Testbericht Niviuk Peak
Da ich seit recht genau einem Jahr mit dem Teil unterwegs bin und, wie’s scheint, doch einige Piloten auf den Frühling hin einen neuen Streckenschirm suchen, schreib ich hier mal etwas zu meinen Erfahrungen mit dem Peak. Leider fehlt es mir etwas an Vergleichswissen, aber nichts desto trotz…
Ich fliege den Niviuk Peak in der Grösse 23 (70-85kg). Das Fluggewicht variert etwas, siehts nach einem gemütlichen Tag aus, so bin ich meistens mit nicht ganz so vielen Kleidern bepackt und nehme auch keinen Ballast mit, was dann auf ein Fluggewicht von etwa 83-84kg rausläuft. Gehts zum Streckenfliegen, dann immer dick bekleidet und mit gefülltem Wasserballast, den ich aber vor dem Start meistens wieder bis zur Hälfte ausleere…
Schlussendlich sinds dann so um die 88-89kg.
Ich bin vor allem während des letzten Frühlings und Sommers einige Stunden unter dem Schirm gehangen, während dieses Winters (vergessen wir mal den Februar) eher weniger. Aber genaueres steht in meinem Profil und natürlich im Blog selbst
Zum Schirm
3 Leinenebenen (3,3,3+Stabi), ne recht hohe Streckung von 6.6. Alle Kappenteile sind aus 40 grämmigem Tuch, die Eintrittskante wird stabilisiert durch massive Mylars und RigidFoil-Stäbchen auf der Oberseite. Einige der äusseren Zellen sind geschlossen, zusätzlich dazu auch die mittlere Zelle, was, wie ich gehört habe, Klapper begrenzen soll (…keine Ahnung, ob das stimmt…). Ansonsten ist der Lufteintritt recht konventionell, keine weiteren irgendwie gearteten Verengungen u.s.w.
Die Tragegurte machen auch nen unkomplizierten Eindruck, 3 kommune Bändel ohne komplizierte Umlenkungen und Einzelaufhängung jeder Stammleine, keine Trimmer. Was ich allerdings bei so nem Schirm nicht ganz verstehe: Die Tragegurte sind breit, wie man’s sich gewohnt ist von nem Einser. Nicht dass ich das sonderlich schlimm finde, ist für mich nur nicht wirklich logisch. Jedes Detail der Kappe wird hinsichtlich Performance optimiert, beim Tragegurt aber ists einem dann scheinbar recht egal…
Zur Befestigung der Bremsen verwendet Niviuk die Kunststoff-ummantelten Magnethalter, sind OK, haben sich beim Artik schon bewährt. Die Bremsgriffe werden zwar mit Wirbel, im Gegensatz zum Artik aber nicht mehr mit den Querstegen (Niviuk nennt diese “ErgoXC-Handles”) geliefert, meiner Meinung nach kein grosser Verlust (allerdings zum Acrofliegen sind die Dinger doch gut zu gebrauchen).
Zu den Leinen: Diese sind unummantelt und aus Dyneema, bis auf die 2 inneren A- und B-Stammleinen und der Bremsstammleine einer Seite, die sind ummantelt und aus Aramid. Einfach, oder nicht? Na gut, auf dem Leinenplan wird’s deutlicher.
Niviuk hat, analog zu Gin, Probleme bezüglich Schrumpfung der Dyneema-Leinen bei den Icepeak XPs und den Peaks gemeldet. Dies hat sich in einzelnen Fällen scheinbar darin geäussert, dass zwischen B- und C-Ebene Falten aufgetreten sind und Schirme beim Ohrenanlegen in den Sackflug gefallen sind. Weiter sind bei solchen Problemen natürlich auch immer die bekannten Anzeichen des sich verschlechternden Startverhaltens und der sich reduzierenden Fluggeschwindigkeit zu beobachten.
Natürlich sind Trimmänderungen während der Lebensdauer eines Schirmes normal und nicht wirklich beunruhigend und natürlich sollte man unummantelte Leinen nach nem Jahr wechseln. Aber da man jetzt von den Problemen weiss schadet etwas Sensibilität sicher nicht, so gibts keine Probleme und der Schirm ist rechtzeitig beim Check.
Ich habe nach nem Jahr auch langsam das Gefühl gehabt, ein etwas verändertes Verhalten festzustellen und hab vor nem Monat mal die Leinen ausgewechselt. Das hat auch grad das (allerdings nicht nachgewiesene) Problem von potentiellen Festigkeitsveränderungen bei übertriebener Annäherung an Skikanten behoben. In erster Linie zu meiner Beruhigung
Genug der Details, hin zu den Eindrücken betreffend Material: Die Qualität ist wirklich gut, durchwegs gut verarbeitet und auch schön anzusehen, Respekt, da gibts wirklich nichts zu bemängeln!
Was einfach zu bemerken ist: Der Peak ist definitiv nicht mehr der Schirm, den man am Start hinschmeisst, aufzieht, 5 Minuten den Hang runterhobelt, schnell zusammenlegt um danach wieder auf den Berg zu rennen um zu einem 4., 5., 6. Flug zu starten. Der Start ginge ja noch, durch die wenigen Leinen gibts nicht wirklich viel auszulegen, aber nach der Landung ist Feinarbeit angesagt, ansonsten lässt sich die Kappe als erstes mal gar nicht auf ein vernünftiges Packmass zusammenlegen! Und zudem liegt einem ja noch das eine oder andere Konstruktionsmerkmal am Herzen, was man nicht einfach mit ner schnellen Packerei kaputtmachen möchte… Nein, es ist ein reinrassiger Streckenschirm, den möchte man nur einmal am Tag zusammenlegen ![]()
Um die Packerei etwas zu beschleunigen und die Mylars und das RigidFoil zu schonen, hab ich mir zwei Klammern zugelegt, mit denen ich die Mylars beider Seiten fixieren kann. Das System hat sich recht gut bewährt, sowohl bezüglich Packzeit und -volumen als auch bezüglich Packen bei stärkerem Wind. Die bekannten XCertina-Säcke kenne ich nicht, scheinen ihren Zweck aber auch zu erfüllen. Auf jeden Fall macht einem eine dieser Packhilfen das Leben erheblich leichter.
Verhalten beim Start
Ich weiss noch, als ich den Schirm das erste Mal ausgelegt habe, war ich doch recht beeindruckt, Streckung, RigidFoil, 3-Leiner… Aber war alles halb so wild, war einfacher zu fliegen als erwartet und fühlte sich gar nicht mal so instabil an! Hab nen schönen Flug gehabt, auch wenn’s notgedrungen nur am Zugerberg war… Und als es dann sogar noch etwas hochging war ich überzeugt, wenn nicht wegen des Schirmes, weswegen dann…
Wie soll ich das Startverhalten des Schirmes beschreiben? Auf jeden Fall machen sich vertrimmte Leinen bemerkbar! Ich erinnere mich an den ersten Flug mit meinem grad per Post angekommenen Schirm. War in Fanas vom Höreli, viel Schnee und Abwind. Ich hatte nicht grad das beste Gefühl, grad mal mit nem unbekannten Schirm vorwärts starten… ging aber erstaunlich leicht und problemlos, ich war überrascht. Das Startverhalten hat mich dann auch während des weiteren Frühlings nicht im Stich gelassen, etwas später war dann wegen Aufwind vor allem noch Rückwärtsstarten angesagt.
Etwas anders hat sich der Vorwärtsstart dann im Herbst angefühlt. Wars bei Nullwind noch recht zuverlässig möglich, so hab ich das Ding bei Abwind je länger je schlechter in die Luft bekommen. Bis ich in Fiesch am Abend irgendwann mal keine Chance mehr hatte und mit der Bahn runtergefahren bin, danach hab ich die Leinen gewechselt. Danach gings wieder etwas besser…
Zum Vorwärtsstart mit nem unvertrimmten Schirm: Wie beschrieben hat die Eintrittskante ein spürbares Gewicht, u.U. brauchts also einen etwas stärkeren Startimpuls. Auch ist die Stabilität über die Querachse aufgrund der Streckung im Moment des Starts nicht grad hoch, deshalb hilfts, wenn der Schirm bei Nullwind oder Abwind schön im Halbkreis ausgelegt ist. Fängt die Eintrittskante aber mal Luft, so steigt der Schirm sehr zuverlässig, die Mylars und die RigidFoils halten den Schirm schon früh offen und mit etwas Bremse ist man dann schnell in der Luft.
Der Rückwärtsstart gestaltet sich natürlich sowohl bei vertrimmtem als auch unvertrimmtem Schirm einfach, sobald die Eintrittskante mal offen ist bleibt sie dies durch die Konstruktionsmerkmale auch und der Schirm steigt sehr zuverlässig. Fällt der Schirm beim Aufziehen mal wieder runter, so lässt er sich auch von ganz unten wieder hochziehen, die Eintrittskante schliesst einfach nicht! Groundhandling ist mit dem Schirm ganz OK, allerdings stört es hier, dass der Schirm bei asymmetrischem Bremsinput flach dreht und kaum Rolltendenz zeigt.
Bei etwas stärkerem Wind wird man um nen Sprint auf den Schirm zu nicht rumkommen, den Bremsinput wird sofort in Höhe umgesetzt… Trotzdem wird man die hochschiessende massige Kappe herzhaft anbremsen müssen, um sie vorm Überschiessen zu hindern. Klappt allerdings leicht, da die Bremswege angenehm kurz sind.
Alles in allem haben Streckung und die schwere Eintrittskante auf jeden Fall Auswirkungen aufs Startverhalten. Hat man Nullwind oder sogar Aufwind, so verläuft das Starten trotzdem nicht schwierig, höchstens vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig. Mit Rückenwind siehts dann allerdings schon etwas diffiziler aus, hier macht Starten mit einem etwas niedriger homologierten oder Acro-Schirm schon viel mehr Spass.
In der Luft
Ist man erst mal in der Luft ist alles etwas einfacher
Der Schirm zeigt Luftbewegungen sehr lokalisierbar an, ne gute Hilfe beim Auspüren von Aufwinden. Die Kappe arbeitet, wie die meisten gestreckteren Kappen, etwas in sich wenn der Schirm durch turbulente Luft fliegt, das heisst, ab und zu schwingen die Aussenflügel etwas vor und zurück. Dies hat mir am Anfang immer ein leicht ungutes Gefühl gegeben, hat aber nix zu bedeuten und keinerlei negative Auswirkungen (vielleicht sogar positive, wer weiss…
). Auch bei starken und plötzlichen Bremsinputs schwingt der Aussenschirm etwas nach hinten, auch dies ohne Konsequenzen. Das Eigenleben des Schirms nimmt man beim Fliegen bald mal nicht mehr wahr.
Der Schirm reagiert auf Bremsinput nach einigen Leer-Zentimetern recht direkt (trotzdem nicht kürzen, das wird beim Beschleunigen noch gebraucht). Und was zu sagen ist. Das Drehen ist flach, flach, flach… in meinen Augen etwas zu flach, wenns nämlich drum geht, den Schirm irgendwo etwas steiler reinzustellen, dann wird es mühsam. Er lässt es sich zwar recht eng drehen, aber irgendwann ist einfach Schluss, der Schirm hat im Vergleich zu anderen Hochleistern (deulich gesehen hab ichs im Vergleich mit nem Gradient Avax SR8) einfach einen weniger kleinen minimalen Drehradius. Wenn’s also drum geht, sehr eng zu drehen, dann ist würgen nahe an der Abrissgrenze angesagt. Dies ist in meinen Augen auch der grösste Schwachpunkt des Peaks und für mich das erste Kriterium, was es bei zukünftigen Versionen zu verbessern gilt.
Grad wenn’s ab und zu doch etwas enger hat sein sollen, hab ich ab und zu versucht, mit ner Viertelvrille oder zumindest nem Vrillenansatz wieder zurück in nen verpassten Schlauch zu kommen… Meistens wars aber eher kontraproduktiv, durch das anschliessende Speed-Aufnehmen hab ich öfters mehr Höhe verloren als gewonnen. Nach meiner Erfahrung hat es sich meist gelohnt, lieber etwas weiter und dafür konstanter zu drehen als ausgesprochen eng und agressiv auf der Bremse, auch wenn man sich so nicht immer perfekt im besten Steigen befindet.
Ansonsten gibt es nichts besonderes zu erwähnen. Die Kappe macht auch in turbulenter Luft nen recht soliden Eindruck, trotzdem ist man natürlich immer etwas am korrigieren, dies geschieht aber schnell sehr intuitiv, da die Bremsen genauestens Auskunft über den Zustand der Kappe liefern. Die Bremswege sind kurz, der Bremsdruck mittelprächtig bis eher hoch, der Stallpunkt befindet sich etwas unter Brusthöhe. Diese kurzen Steuerwege haben mir am Anfang etwas Bedenken bereitet, mittlerweile halte ich sie für ein ganz markantes Sicherheitsplus! Ist man etwas wach an den Bremsen, so lässt sich ganz einfach fast jeder Klapper schon im Ansatz verhindern. Ich habe mit dem Artik markant mehr Klapper eingefangen, darunter auch einige Totalzerstörer. Hier kann ich Klapper über 30% an einer Hand abzählen, wobei bisher vielleicht einer oder zwei grösser als 50% war. Und allesamt sind sie problemlos abgelaufen und waren problemlos zu beherrschen.
Was mir allerdings auffällt: Ich fange mir gefühlsmässig viele kleine 10%-20% Klapperchen ein. Diese haben zwar keinerlei Auswirkungen auf die Flugbahn, aber irgendwie wärs trotzdem schön, wenn ich auch diese besser verhindern könnte. Meiner Meinung nach wärs schön, wenn man die Ohren etwas besser an den Bremsen spüren würde, u.U. etwas mehr Bremswirkung auf dem Aussenflügel wäre. Dies ist der zweite, wenn auch kleinere, Punkt, welchen ich am Schirm auszusetzen habe. Vielleicht würde sich mit etwas mehr Bremswirkung am Aussenflügel auch das Drehverhalten etwas progressiver gestalten, wer weiss…
Der Schirm gleitet wirklich hervorragend, vor allem auch beschleunigt, ich seh keinen Grund mehr wenn’s gradaus geht nicht zumindest etwa halb im Beschleuniger zu stehen, macht echt Spass! Homologiert gibts im Moment nicht viel besseres.
Der Beschleuniger lässt sich in der ersten Stufe, welche etwas mehr als die Hälfte des Beschleunigerweges umfasst, leicht treten, danach ist die Übersetzung nur noch 2-fach und die aufzuwendende Kraft recht hoch. Und da natürlich grad auch hier auf Schirmbewegungen reagiert werden muss, zittern dann irgendwann die Beine, oder besser gesagt das eine, das ich jeweils zum Beschleunigen brauche (ich beschleunige nie mit beiden Beinen).Trotzdem halte ich das nicht für einen wirklichen Schwachpunkt, bisher hat sichs auch bei längeren Flügen nie als wirkliches Problem rausgestellt, ich persönlich kann gut leben damit.
Und der Schirm ist schnell. Ich fliege mit nem XS rum, naturgemäss sind kleine Schirme etwas langsamer, trotzdem messe ich (allerdings etwas über der oberen Gewichtslimite geflogen) vollbeschleunigt etwa 57km/h! Das hat mich selbst etwas erstaunt, gegenüber dem Artik ist das ne deutliche Steigerung. Ganz wohl fühle ich mich beim vollbeschleunigten Fliegen nicht mehr, aber bisher hab ich noch keine schlechten Erfahrungen dabei gemacht. Stehe aber auch nur voll im Beschleuniger, wenn’s einigermassen ruhig ist und ich einige Meter Höhe über dem Gelände habe, sprich vielleicht auf der einen oder anderen Querung.
Noch besser als das beschleunigte Gleiten gefällt mir das Steigverhalten des Schirms. In einigen Situationen fehlt das ganz enge Drehen, aber grad auch weil der Schirm so flach bleibt, nimmt er alles mit, was sich da an Steigen so zeigt, die Kappe bleibt dabei aber sehr neutral. Grad wenn das Steigen schwach ist, ist man an diesem Schirm ganz einfach im Vorteil. Auch spürt man sehr genau, wo’s noch etwas besser rauf geht, das Steigverhalten ist einfach beeindruckend.
Alles in allem macht Streckenfliegen mit dem Schirm richtig Spass. Obwohl es ab und zu was zu korrigieren gibt fühlt sich das Fliegen relaxed an, der Schirm zeigt zwar schön an aber ist nicht unruhig. Zudem ists einfach toll zu wissen, dass man vom Gleiten und vom Steigen her immer mithalten kann.
Manöver und Störungen
Seitliche Klapper
Mal vorneweg: Vollbeschleunigte Klapper hab ich bisher noch keine gemacht und auch noch nie (…einfach so, geschenkt sozusagen…) erlebt. Habs aber eigentlich schon lange mal vor, sobald ich’s mal versucht oder erlebt habe, werd ich dies hier ergänzen.
Auch vorneweg: Ich habe keine Störungen oder Manöver gemacht, wo ich den Schirm einfach mal hab machen lassen und nicht eingegriffen habe, erstens weil ich mich nicht getraut habe
und zweitens weil ich mir eine einigermassen richtige Reaktion zutraue und auch erwarte.
Ich hab, vor allem grad nachdem ich den Schirm neu hatte, mal einige Klapper gezogen. Zusammenfassend lässt sich sagen: So spektakulär, wie ich’s mir vorgestellt habe, ist nicht. Im ersten Moment spürt man, dass die Kappe etwas weiter schiesst und in einem ersten Impuls gerne abdrehen möchte, stärker, als ich das vom Artik her gekannt habe. Auch halb beschleunigt lässt sich diese erste Tendenz zum Abdrehen aber kontern, allerdings ist dabei der erste Bremsinput schon recht hoch, grad in diesem Moment besteht sicher Gefahr, den Schirm abzureissen.
Nach der ersten Reaktion nimmt die Drehtendenz aber sofort ab und danach ist die ganze Sache durch etwas Gewicht und Bremse auch ohne irgendwo nahe am Abrisspunkt rumzuwürgen gut zu beherrschen. Wenn man den Geländeabstand hat ists also durchaus ne Möglichkeit, den Schirm im ersten Augenblick mal machen zu lassen und erst zu reagieren, wenn klar ist, dass er wieder Speed hat.
Klapper sind an und für sich nicht problematisch, mühsam wirds erst, wenn ein Verhänger draus resultiert. Ich hab mir, recht bald nachdem ich den Schirm bekommen hab, beim Klapper üben mal einen eingefangen, weit draussen am Flügel und offensichtlich auch mit etwas Luftwiderstand. Das Ganze war recht schwierig zu handlen, der Schirm ist, wenn man ihn zum gradausfliegen gezwungen hat, immer wieder in den Sackflug. Ich habs damals nicht geschafft den Verhänger mit dem Stabilo zu lösen obwohl ich heute denke, dass es mit mehr Zug am Stabilo hätte möglich sein müssen. Ein Fullstall hat das Problem schlussendlich behoben.
Zu allen Klappern gilt aber: Man kann einfach sehr vieles vermeiden! Die kurzen Steuerwege helfen, ohne riesigen Bremsinput schon genügend Einfluss zu nehmen.
Frontklapper
Zu Frontklappern gibts nicht viel zu sagen. Provozierte Frontklapper haben sich immer schnell und problemlos von selbst behoben, auch ein nach-Vorne-kommen der Ohren hat sich nicht gezeigt.
Ich hab “in Natura” einen kleinen Frontklapper kassiert, bei diesem ist lediglich die Mitte eingeklappt. Dabei haben die Ohren den Weg nach vorne angetreten, ein kurzer Bremsimpuls hat dies aber gestoppt und die Mitte wieder geöffnet.
Sackflug und Fullstall
Ich wickle immer einmal, um Sackflug- und Stallmanöver auszuführen, so gehts mit den Bremsen etwas unter Schulterhöhe in den Sackflug. Dabei biegen sich wie gewohnt die Ohren erst deutlich zurück. Der Schirm verhält sich im Sackflug überraschend stabil (stabiler als der Artik), einzig die Ohren, welche nach der Sackflugeinleitung beim Lösen der Bremsen wieder nach vorne kommen, bringen etwas Unruhe ins System. Wenn man aber darauf achte, dass sich die Ohren nicht sehr weit zurückbiegen, dann lässt sich das etwas vermindern und der Schirm verhält sich ausgesprochen ruhig und träge. Etwas träge ist die Reaktion allerdings auch auf Bremsinputs im Sackflug, hat mal eine Drehbewegung eingesetzt, so brauchts etwas länger, um diese wieder zu stoppen. Ich habs übrigens nie geschafft ein Ohr, welches bei der Sackflug-Einleitung eingeklappt ist, komplett wieder zu öffnen, allerdings hat dies kein Einfluss auf das Sackflugverhalten.
Da ich es immer vermeide, bei der Fullstalleinleitung den Schirm komplett zusammenzureissen, ist der Übergang von Sackflug zu Fullstall natürlich fliessend. Flattern die Ohren einmal vorne im Wind, so können diese mit einigen Pumpbewegungen zwar wieder weitgehend geöffnet werden, aber ich habs nie geschafft, die Ohren so wieder ganz zu öffnen. Allerdings kann der Schirm auch locker so angefahren werden, ich habe so nie nen Verhänger kassiert.
Fährt der Schirm auf der ganzen Breite gleichzeitig an, so ist das Vorschiessen bei der Ausleitung etwas stärker als beim Artik, allerdings problemlos zu handlen. Meist fährt aber die Mitte etwas früher an, die Ohren werden etwas “nachgezogen” und bremsen dass Vorschiessen so gleich leicht ab, was die Ausleitung dann noch etwas sanfter macht, wirklich unspektakulär.
Insgesamt lässt sich sagen, dass diese beiden Manöver unkompliziert sind. Allerdings musste ich mich anfangs schon etwas an die viel kürzeren Bremswege gewöhnen, ich hab den Schirm einige Male ungewollt beim Runterpumpen in den Sackflug gezogen.
Vrillenansatz
Ne vollständige Vrille à la eine Bremse runter und warten, bis sich das Ganze wieder etwas stabilisiert, hab ich nicht gemacht, allerdings jede Menge Vrillenansätze. Diese sind ein Kinderspiel, einfacher als an weniger gestreckten Schirmen, da sich das Ohr schon tüchtig zurückbiegen kann ohne dass der Rest des Schirmes davon gross was mitbekommen würde. Wenn man dieses Experiment aus Trimmspeed macht, so ist’s, wie gesagt, unspektakulär, ist der Schirm allerdings schon langsam, dann kündigt sich der Übergang nicht mehr ganz so deutlich an und etwas Vorsicht ist geboten, erfahrungsgemäss ![]()
Da sich der Schirm im Sackflug doch sehr stabil anfühlt habe ich auch einige Helikopter versucht. Die Einleitung ist, durch die nachschwingenden Ohren, wie befürchtet etwas schwieriger, hat es aber mal funktioniert und dreht der Schirm einigermassen waagerecht, so geht das Manöver recht gut. Einzig das rückwärtsfliegende Ohr blieb bei meinen Versuchen immer eingeklappt, was die Drehung soweit zusammenbremst, dass fast kein Spielraum für Korrekturen durch Anbremsen der vorwärtsfliegenden Seite war, da die Drehung ansonsten sofort gestoppt hat. Wahrscheinlich würds viel bringen, wenn die Bremsen von den Rollen genommen würden…
Aber der Schirm ist nicht dafür gebaut und ich hab ihn auch nicht dafür, deshalb hab ichs gelassen.
Spirale und SAT
Spirale ist einfach und ohne Besonderheiten. Einzig nach der Ausleitung gehts mit Sicherheit durch die eigene Wirbelschleppe, wobei man Klapper verhindern üben kann…
SAT hab ich nur einige Male versucht, grad nachdem ich den Schirm neu erhalten habe. Ohne eingeklapptes unangebremstes Ohr hab ichs nie geschafft. Wahrscheinlich wärs allerdings schon noch etwas besser gegangen, aber da mir die Bremswege noch nicht so bekannt waren hab ich mich nicht getraut, etwas schneller einzuleiten. Aber auch hier gilt, der Schirm ist einfach nicht dafür gemacht, zudem beanspruchts die Leinen halt doch etwas heftiger.
Ohren anlegen
Geht natürlich wie gewohnt, es kommt auch recht viel Fläche rein, allerdings schlagen die Ohren. Ist nicht wirklich problematisch, bringt nur etwas Unruhe rein.
Gefühlsmässig würde ich das Manöver nur mit Beschleunigereinsatz machen. Mit dem trockenen Schirm hatte ich zwar nie Probleme, allerdings einmal mit durchnässten Kappe und in turbulenter Luft (OK, mit nassem Schirm legt man eigentlich auch keine Ohren an…), dabei ging der Schirm in den Sackflug.
B-Stall
Hab ich nie gemacht.
Hier gehts zu den zwei Blogeinträgen, welche meine ersten Versuche am Schirm beschreiben…
Grenzen ertasten am Peak 1
Grenzen ertasten am Peak 2