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Fröhliches Rundkappenfliegen

Irgendwie mogle ich mich am Mittag aus dem Geschäft, ich möchte, natürlich, fliegen gehen. Ziel ist das Freestyleair in Beckenried, vielleicht etwas über Leute fliegen und etwas showen… und flosslanden natürlich! Auch Barbara und Janine wollen dort hin und sollten irgendwo zu finden sein.

Angekommen in Beckenried bekomme ich von Andre netterweise nen Patch um kostenlos auf die Klewenalp zu komen und bei der Expression Session zu fliegen. Cool! Leider startet die Expression Session erst nach der Synchro-Competition um etwa halb fünf, jetzt ist aber erst halb drei und so steht mal warten auf dem Programm. Doch immerhin chillen noch einge namhafte Acromenschen am Startplatz rum, Chrigel und Benij starten grad zu ihrem Programm und Pal erzählt etwas zwiespältig von seinem X-Alps-Abenteuer.

Mit den Green-Zwillingen starten dann irgendwann die letzten Wettbewerbsteilnehmer, endlich dürfen wir langsam ran. Wir, das sind drei Deutsche mt nem zum Sitzli getunten Kajak, 1 Franzose mit nem riesigen Soloschirm, 3 Franzosen, von welchen 2 mit dem Biplace zu nem Basejump abgesetzt werden sollen und ich. Das Kajak wird zuerst gestartet, im sanften Aufwind wird es mit zwei Seilen rausgezogen… Der Start klappt perfekt, aber leider verletzt sich der eine Deutsche, welcher das Kajak gezogen hat, am Knöchel und muss jetzt mit vereinten Kräften irgendwie in die Gondel runer nach Beckenried gebracht werden.

Danach geht der eine Franzose mit seinem Riesenschirm raus, er kann sich locker oben halten, obwohl der Aufwind superschwach ist, wie ein Ballon halt. Dann ist die Reihe an den Basejumpern und zuletzt darf endlich ich. Naja, mein Flug ist nicht grad gut, ich merke, dass ich schon zu lange nicht mehr am Acroschrim gehangen bin. Immerhin treff ich das Floss, vor der Front hat es stark labilisiert und der Talwind über dem See ist mittlerweile recht kräftig. Der jetzt nur noch einsitzig belegte Biplace kommt nach mir runter und schafft es ganz knapp nicht, er kommt halt einfach nicht mehr vorwärts und wird hinters Floss geschoben. Der Kollege mit dem Riesenschirm kommt mit riesigen BigEars runter und landet gekonnt an nem Bord am Ufer. Respekt!

Gut, es ist 17 Uhr, es tröpfelt mittlerweile aus einigen der zahlreichen Wolken, aber weiter hinten im Egnelbergertal sieht es noch trockener aus. Ich mach ich auf den Weg an den Brändlen, möchte noch etwas zum fliegen kommen an meinem freien Nachmittag. Schnell rauf bevors regnet und gestartet. Ich fliege über die grossen Wiesen im Tal und versuche den x-ten RythmicSAT. Ich kenne die Situation, ich schaffe es einfach nicht ohne Klapper ab ner bestimmten Höhe. Ich fühle, dass ich abbrechen sollte, möchte aber doch schauen, obs vielleicht nicht doch reicht und der Schirm offen bleibt… Er bleibt es nicht, grosser Klapper und wie immer drückt es die kollabierte Seite in den Schirm. Wie schon einmal verhängt die Sache, zu halten ist der Schirm so nicht mehr, wie schon einmal versuche ich die Situation mit Stalls zu lösen. Leider funktioniert das in diesem Fall aber nicht, ich versuchs wieder und wieder…

Mittlerweile etwas tiefer muss ich mich entscheiden. Fliegt der Schirm zuverlässig, kann ich vielleicht damit landen? Keine Chance, das Ding wechselt fliessend zwischen Sackflug und Normalflug. Dann muss es halt doch der Notschirm sein. Mein erster Retterwurf, was kommt da wohl auf mich zu… Klappt aber alles hervorragend, geht super auf, pendelt überhaupt nicht, ich kann den Hauptschirm wunderbar flugunfähig machen und gegen mich ziehen, komme in nem ganz schwachen Talwind mitten auf ner riesigen Wiese gemütlich runter, langsam, der “Einschlag” ist ausgesprochen sanft! Ich bin definitiv positiv überrascht, ist echt ne gute Alternative!

Naja, diese Rhytmic-Überei werd ich aufs Über-dem-Wasser-fliegen verlagern. Ich hab schon mal nen grossen Verhänger kassiert, den hab ich allerdings mit nem Stall wieder rausgebracht, aber das Gefühl war schlecht, seither hab sogar ich nen zweiten Notschirm im Gurtzeug. Offenbar nicht ohne Grund.
Erfahrung wars definitiv ne gute und ich bin positiv überrascht vom Flug an meinem Notschirm. Null pendeln, OK, auch ruhige Bedingungen, war ne easy Sache. Werd in Zukunft sicher keinerlei Hemmungen mehr haben, den wenn nötig zu ziehen. Aber das sollte ja eh ne Voraussetzung sein… ;-)

Uersel Acro, Erlebnisse ,

  1. Christoph
    Christoph
    31. August 2009, 03:11 | #1

    Urs, Urs, Urs….
    Was soll ich sagen, das musste ja so kommen. Nein will nicht Papa spielen, pass einfach auf…
    … und weiterhin nur noch happy landings…

  2. 31. August 2009, 13:19 | #2

    Ja schaue. Seit einiger Zeit hab ja sogar ich 2 Notschirme dabei ;-) Bin halt am Acro üben, da sollte der Notschirm offensichtlich nicht tabu sein… Muss ich halt das kritische Zeigs doch über Wasser versuchen, bis ichs mal einigermassen im Griff hab. Naja, wenn’s den sein muss ;-)

  3. Sebi I
    31. August 2009, 22:25 | #3

    Hey Urs,

    welchen retter hast du? Wie ist dein Notschirmqm:Abfluggewicht Verhältnis? Weil bei meinem letzten Retterabgang wars zwar auch superstabil aber ca. mit mehr als 6m/s runter… und das kam mir schon verdammt schnell vor. zum glück habe ich nen ast gestreift und bin dann doch weich auf der wiese aufgekommen…

  4. 1. September 2009, 17:13 | #4

    Paratech PS1 Small
    http://www.paratech.ch/fileadmin/downloads/pdf/manual/man_ps1d.pdf
    31qm auf ca. 80kg Fluggewicht (eher weniger mit der Acroausrüstung), ich selber wiege knapp 60kg.
    Du hast ja guten Kontakt zu High Adventure, die verkaufen ja den Beamer, das wär sicher ne gute Sache.

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