Bahnkampf in Fanas
Obwohl wir generelle Abneigung zum Bahnkampf haben. Und Wömbi schon drei Plätze reserviert haben. Gingen wir mal dort hin. Schon in Lanquart kam es zu einem Klassentreffen
So war mal wieder zu sehen wie klein die Szene ist.
Bei der Bahn war es ein gestürm wer wie nachrücken kann. Dort hab ich mich besonders geärgert, da solche die nicht reserviert hatten vor den reservierten rauf konnten. Obwohl mir das eigentlich noch egal war aber einer Drückte einfach rein obwohl man sich geeinigt hat, dass ein anderer gehen kann. Solches Verhalten verstehe ich einfach nicht.
Als wir raufkamen startete Sigel schon bald und machte mal den Winddummy. Bis wir parat waren war die erste Gruppe schon am Stelserberg. Das demotivierte uns schon ein bisschen… Und als wir raus kamen, war schon der Startschlauch vollgestopft. Am Anfang wollten Sebi und ich schön mitdrehen, doch der Thermikkern wurde so schlecht zentriert, dass uns ganz anderst wurde. So hatte ich mal genug und riss mich recht agressiv rein und drückte nen paar Jets raus und so konnten Sebi und ich mal einen Grossenteil hinter uns lassen.
Wir kamen recht zögerlich weiter, denn die Thermik war nicht die stärkste und auch sehr zyklisch. Heute war ein Tag, da konnte der der 50m Höher ankam wegziehen und der untere musste parken oder weitersuchen. So erreichten wir mal Klosters und und nach dem üblichen Eckpunkt querten wir nach Davos. Dort angekommen kam Sebi sehr schnell ins Schanfigg und ich war im unteren Ende der Blase am rausfallen. Zum Glück sah ich wie eine tiefere Gruppe rasch höher kam und so konnte ich auch rüber ins Schanfigg.
Im Schanfigg änderte sich das Fliegen nen bissle, dort war stetes Beschleunigen angesagt. Sebi konnte schön Höhe sammeln und kam viel Höher weg vom Schanfigg. Doch interessanterweise, kamen wir etwa gleich Hoch wieder auf der Calanda seite an. Ich kann nicht sicher sagen ob er schneller querte und so die Höhe verlor oder ob er mehr Sinken hatte. Interessanterweise zog der Calanda super und ich dachte mir dort würden wir verblasen vom Talwind. Der Calanda war ein sicherer Wert und wirklich stark.
Bis zum Flimserstein musste man immer sauber Höhe tanken und kam immer wieder tief an. Da Sebi mir davongezogen war, konnte ich ihn von hinten Beobachten und seine Linie einschätzen. Als ich sah wie er über Laax runtergewaschen wurde, dachte ich mir schon, dass es für ihn zu Ende war. Doch wie er so ist, kämpfte er sich über dem Wald im Flachen wieder hoch. Der Typ ist einfach nicht gemacht um am Boden zu laufen
Ich hab mir schon vorher überlegt zu kehren, da es schon nach vier Uhr war und ich mir noch ca. 2h Thermik einrechnete. Doch als ich wieder zum Flimserstein kam, konnte ich kaum Höhe machen und ging halt weiter. Beim nächsten Wald, flog ich viel zu nahe am Gelände und ärgerte mich das es mich mehr rumriss als raufriss, als ich genug hatte, dachte ich flieg ich halt nen bissle raus und dann beamte es mich regelrecht gen Himmel. Das war der stärkste Schlauch des Tages. Über dem Calanda konnte man nochmals so richtig Höhe machen und einfach über der Kette entlangfligen ohne gross Höhe zu verlieren. Ebenfalls hatte man nun Rückenwind von ca 10-15km/h und so kam man sehr schnell vorwärts.
Die Querung des Rheintales dachte ich mir wird hart, da ich sicher vom Talwind gebremst werde doch wollte ich vorhalten, dass ich im Notfall noch mit dem Wind an eine Prallkante fliegen konnte und dort aufsoaren. Doch auf der anderen Seite angekommen lies sich der Talwind nicht bitten und war einfach nicht da. So konnte man sich nur in schwachen Thermiken den Felswänden raufhangeln. Beim Falknis kam ich mir wie an den Dolomiten vor, wo man möglichst nahe fliegen musste damit man noch ein bisschen rauf kam.
Leider war die Thermik jetzt gänzlich eingeschlafen und ich konnte mich noch ein bisschen Richtung Lichtenstein bescheissen. Dort traf ich einen Adler der ganz gemütlich nen bissle den Sonnenuntergang genoss und einfach rumchillte. Er beobachtete mich und dachte sich vermutlich wie uneffizient ich da rumflog
Der Rückflug war jetzt nur noch Formsache, da man wirklich gut vorgleiten konnte. Sebi kam leider Tiefer an und konnte sich nicht mehr hocharbeiten und landete in Malans.
Lustigerweise traffen wir wieder den Stivi und hatten noch ne easy Quasselrunde bis wir zuhause waren.
War ein wunderschöner Tag und obwohl man die Standartroute flog, war es für mich ein spezielles Erlebniss, da ein grosser Teil der Route neu für mich war. Nur wünschte ich mir mehr Speed damit man einfacher gegen den Wind ankommt…
Fotos: Domi
S Pissbild isch witzig