Home > Cross Country, Erlebnisse > Teamfliegen Fiesch-Zernez

Teamfliegen Fiesch-Zernez

Nach einem Grillabend und ohne Internetzugang (ja das gibt es noch in dieser Zeit) verlies ich mich voll auf Sebi’s Urteil und wer hätte was anderes gedacht, wir gingen nach Fiesch ;)

Doch am Morgen sah die Sache nicht sonderlich gut aus und ich überlegte mir ernsthaft doch zur Arbeit zu gehen. Regtherm sehr Grün, Emmagram gar ned berauschend und eh noch nen bissle Wind. Doch nichts desto trotz trafen Sebi, Urs, Marco und Ich uns in Bern.

In Fiesch angekommen siehts sehr bescheiden aus. Dicke Cirrenschicht und nur komische feuchte Leewolken. Sodan sprangen drei von uns in eine erste Abgleiterrunde, da nix anderes möglich war und Sateten, Wingoverten und Gegendrehten. Muss sagen der Triton ist schon schön dynamisch. Ging gut ums Egg, überdrehte ihn sogar, da ich zu viel Körpereinsatz gab und Gegendrehen ist sehr einfach.

Kaum oben angekommen lichtete sich die dicke Cirrendecke gen Osten. Schwups waren die ersten schon am Thermikkämpfen. Als erster richtiger Dummy ging Roland Mäder raus und ein Tandem. Nun war der Startschuss gefallen und die paar Piloten die in Fiesch waren rannten wie Lemminge zu den Schirmen.

Die erste Überhöhung ging mir mässig, da ich den Triton noch nicht recht ums Eck brachte, so zog Urs und Sebi mal ab. Was aber ja allgemein normal ist :) . Mit Marco im Schlepptau. Als wir den Grimsel erreichten, querte Sebi schon zum Furka und Urs war tief am Kratzen. Shit nen bissle Gasen war angesagt, damit wir den Burschen nicht verlieren.

Vor dem Furka konnten wir nun mit Urs aufdrehen, doch denke ich verlies er den Schlauch, da er sich über uns aufregte :) (stimmts Urs?). Denn ich konnte den Triton immernoch nicht so recht Eng ums Eck würgen und Marco hatte mit seinem fast Segelflieger eh grosse Kreise im Blut. Vor der Andermatter Querung bog Urs ins Schöllenental ab und verabschiedete sich so vom Grüppchen. Marco und ich kamen gut über den Oberalp und Sebi lies sich wie üblich Tief drüberverblasen und so trafen wir ihn das erste mal da. So flogen wir in verschiedenen Höhen bis Brigels und dort tankten wir anständig Höhe, da wir uns entschieden haben weiter gen Osten zu fliegen, da Chur und Co noch abgeschattet waren und der Talwind dort sicher uns gestoppt hätte.

Es war schon viertel vor drei und ich hatte bis jetzt gut 3h Zeit mich an den Schirm zu gewöhnen. Langsam hatte ich ein bequemes Gefühl beim Drehen und Gleiten. Nur hatte ich meine kleinen Probleme beim beschleunigtem Geradeausfliegen, da der Schirm zum Rollen neigte und ich recht mit dem Körper gegensteuern musste um meinen Kurs zu halten.

Bis Brigels konnten wir einigermassen zügig durchfliegen. Nach der Querung überliesen Marco und ich Sebi die Führung. Bei Obersaxen kam auch kurz eine Pausenphase, denn ich hatte keinen Blassen wie ich hier Querfeldein fliegen sollte. Zwar zeigten die Wolken die Thermik schön an, doch irgendwie wollte ich in diesem Part nicht den Lead übernehmen.

Doch Sebi wie als Altmeister unter uns ;) zog recht Zielgerichtet gen Thusis. Ich hätte fast alles Gleich angeflogen doch ev. noch mit Umwegen. Und dann passierte es, Sebi stieg wieder mal beim Piz Fess saugut weg und ich hatte nen paar Minuten länger. So an der Basis, rein ins Gas und hinterher um nicht zu viel Zeit zu verlieren. Dann passierte es, schwups der Schirm war bis zu 80% weggeblasen. Der Schirm drehte ab wollte ihn stützen und Zack schoss er auf die andere Seite. Da ich nun eine Uhrzeigerdrehung hatte und der Schirm dagegen Drehte, sah ich mich eingetwisted. Leider wollte ich immer weiterdrehen und so musste ich mit der Hand die Drehung stoppen und ich konnte mich wieder Austwisten. Zum glück öffnete der Schirm wieder schön und ich musste nur noch ein verhängtes Ohr mit dem Stabilo rausflicken.
Generell möchte ich noch betonen, dass ich der Meinung bin, dass es solche und solche Klapper gibt. Ich hatte schon haufen kleinere und auch grössere, die jedoch nie so deftig waren, da man diese immer im vorheirein spüren konnte und eingreifen. Bisher hatte ich erst zwei solche deftigen Klapper, die ohne jegliche Vorwarnung gekommen sind. Beim ersten hat es mich fast vertwistet doch ich konnte genug stützen und bei diesem war es doch noch ein bisschen dynamischer.

Glücklicherweise hatte ich die Pulsuhr dabei und so sah ich nach meiner Wiederöffnungsaktion, dass mein Puls bei 169 Schlägen war. Ebenfalls hatte ich so einen Adrenalinschub, dass ich leicht zitternde Beine hatte. In der zweiten Abbildung sieht man wie die Atemfrequenz steigt und auch der Puls schlagartig durch das Manöver gestiegen ist.

Nach diesem Vorfall  flog ich noch aktiver mit dem Beschleuniger und ging eher raus als es nötig war. Doch es ging gut weiter und ich hatte nur noch einmal richtig zu kämpfen vor der Querung nach Savognin hatten wir nocheinmal an einem ganz ruppigen Felsbrocken Höhe getankt. Hier stellte sich der Schirm immer auf und ich konnte nicht richtig den Schirm reindrücken.

Leider fand Marco an dem ruppigen Ort den Anschluss nicht direkt und so war er etwa eine Thermik später als wir. Und als wir nach Savognin super Höhe machten und an den Piz Üertsch übersetzten, wählte Marco eine zentralere Route und konnte kein steigen mehr finden. So meldete er bald per Funk, dass er auf dem Pass gelandet ist.

Nun nur noch zu zweit zogen Sebi und ich gen Italien in Richtung Livigno. Dort treffen wir noch auf einen Haufen zurückkomenden Segelflieger und als ich auf die Uhr schaue ist es auch schon fast sechs Uhr. So entscheiden wir über Funk das wir doch noch heute nach hause kommen wollen. Also bogen wir vom Kurs der in Richtung Münstertal zeigte ab und flogen Richtung Zernez, da dort immernoch gute Wolken standen. Doch als wir ins S von Zernez reinflogen standen wir im Wind und die Thermik blubberte langsam aus. Ebenfalls hatte ich nicht mehr so Bock im Lee ums Eck zu biegen und dort noch ein paar km weiterzufliegen. So machten wir kehrt und landeten nach über sieben Stunden Flugzeit in Zernez.

Wenn man den Pulsverlauf über den Flug anschaut, sieht man, dass die druchschnittliche Pulsfrequenz bei 100 Schlägen liegt. Der markante Ausschlag stellt den Klapper/Twist dar. Ich werde ev. später noch genauere Pulsdaten einbringen.

Zum Triton kann ich sagen, dass mir der Schirm sehr gut gefallen hat, er hat angenehme Beschleunigerdrücke und ist Drehfreudiger als der Peak. Ebenfalls Gleitet er auch gut, was ich im direkten Vergleich mit Sebi am Abend sah. Nur das Rollen war mir ein bisschen suspekt und der Klapper kann man mal weglassen, den ich behaupte dieser hätte auch mit einem anderen Flügel so agressiv gewesen sein können. Das ganze ist natürlich sehr Subjektiv.

Flug: Dominik / Marco / Sebastian / Urs

Fotos: Dominik / Sebastian

weiterer Bericht von Marco

Skydive Cross Country, Erlebnisse , , ,

  1. Stefan
    18. Juni 2009, 22:24 | #1

    Echt genial eure Berichte. Macht immer Spass sie zu lesen. Weiter so!

  2. Marcel
    19. Juni 2009, 10:02 | #2

    ja schliesse mich dem an, wirklich spannend! nur dürfte die frequenz etwas höher sein, sind ja doch ein paar mitglieder. checke jeden tag ob es was neues zu lesen gibt ;-)

  3. 19. Juni 2009, 13:48 | #3

    Nein, nein, dieses Mal hab ich mich wirklich nirgends ab irgendjemandem genervt, nicht wie sonst manchmal ;-) War ein sehr entspannter Tag!

    Urs

  4. 19. Juni 2009, 17:56 | #4

    Hey Domi

    Interessant finde ich die Atemfrequenz bei deinem Klapper. Die steigt nämlich schon zuvor deutlich an! Hast du’s geahnt ;-)

    Wäre interessant, ob da irgendeine Korrelation zur Flughöhe zu finden ist. Die Atemfrequenz fängt etwa ab einer Höhe von 3000m zu steigen an. Oder ists dann einfach sehr hackig geworden…? Der Puls steigt allerdings erst später… Bei der Gesamtansicht ist nicht gut zu erkennen, ob vielleicht ne Korrelation der Atemfrequenz zur Flughöhe besteht, einige gezoomte Aufdreh-/Abbau-Sequenzen wären interessant! Der Klapper scheint aber auch Einfluss gehabt zu haben :-)

    Auf jeden Fall ein interesanter weiterer Aspekt beim Fliegen!

  5. Christoph
    19. Juni 2009, 17:58 | #5

    Toller Bericht, kann mich nur anschliessen. 185km quer “Alp-ein” ist schon wirklich cool.

  6. 20. Juni 2009, 07:24 | #6

    @Uersel
    hey urs

    Ich werde hier noch ein bisschen genauer reinschauen. Ebenfalls möchte ich noch schauen wie konstant die Herzschläge sind. mach mal eine Erweiterung nach dem Weekend.

    @all
    thx für die netten Worte. Die Frequenz ist halt nen bisschen schwer einzuhalten, da doch in letzter Zeit recht viel nicht gutes Wetter herschte. Aber wir geben uns Mühe ;)

  1. Bisher keine Trackbacks