Wochenende am Cornizzolo
Gleitschirmfliegen ist eigentlich eine sehr ökologische Sportart. Die ganze Ausrüstung hat in einem Rucksack platz mit welchem man auf den nächsten Berg laufen kann, dort wird gestartet und mit der Kraft der Sonne fliegt man so weit wie es geht….
Oder man setzt sich in einen Audi S8 und fährt für einen Tag quer durch die ganze Schweiz nach Italien, nur weil dort das Wetter etwas besser ist!
So machten wir(Domi, Sebi) uns am Samstagabend auf nach St Maria im Tessin, wo wir übernachteten und die grandiose Aussicht genossen. Von da ging es am nächsten Morgen weiter nach Suello in Italien. Nach dem wir dutzende Kreisel passiert und hunderte Radfahrer überholt hatten kamen wir am Fusse des Mt. Cornizzolo an, von wo wir mit der „Navetta“ zum Starplatz fuhren. Wir waren noch etwas früh dran und hatten Zeit die Grandiose Aussicht zu geniessen und unsere Ausrüstung vorzubereiten (Retter einbauen, Beschleuniger einstellen, Peak trocknen.:-).
Als der Himmel nach ein paar Cirren wieder einigermassen frei war entschloss ich mich zu starten, doch als ich mich einhängen wollte, schauten mir zwei Stofflaschen, in denen Normalerweise die Karabiner stecken, entgegen. Damn, ich hab doch tatsächlich die Karabiner im Packsack vergessen, also alles wieder hervorgekramt, um dann 10 min später mit Karabinern zu starten.
Dicht gefolgt von Domi an seinem Peak27 Testschirm finde ich Rechts vom Startplatz schwaches Steigen und „beisse mich in den Hang“. Das Steigen ist recht eng, doch langsam steigen wir über den Starplatz und die Thermik wird stärker. Die Luft war nicht wirklich ruhig, so wie es halt ist auf der Alpensüdseite. So sah ich Domi nicht viel später in einem Wingover artigen Zustand, der in einem 50% Klapper endete. Gute Bedingungen um einen neuen Schirm so richtig zu testen. Nach dem wir den Cornizzolo überhöht hatten starteten eine reihe weiterer Piloten, wir flogen nach links an die Felswand und gurkten etwas in der Pulsierenden Thermik herum.
Nachdem wir uns auch dort hochgearbeitet hatten ergriff Domi die Initiative und setze zur Querung zum nächsten „Berg“ an. Ich hatte zuerst etwas bedenken wegen den erneut grossflächigen Cirrenabschattungen, doch nachdem ich maximale Höhe gemacht hatte folgte ich Domi, zusammen mit einem Local unter einem Mantra R. Drüben konnte ich trotz des voll abgeschatteten Geländes gut aufdrehen. Doch das Steigen wurde immer schwächer und bald musste man richtig kämpfen um oben zu bleiben. Doch ich sah, dass das breite Cirrenband bald wieder den Himmel freigeben sollte, aber ich verlor immer mehr an Höhe und „durfte“ das Restaurant mit antiker Burganlage und unterhalb gelegenem Klettergarten aus nächster Nähe betrachten.
Nach etwa 30min kam wieder die Sonne zum Vorschein, doch ich war schon so tief, dass ich nicht mehr richtig daran glaubte noch einmal hochzukommen, doch mit der lautstarken Unterstützung der vielen Wochenend Touristen (wirklich unglaublich wie aktiv die Italiener hier sind!!) konnte ich in einer rettenden Blase wieder aufdrehen. Total happy über den low safe flog ich an Domi vorbei der die ganze Zeit etwas höher war und nun zurück zum Landeplatz flog. Per Funk teilte er mir mit, dass er mich zurückholen würde falls ich irgendwo absaufen würde. Mit dieser zusätzlichen Motivation versuchte ich Höhe zu tanken für die nächste See-Querung, doch bei 1150 Metern fing es mächtig an zu rumpeln und eine ganz deutliche Inversion war zu sehen. So entschloss ich mich dafür auch zurück zum Landeplatz zu fliegen, wo die Höhe noch reichte für ein paar Wingover. Nach einem Gelato misto gings dann wieder zurück in die Schweiz.
Die 2.5h Airtime waren ein Super Training in einer wunderschönen Landschaft, die Alpensüdseite ist eben doch immer wieder eine Reise Wert! Und solange es noch Erdöl gibt können wir es auch verbrennen…
Wie ist dein Urteil über den Peak, Domi? Nicht schwierig, oder, aber du bist ja eh schon den Boom5 geflogen…
Hab etwa so den ersten Thermikflug mit dem Schirm letztes Jahr an Ostern in der Nähe von Bergamo gemacht, da hats zumindest ein Mal auch à la dem von Sebi beschriebenen ausgesehen…
@Sebi: Wenn ich mich nicht täusche ist Erdöl deine Berufsgrundlage…
@Uersel
. Was mir vorallem aufgefallen ist, dass es die 2-3m2 echt bringen mit mehr Schirm, als das ich es mir gewohnt bin. So stieg ich endlich mal etwa gleich wie der Sebi!!!! Obwohl ich ihm manchmal auf den Sack ging, da ich ja noch nicht sauber Zentrierte
. Das ist wirklich beruhigend gewesen
.
hey urs
jep am Anfang hatte ich meine Mühe, da es ja mein erster und leider auch letzter Flug war (musste den Schirm schon wieder zurückschicken…), wollte ich so wenig bremse geben wie möglich. Und da hat es mir den Schirm von einer Thermik, als ich aussen auf den Rand traf, gröbstens weggeräumt. Aber das war ganz klar mein Fehler gewessen, da ich noch nen bissle geträumt und zu wenig gestützt habe. Er hat recht weggedreht und beim Gegenklapper wusste ich dann nicht recht wie weit Stützen, da ich die Bremse enorm runterziehen musste und ihn nicht noch irgendwie abreissen wollte.
Aber nachher habe ich mich langsam an den Schirm gewöhnt. Und ihn schon nen bissle lieben gelernt
Und das andere ist das was du immer gesagt hast, wenn man den Flügel in die Thermik eng reinhängen wollte (durch die enge Thermik) so musste man den Peak halb reinprügeln. Aber wenn mans irgendwie geschafft hat dann war er gut zentriert.
Und natürlich hat mir imponiert wie gut er im Gas geht, also wenig Sinken bei anständigem Speed. Hab ja ned voll Beschleunigt, aber im Halbgas (Brummel grad unter Karabiner) bin ich ihn geflogen und er war auch schön ruhig. Nur verdammt verdammt hart war das Gas, dass kommt sicher auch daher, dass ich en Beschleuniger für den Schirm zu weit hinten montiert habe.
Summa sumarum nach 2h Flug gefiel mir der Flügel mega, musste zwar viel viel mehr Stützen und Arbeiten, daher weniger Fotos, aber man fühlt die Luft schon anderst…
Ist sicher mal eine Option für den Herbst
Option für diesen Frühling…
Würde mich interessieren, was du zum Drehen sagst wenn du z.B. noch unter nem Avax XC2 oder nem Triton gehangen bist. Mal schauen, wie sich dann die Unterschiede darstellen und ob sich mein Kritikpunkt bezüglich des schlecht möglichen engen Drehens bestätigt.
- Hauptkritikpunkt: Man müsste enger drehen können mit dem Schirm. Im Vergleich mit anderen Schirmen (auch Wettkampfschirmen) fällt auf, dass sich viele andere Schirme etwas enger drehen lassen.
- Kleines Manko: Meiner Meinung nach müssten die Ohren etwas besser an den Bremsen zu spüren sein, etwas mehr Bremse auf die Ohren. Vielleicht würde sich damit auch das Drehen etwas verbessern.
- Der ganze Rest ist wirklich gut.