein genialer Tag!
Am Tag darauf gab es, der Prognose entsprechend, noch mehr Südwestwind. Für den Presto hatte es zu viel, aber für den Übungshang gings gerade noch für diejenigen, die einen kleinen Schirm hatten. Die Paragliding Academy war auch schon vor Ort, so dass wir ein paar Dummies hatten, die uns zeigten, wie stark der Wind war. Barbara schnappte sich meinen Madness, der in der Gegend eines XXS einzustufen ist, und spielte etwas rum, Bruno K. und ich liessen uns den Übungshang raufziehen. Am Anfang wars recht schön, ich konnte ein paar Vagas üben, und auch Bruno schien seinen Spass zu haben. Irgendwann kamen dann auch noch die beiden Miesches dazu und Bruno J. wagte sich auch mal in die Luft. In der Zwischenzeit war etwa Mittag vorbei und der Übungshang zog thermisch, so gelang es mir nochmals Luft in 2000 m Höhe zu schnuppern. Langsam wurde es etwas ruppig und ungemütlich in der Luft, so dass ich mich entschied zu landen. Bruno J. blieb noch etwas länger und beendete seinen Flug schlussendlich, in dem er seinen Schirm über das einzige Hindernis weit und breit, einen wunderschönen Windsack, hängte.
Am Freitag hatte es nochmals eine Spur mehr Wind. Bei dem Wind war die einzige Chance wieder der Übungshang. Die einen zogen etwas auf, Stefan und ich versuchten es mit Soaring. Nach 5 Minuten hatte ich aber die Nase gestrichen voll, da ich mich mehr im Rodeo fühlte wie an einem Gleitschirm, also landete ich wieder rein. Stef hatte noch nicht genug und ging nochmals raus. Plötzlich fegte eine Böe nach der andern den Übungshang herauf so dass es nur noch zischte, bei Stef wars kein Zuschauen mehr. Irgendwann konnte er sich dann nach vorne vorkämpfen, Höhe vernichten und landen. Ich packte meine sieben Sachen am Hügel zusammen und lief runter…
Da die Wetteraussichten für Samstag eher schlecht waren, entschied die eine Hälfte der Gruppe, noch an diesem Tag die Heimfahrt anzutreten, anstatt erst am Tag darauf. Barbara, Tobias und ich entschlossen uns dazu, über Pisa nach Hause zu reisen, mit dem Fliegen bei Pisa wurde es aber leider nichts. Macht nichts, immerhin sahen wir den schiefen Turm und waren noch im Mittelmeer baden.
Eine super Woche mit super Wetter, super Flügen, einer genialen Gruppe und dem perfekten Schauplatz. Danke Peter, Brunos, Barbara, Miesches, Me und Tobias!
Hier das Video zu dieser Castelluccio-Woche von Barbara:
Flying Castelluccio 2009 from Barbara on Vimeo.
Weitere Fotos:
Fotos Bruno J.
Fotos Barbara
Fotos Janine
Fotos Peter
hey, super bricht! weckt grad erinnerige! isch würklech ä super wuche gsi!
Hie das ganze no aus Video: http://www.vimeo.com/6486417
hey merci
do no en link vo föteli
http://gallery.event-bar.ch/gallery/main.php?g2_itemId=7553
super sach gsi
wirklich tolle bilder und ein unterhaltsames video!