Scuol-Schanfigg Panoramaflug
Da der Montag ja nach Hörmann ein Hammertag werden sollte, überedeten mich Urs und Sebi auf einen Abstecher nach Scuol. Ich war mir nicht ganz sicher, da doch ein zügiger Ostwind vorausgesagt worden war. Da die Zugsfahrt ja ewigs lang ist, eigentlich nicht länger als nach Fiesch
konnten wir mal alle Dreiecke durchbesprechen, die wir am Vortag zuhause geplant hatten. Wir hatten Dreieicke von 140-260km im Programm und dementsprechend waren die Erwartungen an den Tag sehr gross.
Doch als wir in Scuol ankamen sah ich in den Himmel und dachte mir, dass die Wolken doch recht ziehen! Janu es wird schon gut, die Wolken deuten ja auf gut ziehende Thermik. Oben angekommen rüsteten wir uns aus, mit Ballast und U-Kondom. Am Startplatz super Aufwind der vom Ostwind unterstütz wurde.
Und dann ging der Krampf los. Raus um ca. 10:00 und wir konnten uns so einigermassen in den kleinen Ablösungen halten. Es hat sich eine schöne Thermikordnung gebildet wobei Sebi über uns wachte und ich die Bäume inspizierte wobei Urs meinen Schirm von oben bestaunte
Nach gut einer dreiviertelstunde versagten bei Sebi die Nerven und er glitt sehr tief mal nach Osten. Kurz darauf von Urs gefolgt der jedoch deutlich höher wegglitt. Just in diesem Moment erwischte ich eine einigermassen kräftige Blase und nachdem ich diese Ausgedreht hatte glitt oder bessergesagt gurkte ich auch nach vorne. Mit nur etwa 25 im Trimm und dann nen bissle mehr im Speeder kam ich grad unter der ersten Krete an und konnte mich wieder im Lee dort raufwürgen. Zwischendurch ist Sebi sehr tief über Scuol angekommen und Urs schon wieder zurück geflogen nach Motta Naluns. Urs entschied sich einzulanden und ich tat es ihm gleich. Wir verfluchten den Tag und den starken Ostwind.
Als Sebi wieder oben war, sollte der eigentliche Tag beginnen. Wir entschieden uns nach Westen nach St. Moritz zu fräsen. Da ich ja immer der langsamste im Steigen bin, ging ich gerade als erster raus. Und es katapultierte mich richtiggehend gen Basis. Die anderen bekamen unten durch die Ablösung grad ne Abwindphase und ich parkierte mich mal unter der Wolke bis sie sich auch oben heraufgearbeitet hatten. Denn für mich ging es um nix mehr nur noch mit Freunden fliegen. Als alle einigermassen oben waren zogen wir Richtung Flüela. Wir hatten Schon gut 3000m doch jetzt stieg es nicht mehr wirklich. Urs zog recht Beschleunigt an mir vorbei und hielt sich eher nahe am Gelände auf und wurde sehr Stark runtergespült. Somit zog ich ein bisschen mehr in die Talmitte. Sebi konnte ich hinter mir nicht mehr ausmachen. Doch der drehte in der Mitte des Tales!?!? Jenu dann raus und prompt ging es schön rauf bis knapp 3500m. In der Zwischenzeit suchte ich den Boden nach Urs ab und dieser fand ich sehr Tief aber in einem Schlauch drehend. Yeah er wird es wieder schaffen. Unterdessen glitten wir fast auf der Südseite gen Zernez um den Spülgang des Flüelenpasses zu Umgehen. Als ich wieder nach hinten Kuckte sah ich Urs wieder in beachtlicher Höhe und freute mich das er wieder bald zu uns aufschliessen wird. Nach dem Flüelenpass wurde das Engadin noch höher. Eigentlich war es so wie wenn man von Fiesch ins Goms fliegt. Ich kam recht tief nach Zernez an und dachte mir schon das es fertig wäre, da die Wälder hier sehr licht war und noch viel Schnee lag. Doch weit gefehlt hier kamen die stärksten Thermiken des Tages. Ich hatte eine rechte Arbeit, den Schirm offen zu halten während es mich schnell gen Basis prügelte. Aber man nimmt ja fast alles in Kauf um wieder mal in die Höhe geführt zu werden auch wenn es nicht immer ein Genuss ist.
Und ab jetzt ging es mehr oder minder sehr gemütlich nach Samedan. Dort mussten wir ein bisschen ins FIZ reinfliegen, doch sollte alles im Grünen sein, da ich 300m Geländeabstand eingehalten hatte und als ich weiter weg war, in der Toleranz von 5% in der Vertikalen des FIZ war. Sebi war generell Höher und sollte keine Probleme haben. Ja und wo war Urs. Ich schaute mich um und konnte ihn nicht Finden. Wie sich herausstellte wurde er in der Schikane zwischen Sagliains und Zernez runtergespült und wurde kurz vor Zernez gestrandet. Während dem Sebi an der Basis war flog er mal Richtung Bergün über den D’Alvra Pass. Ich hatte mir schon vorher überlegt, ob es echt möglich wäre die tief verschneiten Pässe zu queren und der verrückte Hund machte das jetzt. Janu somit alle Höhe rauskitzeln und ab über den Pass. Für mich war das eines der Highlights des Fluges, solche Pässe sind für mich immer sehr Beeindruckend und speziell war, dass wir ja keine Ahnung hatten wie es so drüben aussehen würde. Als wir rüber flogen, trafen wir mehrere Segler denen wir lieb grüssten und die einten sogar zurück winkten
Wir flogen durch wirklich tief verschneite Landschaft. Es hätte zwar Landeplätze gegeben, doch hätte man einen umständlichen Heimweg in kauf nehmen müssen.
Über Bergün angekommen, sah die Wolkenlandschaft schon deftigst anderst aus. Im Osten sehr grosse Abschattungen und für mich mächtige Wolken und im Osten über Davos kaum was. Und geradeaus über Arosa sah es wieder freundlicher aus. Somit musste man sich hier entscheiden. Wir kamen auf gleiche Höhe und Sebi erklärte sein Funk gehen nicht mehr. Aha darum wollte er nicht mit mier Reden
Wir schrien noch, dass wir nach Fanas wollten und der rest war mit Handzeichen. Wobei er nach Osten über die Lenzerheide wollte und ich eher über Arosa. Doch wir einigten uns dann für Arosa. Wir glitten relativ tief über den Valbella Furgga (2468m) rüber Richtung Arosa. Kurz nach dem Pass wurde mein Puls wieder höher, denn grad nach dem Pass kam eine Ebene und ich war mir nicht ganz sicher ob ich mit dem Gleiten darüber kam. Und falls nicht würde glaub nur die Rega mich hier abholen können. Doch wie es ja meistens so ist, klappte auch dieses und wir glitten mit Umweg über ein Lee nach Arosa. Nach kurzem suchen konnten wir den Schlauch ausgraben und stiegen wieder Empor.
Doch nun kam der Fehlentscheid. Wir glitten ins Schanfigg und peilten etwa die Mitte an. Blöd war nur, dass es dort sehr blau war, doch dachte ich mir am Anfang wird das Tal überspült und hinten sind wir zu weit hinten
Als wir in der nähe der sonnenbeschienen Seite ankamen wurden wir so richtig in einem Spülgang runter gewaschen. Wir landeten schlussendlich gegen den Hang in Castei.
Wir waren noch am lamentieren wo wir besser durchgeflogen wären, doch nichts desto Trotz war es ein hammer Flug, da wir gar keine Erwartungen mehr hatten und wirklich schön gefreestyled hatten.
Hoi Dominik
& tolle Fotos. Interessant ist doch, wie man es dann plötzlich noch mehr geniessen kann, wenn die selbst gemachten Erwartungen weg sind, und alles wirklich nur noch ein Genussflug ist. Dieses gute Wetter setzt einen ziemlich unter Stress immer das beste herauszuholen 
Ja, klingt echt gut
LG, thomas
Han übrigens no realisiert das de pass d’alvra uf guet dütsch albula pass heisst