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Riederalp race

Nach einer kurzen Nacht und einer SMS Besprechung während der Heimfahrt entschied vor allem Sebi, dass wir schon wieder ins Wallis gehen. Doch warum, überall hat es Restfeuchte und es soll schon bald wieder Überentwickeln. So hofften wird, dass das Walliser Biotop, dass ja meistens schön Abgekoppelt ist, am längsten trocken bleibt.

Irgendwie waren Jan, Sebi, und ich sehr motiviert und als wir zum Startplatz liefen gingen schon zwei schön gestreckte Schirme in die Lüfte. Aye wir sind ein bissle spät! Interessanterweise waren heute schon etwa fünf andere Gleitschirmler mit uns raufgefahren und es sollten nicht die einzigen bleiben.

Als wir raus starteten, zog Sebi grad in der Thermik ab die am Startplatz abzog. Jan hatte ein bisschen mehr Mühe und ich kämpfte mich auch nur langsam gen oben. Jetzt wurde mein Ehrgeiz geschürt und ich setzte mir zum Ziel die drei vor mir liegenden einzuholen. Es wurde ein sehr interessantes taktisches Spiel. Wobei ich Sebi immer einigermassen im Sichtfeld hatte, konnte ich ihn bis Fiesch gut beobachten. Doch kam ich nicht an ihn heran. Die Wettkämpfer waren aus meinem Gesichtsfeld entschwunden. Doch als ich ein bisschen Höhe machte zog die Thermik gut und man konnte super der Waldkante eher über dem Wald gasen und verlor kaum an Höhe. So gelang es mir die Lücke zu Sebi langsam zu schliessen. Ich Querte direkt kurz vor Fiesch nach Bellwald und dort holte ich wieder ein Stück auf, so dass ich nur noch etwa eine Thermik hinter Sebi war.

Die Thermik war im Goms wieder einmal sehr stark, hatte sogar beim drehen mal einen Totalverräumer aber nach Delphinieren und nur das beste Steigen nehmen, schlossen Sebi und ich zu den zwei Piloten immer mehr auf und hatten sie in Oberwald fast eingeholt.

Wir konnten erstaunlich nah zum Grimsel fliegen, doch hat man bei den anderen gesehen, das sie in den Grimseler gekommen sind und mit einem rechten Speed wieder zurück gleiteten.

Somit noch die letzte Konvergenz nehmen und kehrtum. Nun hatten wir die zwei im Visier und fingen an richtig weiter zu pushen. Interessant war, dass der Omega immer sehr weit im Tal flog und der Boom6 immer ganz nahe am Hang. Auch war der Omega immer sehr tief und hatte eigentlich immer lowsafes ;) während der Boom aufdrehte und dann sich so weit zurückversetzte das er im Lee der Schläuche alle Höhe wieder rasant Vernichtete. Wir waren etwa in der Mitte von beiden und ich denke das war echt die beste Lösung. Bei Bellwald zogen wir an ihnen vorbei und delphinierten bis zur Riederfurka.

Es machte so enorm Spass mit Sebi vorwärtszupushen das in mier schon die Hoffnung aufkam heute die 200km Marke zu erreichen. So hofften wir beide das nach der Riederfurka eine optimale Wolkenstrasse sich uns präsentierte. Doch leider war das nur ein Wunsch. Der Nordwest zeigte sich nach Raron in voller Stärke. Dieser kam über Leuk und unterstützte den Talwind enorm. Wir glitten teils mit Gleitzahl 1:2 und knapp 20km/h vorwärtsfahrt dahin. Und hier hatten wir vermutlich nicht schnell genug von Racen auf Höhe umgeschalten. So kamen wir bei Jeizinen sehr tief an und ich noch nen bissle tiefer als Sebi. Er drückte sich noch um die Ecke und ich fand mich in nem rechten Lee und kehrte, da es mir zu gefährlich wurde.

Ich hatte im Goppensteiner Tal noch ein Strafsoaren, wobei ich einer liebelei zweier knapp, doch eher sehr wenig bekleideten mitwohnen konnte. So machte ich noch ein Gameover Spiel zu Ende und lies mich bis nach Visp verblasen, dann schwups ins Saastal und wieder nach Riederalp.

Sebi wiederum holte noch enorm viel raus und nach Leuk lief es wieder wesentlich besser, hut ab von dieser Leistung, den der Wind machte alles sehr taktisch. Leider kam Jan uns am Anfang nicht ganz nach aber er flog auch wieder ein über 100km Flug und kann in seiner ersten Saison schon drei an die Wand schreiben.

Und wie wir gehofft hatten blieb es ewigs lange trocken und es entleerte “nur” in der Region Sierre. Alles in allem war es für mich der Hammer mal so nen bissle racen im Goms und es hat heute wieder mal enorm Spass gemacht!

Flüge: Domi / Jan / Sebi
Fotos: Domi (von Fr.)

Skydive Cross Country , ,

  1. Thomas
    4. Mai 2009, 09:27 | #1

    Hoi Dominik
    Ja, liest sich gut :-) und im Wallis hat es wohl andauernd gute Verhältnisse. Glückwunsch an Euch zu den langen und weiten Flügen. Das mit dem Strafsoaren und der Liebelei klang auch recht interessant. Existieren Luftaufnahmen? Ich war im Prättigau und auch dort war es gut – eigentlich besser als vorausgesagt.
    Lieben Gruss
    Thomas

  2. Skydive
    Skydive
    4. Mai 2009, 10:09 | #2

    @Thomas
    Hey Thomas.
    Jep wir müssen nun auch wieder mal nach Fanas! Fanas ist halt immer blöde für kurzentscheide, wegen der Reservierung… Schöner Flug haste gemacht.

    Leider hatte ich bei diesem Flug sehr viel zu arbeiten und hab nur kurz im Goms zwo drei Fotos gemacht. Beim Liebespaar war es enorm ruppig und ich musste den Schirm offen halten.

    Lustig ist, dass ich dachte jetzt müsste ich mal Wasser lassen, doch da ich nahe am Gelände war wollte ich schauen wo ich hinpinkle und dann hab ich die entdeckt :D zum Glück hab ich noch geschaut, wäre wohl noch unapetitlich für die geworden :D

  3. Thomas
    4. Mai 2009, 11:20 | #3

    Hoi Domominik. Ja, das wäre dann im Blick gekommen: “Liebesspiel durch Gleitschirmflieger abrupt beendet…” Ich wage nicht, mir es vorzustellen. Saludos :-) Thomas

  4. Marcel
    7. Mai 2009, 14:10 | #4

    Hallo zäme. lesen sich wirklich interessant eure Berichte. Bin noch Rookie und weiss nicht was ihr mit “delphinieren” und “Totalverräumer” meint…
    Weiterhin gespannt auf eure Flugberichte! respect, marcel

  5. Skydive
    Skydive
    7. Mai 2009, 22:02 | #5

    @Marcel
    Hey Marcel.
    Delphinieren bedeutet so viel, dass man einfach geradeausfliegt und wenn es steigt bremst man den Schirm an ohne einzudrehen und wenn man in Sinken kommt, dann wird beschleunigt, damit man schnell aus dem Sinken wieder draussen ist.
    Der Totalverräumer war bei mir so, dass ich nachzentrieren wollte, doch hab ich ein bisschen geschlafen und dann kassierte ich einen asymetrischen Frontklapper der sehr dynamisch wiedergeöffnet hat und natürlich war der Schirm nicht mehr über dier sondern hinter und verdreht. Ebenfalls ist das in der Thermik nen bissle anderst als in ruhiger Luft wenn man einen Frontklapper zieht.

    So hoffe einigermassen verständlich ;) viel Spass bei deinen ersten Streckenversuche.

  6. Marcel
    12. Mai 2009, 10:36 | #6

    achso, alles klar jetzt :)
    mit langen strecken wird wohl nichts die nächste zeit, bin erst am brevet und flieg noch nen 1er ;-)
    aber ich hol mir schon mal ordentlich appetit bei euch, die berichte lesen sich sehr süffig.

    weiter so und allzeit happy landing!

  7. 12. Mai 2009, 23:44 | #7

    Muss nicht lange gehen bis zu den ersten grossen Strecken, wenn du erst mal das Brevet hast. Jan hat das Brevet im August ‘08 gemacht und fliegt dieses Jahr eigentlich seine erste wirkliche Saison.

    Und dass sind seine Flüge!

  8. Marcel
    13. Mai 2009, 10:46 | #8

    ohh alle achtung, da sind ja schon beachtliche strecken dabei! würde mich wunder nehmen ob er die 50er oder 100er km marke auch mit seinem mojo2 hätte knacken können.

    auf jeden fall *vorfreu*

  9. 13. Mai 2009, 12:18 | #9

    @Marcel
    warum nicht. Ich denke die Streckenflüüge entstehen zuerst im Kopf und dem Willen wegzufliegen. Also 50km schaffste auch bei nicht super Verhältnissen. Es wird dann halt schwerer wenn der Wind eher dir ins Gesicht bläst oder sonstige Hindernisse dazukommen.
    Doch wie immer zu sehen ist, sind die Entscheidungen meistens viel viel viel Wichtiger als 0.5 Punkte mehr Gleitleistung oder 10km/h mehr Speed.
    Es wird einfach generell einfacher wenn man mehr Reserve, durch mehr Leistung hat. Finde ich.

    Der Punkt mit der Entscheidung sah man gut zwischen mir und Sebi an diesem Tag, wir kamen sehr tief bei Jeizinen an und er hat weitergekämpft wo es mir nicht mehr so passte, schwups, 60km mehr aus dem Tag geholt. Auch hat er eine andere Linie gewählt gegenüber dem Boomerang6 Pilot, schwups, der ist abgesoffen und er hat nochmals 65km mehr herausgeholt und das Dreieck geschlossen. Also die Pilotenentscheidungen sind immens wichtig! Und die Leistung vom Factor gegenüber dem Boom6 sind schon sehr unterschiedlich! Besonders da an diesem Tag doch teilweise starke Gegenwindbedingungen herrschten.

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