Aus der Gegend Jura :-)
Fliegen ist auch das Schönste, wenn man nicht so oft dazu kommt. Am Samstag bei schönstem Wetter die Schulbank zu drücken, ist aber schon eine Grenzterfahrung.
Zum Schluss des Jahres 08 sassen wir gemütlich an einer Landmaschinenaustellung (…richtig gelesen) in Wittnau. Wir diskutierten über Gleitschirmfliegen.
Schon richtung Heimweg erfassten unsere Blicke eine ziemlich grosse Waldschneise. In meinem Wagen lag noch mein, schon fast verstaubter, Sigma6. Also stand ich auch schon als Testpilot fest. Oben angekommen genossen wir eine traumhafte Aussicht. Ein idyllisches kleines Dörfchen mit rauchenden Kaminen und einem Sportplatz zum landen.
Die Frage, ob es mir über all diese Bäume reichen würde, war vor meinem Start noch nicht zu 100% geklärt. Mit einer auffrischenden Bise im Gesicht, war das aber absolut kein Problem. Nach rund 4minuten stand ich auf dem Sportplatz und mit mir auch einige Wittnauer die aus ihren warmen Häuser kamen um mich mit ihrer Neugier und ihren Fragen zu durchlöchern. Nach 2 weiteren Versuchen beschlossen wir, dass wir bei der nächsten, etwas stärkern Bise hier toplanden…
Gesagt getan…
Ende Januar an einem Freitag, mobiliesierte ich meine Mutter als Chauffeur. Der erste Flug ging weit hinaus und meine Neugier lockte mich einige Meter nach rechts und links. Links war nicht die beste Idee. Als ich wieder richtung Toplandeplatz flog, stand ich mächtig im Gegenwind. Mit dem Beschleuniger kam ich nur langsam voran. Dazu kam auch noch, dass ich keine wirkliche Aufwindkante mehr hatte. So musste ich nach langem Kämpfen meinen Chauffeur anrufen.
Zweiter Flug war besser. Wieder gings hoch hinaus und ich habe ja vom ersten Mal gelernt. Ich flog die ganz Kante x-mal ab und landete dann nach ca30min top. Ein herliches Gefühl. Am Samstag flog ich bereits nicht mehr alleine. Schon einige Piloten bekamen vom neuen Fluggebiet Wind. Der Nachmittag war wieder arsch kalt aber fun pur. Höhe zu machen war kein Problem, nur das Toplanden war wegen den Aufwinden sehr kniffreich.
Am Abend wärmten wir uns mit einigen herzhaft zubereiteten Kaffi-Luz bei Stefan.
Mitte Februar war das Wetter super aber die Bise nicht so stark. Mir reichte es trotzdem zum kurz überhöhen und die Förster als Zuschauer aus den Wäldern zu loken. Ueli blieb leider nur ein kleiner Abgleider.
Heute entschloss ich mich mal auf diesen Buschberg zu laufen. Um 15Uhr hatte ich genug vom Büro. Eine Stunde später nahm ich den kleinen Aufstieg unter die Füsse. Da es keinen Fussweg gibt, den ich kenne, ging ich alles gerade aus, was nicht immer das Leichteste war. Ich habe unterwegs noch einige schöne Flecken entdeckt.
Oben angekommen, war leider die Bise schon weiter gewandert
Es reichte noch gut zum Starten. Mir blieb dann aber nur ein kleiner Abgleider.
Auf dem kleinen Aufstieg konnte ich mal wieder alle Energie loswerden, die sich hinter der Schulbank so anstaut.
Brüne, geht die Winde noch? Wieviel Höhe habt ihr damit schon erreicht?
Hallo Uersel
Ja die Winde funktioniert. Die max. Höhe die wir schon erreicht haben, ist etwas mehr als 200m. Die Seillänge war etwas über 500m. Also wenn wir den ganzen km, den wir auf der Rolle haben, brauchen, liegen sicher 350-400m drin. Bei ganz leichtem Gegenwind haben wir schon mit 250m Seil über 100m erreicht.