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2 Tage Südkantenreiten im Wallis

Da meine Flüge nicht so weit sind wie Sebi’s werden hier grad zwei zu einem Bericht zusammengefasst, damit sichs auch zu lesen lohnt ;-)

Da ich in den vergangenen Monaten fast ein wenig oft auf dem Gummen gestanden und in eine Mittelland-Inversion geblickt habe, gings in letzter Zeit ab und zu wieder mal an nen Ort, wo das garantiert nicht geschieht, nach Fiesch. So auch letzten Sonntag und heute…

Sonntag, 01.06.2009
Alle aufgefordert, um 9 in Fiesch zu sein und selbst grad mal 2h verpennt – so bin ich halt erst um 11 Uhr in Fiesch angekommen. Und es sieht nicht eben danach aus, dass dies egal sei, grosse Wolken über dem Eggisghirn und im Goms. Ich habs seeehr eilig, renne vom Bahnhof her wie ein Verrückter, um dann das Bähnli doch zu verpassen und bei der Talstation zu warten. Strafe muss eben sein ;-)

Am Startplatz treffe ich grad noch schnell Thomas, er ist schon bald in der Luft. Ich etwas später, einige Minuten vor 12 Uhr. Also los, es geht natürlich schon gut rauf und ich mach mich zur Querung nach Bellwald auf. In den Beschleuniger, wegen ner Turbulenz spicken lassen, ein kurzer, stechender Schmerz und schon ist der Pissschlauch vom Urinal getrennt. Zum Glück hab ich den Schlauch nicht zu gut befestigt. Das wären dann ein Unfall, wie man ihn beim Gleitschirmfliegen nicht auf Anhieb erwarten würde :-)

Ich möchte den Schlauch zwar wieder dranfummeln, aber das Uri hat zudem noch nen Riss abgekriegt und so geb ichs auf. Macht aber nichts, im Goms gehts vorerst mal gut vorwärts. Bald nach Bellwald kommt mir Sebi entgegen, ich grüsse artig mit 3 Ohrenklappern. Irgendwo bei Münster treffe ich Thomas wieder, ich grüsse artig mit 3 Ohrenklappern. Wahrscheinlich hab ich jetzt in den Augen meiner Kollegen einfach den SChirm nicht im Griff, so wie der immer klappt… ;-)
Komischerweise treffe ich Jan nirgends, obwohl unsere Routen schlussendlich grosse einige gemeinsame Teile aufweisen.

Wie auch immer, das Goms geht schnell und bald bin ich wieder zurück in Fiesch. Dort gehts bei Galvera wieder nach oben und weiter entlang dem Aletschgletscher, wie immer. Aber ich hab keinen Plan, wie’s ab der Riederfurka weitergehen soll. Wieder mal bin ich nicht recht motiviert, das Wallis runter zu fliegen und so denke ich über diese und jene Route nach. Ich werde recht aprupt aus meinen Gedanken gerissen. Watsch, ganzer Schirm komplett weg, beim rückwärts fallen denke ich noch, dass das jetzt interessant werden könnte… Allerdings ist im nächsten Moment auch schon wieder alles offen, der Schirm schiesst zwar deftig, aber das lässt sich zusammenbremsen. Uff, mal verschnaufen…

War das erste Mal, dass es mir den Peak mal so richtig verräumt hat, kapitaler Frontklapper. Schlussendlich wars problemlos, wies Frontklapper ja meist sind, hab fast keine Höhe verloren, nicht mal auf dem Track ist was zu sehen. Trotzdem wars nicht so prickelnd, die Schirmoberseite so unvermittelt betrachten zu müssen und auch das Gefühl des rückwärts fallens ist nicht so entspannend in dem Moment.
Vielleicht täusche ich mich, aber der Klapper war nicht zu vermeiden. Ich flog straight durch recht starkes Steigen über der Riederfurka, offensichtlich beim rausfliegen hats mir den Schirm zerlegt, kein Schiessen, keine Ankündigung, einfach sofort alles weg. OK, die Fälle scheints zu geben, somit ists nett, wenn man nen Schirm hat, welcher zuverlässig wieder aufgeht…

Gut, ich wechsle die Seite, rüber nach Rosswald. Ich bin etwas früh, aber heute steigts überall so gut, da gehts dort eh wieder rauf… Naja, es ziert sich ein wenig. Solange ich die Gelegenheit hab schaue ich mir Rosswald jetzt etwas aus der Nähe an, bald seh ichs aber nicht mehr, weil ich tiefer bin. OK, ich möchte noch nicht landen gehen und steuere nen vielversprechenden Vorsprung im Gelände an. Ich komme tief an, aber es steigt tatsächlich und als dann noch ein paar Besoffene, welche sich hier in ner Hütte die Kante geben, auf die Idee kommen, mich anzufeuern, bin ich entgültig motiviert, wieder nach oben und weg zu kommen ;-)

Irgendwann ists dann geschafft, endlich wieder an der Basis. Das GPS hat sich mittlerweile verabschiedet, offensichtlich waren die Akkus doch etwas stärker entladen, als ich mir gedacht habe. Das macht aber nichts, denn langsam meldet sich die Blase. Noch ist aber ganz subtil und deshalb mache icht mich, für einmal auf der Südseite, auf den Weg das Goms hoch. Es fliegt prächtig und ich hab mal ne etwas erweiterte Sicht auf die südlichen Gefilden…

Aber der Druck auf die Blase wird unerbittlich stärker. So drehe ich etwa bei Gluringen um und mache mich so schnell als möglich auf den Weg nach Brig. Etwas aufdrehen muss ich noch, ich möcht nicht in nem allenfalls starken Talwind stecken bleiben, doch schnell ists dann endlich geschafft und ich erleichtert.

Ein gemütlicher, wenn auch etwas zielloser Flugtag. Und wieder mal Einträge auf meine in letzter Zeit wachsenden Liste irgendwelcher technischer Probleme. Zumindest wars heute nicht der Beschleuniger.

Hier der Flug auf xcontest zu dem Tag.

Dienstag, 30.06.2009
Der Beschleuniger wars heute. Ich komme um 9 Uhr in Fiesch an und treffe bei der Talstation auf Johannes, der schon seit 2 Tagen nur noch am fliegen ist. Pläuschler ;-) Grad am Startplatz angekommen sehen wir, wie sich Michi Müller schon in die Luft begibt, heute unterwegs mit nem Gradient Montana. Wir warten auch nicht merh lange und schon um etwa 9:45 Uhr sind wir in der Luft.

Über dem Eggishorn tront für die Tageszeit schon eine überraschend grosse Wolke, es geht noch nicht sehr zügig, aber trotzdem schon sehr zuverlässig hoch. Michi Müller hat nach dem Start noch nen kurzen Abstecher nach Westen unternommen, er ist jetzt wieder zurück und zusammen gehts rüber nach Bellwald. Dort gemütlich wieder hoch und weiter nach hinten, wie unzählige Male zuvor… ;-)

Ich hab mir zum Ziel gesetzt, wegen der TMA ds Wallis nicht zu queren und einfach so weit nach Westen wie möglch zu fliegen. So drehe ich schon früh um und mache mich auf den Weg. OK, wieder solls rüber nach Fiesch gehen, ich trete in den Beschleuniger, zuerst spüre ich den bekannten Widerstand, dann wird die Belastung schwächer und bevor ich mich versehe baumelt am linken Brummelhacken die ausgerissene Leine des Beschleunigers… Shit, immer diese Scheisse, ich möchte doch einfach nur mal vorwärts kommen und mich nicht immer um den ganzen Technik-Müll kümmern müssen.

Nun den, es bringt nichts, ich schlage auf der turbulenten Fiescheralp ein und repariere die Misere. Inzwischen sind auch meine Gefährten, welche natürlich weiter das Goms raufgeflogen sind als ich, wieder zurück und an und um der Fiescheralp am aufdrehen. Ich starte wieder und zusammen gehts danach weiter nach Westen.
Als da wären: Lukas Gantenbein an seinem blauen Nova Triton, Michi Müller in seinem pinken Gurtzeug an nem Gradient Montana, Thomas Blatter an seinem weissen Swing Stratus und Johannes an seinem Gradient Montana.

Der Klapper von gestern hat doch etwas Spuren hinterlassen, ich suche einen anderen Weg als den direkt über die Riederfurka und starte zusammen mit Thomas Blatter den etwas umständlichen Vesuch, früh über den Gletscher zu queren und weiter hinten in gemütlicher Höhe über alles drüber zu racen. Nun, die gemütliche Höhe ist hier aber einfach nicht drin, es ist abgeschattet und schlussendlich gehts etwas tief wieder Richtung Haupttal.

Nun den, die Basis ist nicht eben hoch, aber zumindest gehts vernünftig in die Höhe. Danach habe ich Glück und meine Lee-Linie erweist sich als schnell und ich kann wieder Boden gut machen auf Michi Müller, der zusammen mit Lukas etwas in Front liegt. Vor dem Lötschental sind wir dann wieder alle zusammen, Lukas fliegt als erster weg, ich werd ihn nicht mehr einholen, im Gegenteil, er fliegt mir kontinuierlich immer mehr davon.

Vor der Querung bei Leuk mache ich nen etwas dummen Fehler und drehe nicht soweit wie’s eben geht auf, da ich eine faslche Höhe der TMA in diesem Gebiet im Kopf habe. Drüben gehts dann grad mal ins Lee, recht tief kann ich mich an ne Soaringkante retten. Allerdings fuktioniert diese nicht gut, das Gebiet ist abgeschattet, mit dem Nordwind blästs die mittlerweile schon recht hohen Wolken vom Berner Oberland ins Wallis und hier in Richtung Süden, was hier ne schöne Abschatung verursacht.

Da ich tendenziell immer etwas tiefer komme, entscheide ich, mich mit dem Talwind zurück an die Ostseite des Seitentals nach Leukerbad zurückblasen zu lassen, dort ists sonnig und auch zum soaren siehts gut aus. Naja, so gut ists den auch wieder nicht, es geht hoch, aber nur langsam und ich gerate ob der zunehmend dunkleren Wolken je länger je mehr in den Stress, endlich hochzukommen und weiterzufliegen.

Irgrendwann ists mir nicht mehr geheuer und ich lasse mich mit dem Talwind in Richtung Visp blasen, wo’s freundlicher aussieht. Als ich es rgendwann aber donnern höre, lasse ich auch das bleiben, spirale etwa bei Gampel die restliche Höhe ab und gehe in nem sehr moderaten Talwind landen. Mittlerweile sieht man nicht mehr weit nach Westen, es sieht sehr grau aus und auch ich spüre erste Tropfen. Ich beeile mich mit der Packerei, aber schlussendlich bleibts bei einigen Tropfen, es donnert einige Male, die Strassen werden grad knapp nass, das wars dann auch schon vom Gewitter.

Wie auch immer, ich zwar einen nicht sehr langen, aber sehr entspannenden und ruhigen Flug hinter mir. Und auch auf meiner Liste irgendwelcher technischen Probleme hats wieder nen Eintrag mehr, was will ich mehr :-)

Hier der Flug auf xcontest zu dem Tag.

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