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Nicht grad mein Tag

Gestern war ein wunderschöner Tag, wie viele andere hab ich mir einiges von diesem Tag versprochen und sogar freinehmen können. Was dann aber folgte, war Frust pur wie schon lange nicht mehr. Immerhin ist der Abend halbwegs versöhnlich ausgegangen und hat etwas für die verhauenen Streckenpläne entschädigt.

Nun, irgendwie hab ichs geahnt. War ja eigentlich auch recht offensichtlich, wenn ein Tag so wunderschön sonnig angesagt ist und ausnahmslos jede Prognose zum Schluss kommt, dass sich bis am Abend wenig bis gar keine Quellwolken bilden werden, dann ist eigentlich klar, dass die Schichtung eher stabil sein wird. Und da die Nacht zuvor auch klar war und wenig Wind herrschte war auch mit nem Kaltluftsee zu rechnen. Es dann eher im Gebirge als im Halb-Flachen zu versuchen wäre nur naheliegend gewesen.

Wie auch immer, ich schlage alle Zweifel in den Wind und stehe um 9:30 Uhr auf dem Gummen im Engelbergertal, gute Sicht mit nem schönen Blick auf ne deutliche Inversionsschicht. Erst mal warten. Mittlerweile bin ich nicht mehr ganz allein, noch andere wollens von dem Hügel versuchen. Ausgerüstet für ein Leben in der Luft hab ich um 11 Uhr die Warterei satt und spiele mal als erster den Thermik-Dummy. Natürlich gehts grad unter die Inversion, dort kann man sich halten, wieder rauf durch die Inversion, keine Chance.

Ich darf dann natürlich einige Zeit lang alleine üben, was mir nicht ungelegen kommt, den das Steigen ist nicht eben stark und grossflächig. Als dann doch einige weitere starten, ists bald aus mit meiner Geduld und ich lande nach etwa ner Stunde Flug total, aber wirklich total gefrustet in Wolfenschiessen.

OK, Streckenfliegen abhaken, muss ich den Tag halt wieder mal mit Acro zu retten versuchen. Immerhin ne gute Gelegenheit, den Seven zu testen, welchen mir Philipp ausgeliehen hat. Um 13 Uhr mit Sack und Pack zurück nach Luzern, dort hab ich ne knappe halbe Stunde Zeit, um nach Hause zu rennen, den eine Rucksack zu deponieren und den anderen mitzunehmen. Das reicht wie immer gut, ich kann schon im noch stehenden Zug das gewohnte Notschirm-Tauschprozedere beginnen. Aber Scheisse, wo hab ich den Notschirmgriff? Ahhh nein, zu Hause vergessen, das gibts nicht! Was machen, der Zug fährt in ner Minute… Also die ganze schon ausgepackte Ausrüstung zum Zugsfenster raus aufs Perron und selbst schnell auch noch, immerhin, es hat gereicht.
Erfreulicherweise ists noch möglich, das ganze ungepackte Gerödel im Bahnhof in ner Ecke zu stapeln, ohne dass einem was geklaut (oder von nem Bomben-Entschärfungsroboter gesprengt :-) ) wird, während dem ich nochmals nach Hause renne, um auch den einsamen Notschirmgriff mit auf die Reise zu nehmen.

Gut, um 16 Uhr bin ich endlich am Ziel, an meinem Notnagel für solche Fälle, wieder einmal, dem Brändlen. Auf der Westseite drüben hängen sie immer noch auf der gleichen Höhe, auch vom Haldigrat fliegen einige runter, der Talwind ist ausgesprochen schwach, war wirklich nicht das ideale Thermikfluggebiet heute.

Aber egal, das muss mich ja, zum Glück, jetzt nicht mehr interessieren ;-) Zuerst mal einige Flüge an meinem Sonic runter ins Tal und die Stimmung ist schon wieder besser. Mittlerweile ist die Luft recht ruhig (noch ruhiger ;-) ), möchte jetzt mal den Gradient Seven 19 von Philipp versuchen.

Hier ein kleines Berichtli über den Schirm: Der Schirm hat unummantelte Leinen, was ich beim Auslegen etwas mühsam finde, beim Streckenschirm ists mir egal aber grad bei nem Acroschirm seh ich nicht so ganz, was das soll. Obwohl, schlussendlich erweist sich das anfängliche Gewirr meist als doch nicht so wild.
Also in die Luft damit, starten tut er leicht. Grad als erstes fällt mir auf, dass sich der Schirm auffällig brav anfühlt, er liegt sehr ruhig in der Luft, keine grossen Bewegungen der Kappe auch wenns mal etwas unruhig wird, der Sonic ist da anders. Würde sagen vergleichsweise sehr einfach zu fliegen.
Also raus und als erstes, wie gewohnt, mal nen Sackflug um etwas abzuschätzen, wie sich das Ding den so verhält. Naja, nicht problematisch, über die Querachse neigt der Schirm etwas mehr dazu, sich zu verbiegen, aber problematisch ists nicht. Aber das Handling ist doch recht unterschiedlich im Vergleich zum Sonic, deutlich höhere Steuerdrücke und längere Steuerwege, fast etwas traktorig und ne Kraftsache.
Ich hoffe, dass sich der Schirm für mich als gut helikopterndes Soaringspielzeug eignet, also mal Heli versuchen. Und da werd ich überrascht, das Ding helikoptert für meinen Geschmack wirklich schlecht! Obwohl der Schirm wie gewünscht dreht (allerdings nicht grad schnell), hab ich nie das Gefühl, dass die vorwärtsfliegende Seite jemals angefahren wäre (auch mit verschiedenen Tricks wie richtig schiessen lassen, nach aussen liegen…), es stellt sich nie ein halbwegs stabiles Fluggefühl ein und zudem sind die Steuerdrücke viel grösser. Das hab ich so gar nicht erwartet, bin ich vielleicht etwas zu leicht…? Kann ich mir nicht vorstellen. Ist der Schirm vertrimmt…? Der Leinensatz soll noch recht neu sein, auch unwahrscheinlich.
Zu SATen ist der Schirm allerdings gut und einfach.
Kurz und gut, kein Vergleich zu meinem Sonic. Vielleicht ists nur Gewohnheitssache, aber mir gefällt das Verhalten meines geliebten Sonic viel besser. Wenn jemand allerdings nen Spasschirm sucht um etwas zu Wingovern und rumzu-AsySATen, dann findet er hier ein schönes Spielzeug.

OK, nach 2 Flügen mit dem Seven reichts mir. Glücklicherweise hat Benno mittlerweile auch den Weg an den Brändlen gefunden und ich darf ein Flügli an seinem SOL Supersonic 17.3m^2 machen. Und was soll ich sagen, der Schirm macht einfach Spass! Alles fühlt sich gewohnt an und verhält sich auch so, ich trau kich schon auf dem ersten Flug vieles und fast alles funktioniert auch auf Anhieb! Helikoptern ist grundsätzlich gratis, er dreht wunderschön stabil und schnell (der Schirm ist auch etwas kleiner und die Leinen sicher etwas weniger vertrimmt als bei meinem), ich fühl mich sofort total wohl.

Irgendwie liest sich der Bericht mittlerweile wie ne SOL-Reklame… Aber die Leute machen offensichtlich einfach nen tollen Acro-Schirm.

Ich fang langsam echt zu zweifeln an, wie weit mich die Streckenfliegerei noch begeistert. Schlussendlich frustet mich die ganze Sache in letzter Zeit eher und s’Acrofliegen macht jeweils Spass… Aber keine Sorge, so schnell geb ich noch nicht auf… ;-)

Uersel Acro, Geräte , , ,

  1. 8. Mai 2009, 14:03 | #1

    ich glaub ich kenn den hügel im hintergrund…;-)

    bist du am testival im emmetten anzutreffen? muss noch einiges probefliegen. sonntag dort.

    bruno

  2. 8. Mai 2009, 14:18 | #2

    Was ists fürn nen Hügel? Kenne den nicht so auf Anhieb. Mt Gros?

    Denke es gehen einige. Wär schon ne halbwegs gute Variante für das kommende Wochenende, grad bei dem Wetter. Janine sicher, aber auch einige vom pgzh (die du nicht kennst ;-) ). Und ich möchte u.U. am So gehen, haben, wies scheint, nen FLX dort. Gehst Sa oder So?

  3. 8. Mai 2009, 14:45 | #3

    müsste organya sein… hinter bem hügel hat’s noch ne go-cart bahn.

    ich bin sicher am sonntag dort. vielleicht schon am samstag abend um die vorträge von anja kroll zu hören und ein wenig fachsimplen. mal schauen wie viel ich schon vergessen habe :-)

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