Home > Cross Country, Erlebnisse > Über den Wolken

Über den Wolken

Obwohl Sebi eigentlich lernen muss, konnte ich ihn dazu bewegen, nach Fiesch zu kommen. Glücklicherweise hatte er seine Lernutensilien dabei und so konnte er noch gut die eine oder andere Aufgabe lösen. Denn unter dem Startplatz lag eine schöne Inversion, die Basis war grad auf Stationshöhe und es hatte schon rechtes Gewölk. Doch auch das ist kein Grund in Fiesch nicht zu fliegen. Als ich sah das man oben bleiben kann entschied ich mich zum gehen. Die Stimmung war schon speziell, mit einer Basis auf etwa 2400m und teilweise konnte man noch drüberdrehen und so hatte man schon bei der Querung nach Bellwald interessante Wolkenformationen.

Wie üblich lief mir das Goms wieder mal nicht so stark. Irgendwie kamen alle von hinten und liesen mich liegen. Jenu die Thermik war auch nicht sonderlich gruppiert und teilweise musste man grad ne schöne Blase erwischen um ein gescheites steigen mitzunehmen. Ich glaube ich kam noch nie so tief in Fiesch an wie bei diesem Flug, doch wie Sebi schon im Goms gezeigt hat, zog es von unten durch. So hat sich meine Taktik auch nicht ausbezahlt, dass ich nen Stockwerk höher flog. Und anderseits ist sein Triton verdamt schnell im Trim! Er zog einfach an mir vorbei und ich war immer am Gasen um mit ihm mitzuhalten. Auserdem hatte ich noch eine fastkollision mit einer TAUBE!!!! Ich habe gar nicht gewusst das die in den Alpen rumfliegen. Aber als ich sie beobachtet habe, war diese genau so elegant wie ein Adler oder Geier. Hat jemand schon ähnliches erlebt? Fand ich super speziell.

Ab der Riederfurka wurde es dann trickiger. Man spürte wie der NW-Wind rüberdrückte. Die basis wurde immer mickriger und der Gegenwind immer stärker. Ab dem Wiwannihorn ging es nur noch gemähchlich vorwärts und der Höhenverlust bei jeder Querung war erniedrigend. Hinter dem Chistehorn angekommen konnte man dort ein letztes mal in einem doch recht leeigen Schlauch aufdrehen. Urs Haari stach mal durchs Lee auf die Westseite des Lötschental. Ich hinten dran. Weis nicht ob ich das alleine durchgezogen hätte. Es war ein schönes Jojospiel… Aber Handlingstechnisch war es kein Problem. Als wir das Lötschental erreicht hatten flog Urs schnur stracks hinein, so das ich mir dachte, ja der NW-Wind bläst ja eh über den Lötschenpass und so kann es ja hinten irgendwo nur wieder rauf gehen. Leider drehte Urs irgendwann um und ich flog mal weiter. Oben an der Krete hatte es Wolken und so dachte ich mir muss es einfach irgendwo raufgehen. Nach etwa 100m wo Urs gedreht hatte zog ein wunderschöner Schlauch bei Goppenstein gen Basis. Dies war glaub mein erster schön zentrierbarer Kräftiger Schlauch des Tages gewesen. An die Toleranz der TMA rangekratzt hab ich mich noch nach hinten versetzen lassen und auf Sebi gewartet.

Zusammen flogen wir dann auf der Nordseite vom Wilerhorn richtung Bietschhorn. Die kleinen Gletscher mit ihren doch mächtigen Spalten sind immer wieder ein Erlebniss. Eigentlich wollte ich das Bietschhorn überhöhen, doch Kamen wir nicht ganz so hoch. Am obersten Punkt angekommen kam ein grandioser Gleitflug ins Saastal. Unter uns das Wiwannihorn mit einer viel tieferen Basis und noch viel tiefer sah man einen Haufen Gleitschirme am Hang entlangkratzen. Man war das ein cooler Anblick :) . Bei den Visperterminen fanden wir schnell Anschluss. Sebi zog darauf wieder wie ne Rakete ab und ich kratze noch ein bisschen jeden Meter aus. An der Oberi Site fand ich wieder einen relativ gemütlichen Schlauch und drehte mal den aus, denn Sebi war bei Riedji am Soaren und mein Schlauch war mir symphatischer. Dieser Schlauch löste sich gut und ich wurde mit einem mächtigen Drift ins Saastal befördert.

Hier hätte ich mich entscheiden müssen ob ich wieder nach Fiesch wollte oder einfach das Spiel weiterziehe. Ich sagte mir flieg mal weiter, ist ja egal wo du landest. Also nach hinten versetzen lassen und ich kam schon in einen rechten Spülgang hinter dem Mattwaldhorn. Dort konnte ich nochmals rauf, aber ich hatte kaum mehr vorwärtsfahrt und so wollte ich unbedingt wieder zurück, da ich dachte dann könnte ich das Dreieck schliessen. Beim zurückkämpfen konnte ich noch ein paar Leeblatern mitnehmen aber wurde dann ganz gründlich beim Simelihorn nach untengedrückt und fast stehend in der Luft. Kurz zuvor sah ich wie Sebi sich viel Tiefer ins Saastal reinblasen lies und so dachte ich mier wäre es gscheiter hinten zu landen als irgendwo vorne. So lies ich mich auch nach hinten Spülen und bei Saas Balen versuchte ich nochmals hoch zu kommen, doch der Schatten am Boden wuchs immer mehr und irgendwan gab ich auf und lies mich ncoh nach Saas Grund treiben. Auch Sebi hatte kein Glück mehr und konnte nicht mehr Höhe machen.

Im Nachhinein hätte ich mich einfach nach hinten Blasen lassen sollen, denn wenn ich beim Wiessmies nochmals raufsoaren hätte können wäre es sicher einfacher gewesen mit dieser Höhe aus dem Tal wieder rauszukommen. Das nächste mal versuche ich es so ;)

Nichts desto trotz ein Hammertag mit einer super Sicht auf die geniale Bergwelt und habe mich nach langem wieder mal Pudelwohl an meinem Schirm gefühlt!

Flüge: Dominik / Sebastian

Fotos: Dominik

Skydive Cross Country, Erlebnisse , ,

  1. 15. August 2009, 19:21 | #1

    En schöne Flug ischche da glungu, glückwunsch. Wie immer super Fotos ;)

  1. Bisher keine Trackbacks