Florida Spring Fling 2009
(Das mit dem Fling ist korrekt und Daves Idee)
Habe schon eine ganze Weile warten müssen um mich wieder mal so richtig intensiv dem Gleitschirmfliegen widmen zu können.
Das Ziel ist der Fun Comp. von David Prentice, einem US Toppilot in einem für mich immer noch neuen Gebiet, dem Flachlandfliegen. Bis jetzt habe ich mich immer noch nicht so richtig daran gewöhnen können aber mal schauen…….
Freitag, 1. Mai 2009
Für mich unglaublich früh um 4:30h stehe ich auf um den 6:30h Inlandflug nach Fort Myers, Florida zu kriegen. Dort gegen 9:30h angekommen, Mietauto abgeholt und schnellst möglich an die Florida Ridge zu fahren und meinen ersten, lange ersehnten Flug in Floridas Flatlands zu absolvieren.
Endlich so gegen Mittag bin ich da und David, Terry Bono und viele andere sind auch schon dort. Wahoooo…
Die einzige Möglichkeit hier in die Luft zu kommen ist Towing. Bisher habe ich erst einen einzigen Tag getowed mit einer statischen Winch. Hier in Florida werden Towridges auf Pickups und Vans montiert und dynamisch getowed. Hm mal sehen.
Die ersten Versuche gehen soso lala, da es hier auch Tower gibt die erst Anfänger sind und zertifiziert werden wollen und ich auch nicht gerade Erfahrung mitbringe.
Endlich in der Luft und in der ersten Thermik fühle ich mich grad schon mal wohler. Zum einstimmen gibts mal magere 18km.
http://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:christophh/1.5.2009/17:29
Samstag 2. Mai 2009
Zweiter Tag towing, bis zum Comp habe ich noch ein bischen Zeit mich an das fehlen einer Ridge und eines komfortablen Startplatzes in der Höhe zu gewöhnen.
Mit dem Towing gehts besser, der Flug bleibt bei mageren 18km.
http://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:christophh/2.5.2009/18:49
Sonntag 3. Mai 2009
Langsam ans towing gehwöhnt mit dem Ziel Lake Jackson (ca. 90km) und einem Waypoint am nördlichen Ende des Trinagle of Doom gehts auf in den Tag. Das Trinagle of Doom ist ein Gebiet das von Strassen in einem Dreieck umschlossen wird, wenn man in der Mitte landet heisst es 5 Meilen wandern.
Den Turnpoint und das Ziel verfehle ich zwar aber es gibt doch immerhin einen 68km Flug. Wahooo, endlich.
http://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:christophh/3.5.2009/18:09
Montag 4. Mai 2009
Heute ist es leider recht windig und die Towridges haben immer wieder technische Probleme. Nicht viele Piloten kommen richtig weg. Bei mir endet der Tag mit mageren 16km. Goal nicht erreicht, nicht mal den ersten Waypopint. Shit happens.
Dienstag 5. Mai 2009
Heute haben wir leichten Südostwind. Ziel ist deshalb heute das 85km entfernte Arcadia. Das Towing ist mittlerweile kein Pronblem mehr geht wunderbar und schnell mache ich mich auf in Richtung erstem Waypoint am nördlichen Ende des Triangle of Doom. Es treibt mich aber viel zu weit westlich ab, weshalb ich mich einfach entscheide den Waypoint auszulassen und zum zweiten weiterzufliegen. Schliesslich will ich tolle Flüge haben und nicht unbedingt früh absaufen.
Nach zwei deftigen low safes aus jeweils ca 250-300m und einem weg spiralen von einer Wolke, schaffe ich es dann doch noch zum 2ten Waypoint. Yes, mein erster Waypoint! Proximity Alarm im GPS funktioniert, bin im Wegpunktzylinder. Nun richtung Norden zum Ziel. Da ich leider recht spät gestartet bin stellt schon fast die Thermik ab und ich kann mich gerade noch bis 12km for dem Ziel retten.
Insgesamt ein für mich erfolgreicher Tag, den ich mit dem ersten WP und 71km abschliessen darf. Muss sagen, langsam machts Spass im Flachland. Hier richtet man sich entweder an den Wolken aus oder man hält sich an trockene Felder mit einer guten Abriskannte wie einer Baumreihe. Durch die langen Flüge und relative späten Landungen, wirds am Abend jeweils späten und die inensive Sonne macht mich doch zienlich schlap. Müdigkeit macht sich langsam aber sicher immer mehr breit und es stehen noch einige Tage mit hervortragendem weather forcast an. Wahoooooo.
http://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:christophh/5.5.2009/18:19
Leider erfahre ich nach dem Landen das David Prentice abgestürtzt ist nach dem Start. Er ist aus etwa 50m beim Kratzen über den Bäumen und einem heftigen Frontkalpper mit anschliessendem Horse shoe und anschliessnedem negative Spin in den Boden gekracht. Shit einer der wohl besten Piloten, und Organisiator des Events. Ein echter Tiefschlag. Es waren noch einige die es nicht raus geschaft haben am Start gewesen und der Notfalldienst war schnell zur Stelle. Nach kurzer Fahrt ins 16km westlich gelegenen Labelle wurde er ins Spital nach Fort Myers geflogen. Wie sich rausgestellt hat, hat er die rechte Schulter und das rechte Handgelenk gebrochen und sich 2 Rückenwirbel gestaucht.
Um es hier vorwegzunehmen, David wurde erfolgreich operiert und konnte am Samstag das Spital wieder verlassen. Mit fliegen ist aber vorläufig nichts.
An alle, die galuben ihnen kann nichhts passieren, auch die besten machen mal einen Fehler. Also immer schön vorsichtig bleiben.
Mittwoch 6. Mai 2009
Heute morgen habe wir alle entschieden weiter zu machen, da es ganz im Sinne von David wäre und er es nicht gerne gesehen hätte wenn nun alles zu Ende gewesen wäre. Also weiter:
Das heutige Ziel der Etappe ist Mof, das nördlich von Arcadia und insgesamt nordwestlich vom Start liegt. Es geht also des Windes wegen in die selbe Richtung wie gestern.
Starte wegen einem schlechten Tow und anschliessnedem hinten anstehen in der Schlange wieder erst um 15h, leider. Das ist aus meiner Sicht einer der grössten Nachteile des Towings. Es braucht gute Infrastruktur am Boden um möglichst viele Piloten im guten Startfenster in die Luft zu bringen. Da wir aber nur 3 Ridges haben und die auch immer wider mal schlapp machen ist das nicht immer ganz einfach. Wie auch immer, heute läufts mir gut und ich passiere reativ schnell den ersten Wegpunkt. Hier treffe ich auf DJ aus Wyoming. Nach einem low save zurück an der Basis mit DJ gehts in Richtung dem 2ten Wegpunkt. Dor kommen wir wieder extrem tief an und müssen kratzen. Nach einer halben stunde zwischen 250 und 300m Meter und einer Meile Drift, schaffen wir es endlich in einen anständigen Schlauch und schon bald sind wir wieder an der Basis. Weiter Richtung Wegpunkt Gator, der irgendwo über der Pampa ist über einer Krokofarm. Nicht gerade ein Ort an dem ich landen wil. Dort angekommen steht eine wunderschöne Wolke mit einem satten Schlauch gerade über dem Waypoint, wahoooo und ab zur Basis auf mitlerweile 2300m!
DJ ist leider sehr tief angekommen und erwischt den Schlauch nicht mehr. Er hangelt sich tief über dem Boden in Richtung Strasse und landet dann irgendwo im nirdendwo. Langer Fussmarsch… dachte ich aber wie es sich rausgestellt hat, hat er einen Farmer getroffen der ihn mitgenommen hat. Allgenmein sind alle freundlich hier aber es schockt mich schon manchmal, wenn man die Beifehrertür einer Autos das einem mitnehmen will aufmacht und dann dort neben dem Fahrer eine riesen Kanone auf dem Sitz liegt! Ist halt Florida wie mir gesagt wird, alles geht jeweils gut. Hahaha.
Nun da ich wie gesagt schon spät dran bin verlässt mich das Glück und die Thermik stellt allmählich ab. Zugleich kommt die Brise vom Golf von Mexico die reindrückt, 200m vor den letzten Wegpunkt muss ich landen.
76km war die Ausbeute, es läuft immer besser und ich tanke Selbstvertrauen. Hoffentlich komm ich mal früh raus dann……
http://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:christophh/6.5.2009/18:42
Donnerstag 7. Mai 2009
Dave ist immer noch im Spital. Alle arbeiten zusammen, ein super Teamgeist entsteht und alle helfen allen! So machts Spass.
Der heutige Task führt uns wegen dem Südwind in den Norden an den Lake Jackson, ein 90km Task.
Ich erwische es heute optimal und bin schon früh draussen. Ich fliege zusammen mit Othmar einem seit 13 Jahren in den USA wohnhaften gebürtigen Österreicher.
Es formern sich die prächtigsten Cumli wie eigentlich an jedem Tag und eine richtige Wolkenautobahn steht vor uns. Wahoooooo.
Schnell gehts über das Triangle of Doom und weiter in den Norden. Othmar und ich bilden ein gutes Team und wir kommen gut voran. Wir haben sogar Terry überholt, der vor uns den Startzylinder verlassen hat und haben ihn abgehängt.
Der 3te Waypoint ist über der Stadt Lake Placid, das umrahmt von Seen ist. Ein echter Challenge. Fast über dem Waypoint bildet sich wieder eine wunderschöne Wolke und wir können mächtig Höhe tanken. Terry flogt uns dicht auf den Fersen ist aber noch tief. Wir machen einen entscheiden Fehler und fliegen ein Feld das weit weg, fast zu weit weg ist an und zwischen den See liegt. Wir kommen so tief wie noch nie an. Nach kurzem Suchen und nur noch 180m Höhe finde ich die rettende Thermik. Othmar und ich kommen langsam aber sicher hoch. Es ist harte Arbeit, es geht aber nur bis 1300m. Wir entscheiden uns weiter zu fliegen. Wieder kommen wir tief an aber im Upwind einer mächtigen Wolke auf einem von der Sonne beschienen Feld, katapultiert es uns regel recht an die Wolke. Wir trauen uns nicht zu nahe an die Wolke und bleiben am Rand und umfliegen sie schliesslich. Im Gleitflug gehts in Richtung Ziel. Lake Jackson! Yes, das erste Mal alle Wegpunkte geschafft und das Ziel erreicht! Wir haben aber noch nicht genung und wollen den Hunderter voll machen. Wir entscheiden uns deshalb noch ein bischen in den Norden zu Fliegen. Die richtige Enscheidung, alles läuft wie am Schnürchen. Wir machen kehrt und fliegen aus retrieval Gründen zurück zum Ziel. Überglücklich, total müde und mit noch viel Höhe um zu spielen, Sate und Wingovere ich ins Ziel!
5.5h und 103km! Wir habens geschaft. Für Othmar und mich der erste Hunderter und das erst noch im Flachland! Florida Rocks!!!!!!
http://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:christophh/7.5.2009/16:02
Freitag 8. Mai 2009
Gute Nachrichten aus dem Spital, David gehts besser. Noch muss er aber im Spital bleiben.
Heute ist der letzte Tag des Comp und zwecks Feier am Abend gibts einen kurzen Task im Dreieck. Voll vom Selbstvertrauen von den letzten Flügen starte ich früh und erwische einen hammer 5m/s Schlauch direkt an die Basis. Ich will schnell sein, fliege voll Speed gegen den ersten Wegpunkt. Genau über dem Wegpunkt erwische ich mal wieder einen Schlauch und fliege full speed Crosswind gegen den 2ten Wegpunkt. Hier verliere ich ein Wenig Zeit und muss kurz suchen, finde aber wieder den Schlauch an die Basis. Wieder ist mir das Glück hold und ich erwische über dem 2ten Wegpunkt eine super Thermik. Ab Richtung Ziel im Gegenwind. Wieder vor mir formt sich eine Wolke, ich drehe aber nur knap auf und fliege full speed unter ihr durch und ins Ziel. Ich bin als erster dort und mit 1:15h für ein 30km Dreick auch schnell wie ich glaube.
Es stellt sich raus das mich nur Terry geschlagen hat, er hats in 1:03h geschaft. Mir ist klar wo ich die Zeit verloren habe, zwischen Waypoint 1 und 2 aber immerhin 2ter.
http://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:christophh/8.5.2009/16:55
Over all bin ich dritter geworden aus einem Feld von 20 Piloten, Wahoooo, was für eine Woche……
Das Towing ist für mich schon zur zweiten Natur geworden und das Flachland habe ich eindeutig lieb gewonnen.
Das Beste ist aber, das Dave heute Abend zurück gekommen ist aus dem Spital und mit uns gefeiert hat. Er war schon noch wackelig auf den Beinen aber er wird wieder genesen wie ihm die Ärzte gesagt haben.
Was für einen besseren Abschluss kanns da noch geben?
Hier die Bilder:
http://www.flickr.com/photos/christophh/sets/72157618107992650/
Grati Christoph
Du wie lange brauchte man generell bis man in der Luft war? Und wie wurde die Reihenfolge fürs Towing definiert? Nimmt mich noch Wunder, da ich mir vorstellen kann, dass man ja auch ein bisschen Glück haben muss in eine Ablösung gezogen zu werdend, oder nicht?
Ich hatte Tows bis 500m Höhe. In der Regel reichen aber auch schon knapp über 100m. Meine Erfolgsquote hat sich zwischen 70 und 80% eingependelt.
Je nach dem wie geübt der Tower war gehts schneller oder eben nicht. Würde sagen im Schnitt 10Min pro Tow bis der nächste dran kommt. Das ist natürlich auch von der Towhöhe abhängig. Man hat in der Regel ein relativ konstantes Steigen und kann Thermik recht gut unterscheiden. Ich wr echt überrascht wie einfach und zuverlässig das geht.
Nun das mit der Reihenfolge ist immer so einen Sache. Ülicherweise ist es nicht anders als am Berg, soblad einer rausgeht und wegkommt wollen plötzlich alle. Leming lässt grüssen! Wir haben jeweils eine Liste geschrieben wo man sich eintragen konnte. jeder kann natütlich immer mal einen schlechten Cycle erwischen. Wenn mans nicht schafft muss man sich am Ender der Liste wieder eintragen. Deshalb war ich am Anfang der Woche ein parmal recht spät dran.
Hoffe konnte deine Frage beantworten.
Hoi Christoph
Weiter alles Gute und viele Grüsse
Hey, coole Flüge! Herzliche Gratulation. Ich dachte immer, die Luft in Florida sei zu feucht und die Luft zu träge. Hätte nicht gedacht, dass man dort so gut XC machen kann
Thomas Kamps
Hallo Thomas
Die XC Bedingungen in Florida waren hervorragend! Da gibts noch einiges an Potential. Auch Deltas fielgen hier gewaltige Strecken. Manchmal bildet sich aus den Südostwinden vom Atlantik und den Südwestwinden vom Golf von Mexico eine Konvergenz in der Mitte von Florida. Die Konvergenz ist dann durch ein gewaltiges fast überentwickelndes Wolkenband sichtbar. Hab das nur einmal am späten Nachmittag gesehen. Wenn mann da drunter kommen könnte……