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Nach dem Frust die Freude

Langsam glauben wir auch, dass es Rauf geht wenn es Blau ist und warten nicht mehr bis genügend Dummies draussen sind. So gingen wir raus und es war gar nicht schön. Auf 1500m hatte es schon eine Inverion, die ich nie durchbrechen konnte. Urs hatte am schnellsten die Schnauze voll und flog einfach mal in die Ebene. Er erwischte auch grad ein schöner Schlauch. Sebi und Hans stachen grad nach und ein paar andere. Ich dachte mir, da am Hang kommt schon was und behielt meine Position, da es gestern ja auch ging.
Doch weit gefehlt, bei mir setzt dann grossflächiges Saufen ein und ich machte einen kleinen Bombout. Der Frust war schon ein bisschen gross, da die anderen schön Höhe machten und beim Startberg nochmals einen guten Anschluss fanden und schon Richtung Westen unterwegs waren.

Nach ein bisschen warten kam der Basher und brachte mich mit ein paar anderen gestrandeten Piloten hoch. Oben angekommen war allgemeines Warten angesagt. Da ich eh schon angepisst war, startete ich schnellstmöglich und oha da, es stieg sehr anständig. In kurzer Zeit hatte ich den Startplatz super überhöht und ein paar Deltas gesellten sich zu mich. Nun stach ich in das Flache / Hügelige.
Wie immer beim Saufen gab ich so Halbgas und halte meine Arme an den Traggurten. Was mir auch zugute kam, den aus dem nichts kam eine Kanonenkugel nach oben geschossen. Dieser Riss mein linkes Ohr in die Höhe und der Rest des Flügels kollabierte und zwar so deftig, dass ich grad ein Twist kassierte. Glücklicherweise konnte ich ihn schnell öffnen, da ich die Hände an den Traggurten hatte. Doch war ich schon in einer Spirale. So was agressives hatte ich noch nie erlebt…

Jedenfalls war das ein deutliches Zeichen wie die Thermik an diesem Tag sein kann, da es ja einer der heissesten Tage der Region werden sollte. Anschliessend kämpfte ich mich in den Schlauch und dieser Trug mich wieder in sichere Höhen.

Nicht alle Thermiken waren so eindrücklich, doch im Verlauf des Fluges hatte ich wirklich meine härtesten Thermiken die ich hier erlebt hatte. Die Kerne waren sehr eng und stark.
Der entscheidende Schlauch fand ich dann nach Bogabrai. Dort hatte ich ein Feld angepeilt, dass eingerahmt von Bäumen war und eine kleine Baumgruppe in der Mitte hatte. Erst dachte ich mir, dass die Thermik am Rand abzieht, doch dort fand ich nur deftiges sinken. So entschied ich mich gegen den Wind zu der Baumgruppe zu fliegen. Und nach einpaarmal Rumstochern fand ich ein super Bar, der gar nicht mehr den ruppigen Charakter hatte wie die vorhin, sondern wunderschön sanft und gross. Ich glaube das hat mit der Feuchtigkeit der benachbarten bewässerten Feldern zu tun, die die Luft weichspülen ;) .

Am Ende kam das highlite, ich fand in guter Höhe eine wunderschön starke und grosse Ablösung. Diese trug mich durch alle Inversionen. Und ich konnte das Düsentriebwerk einstellen. Auf 3000m hatte es ca. 30-40km/h Wind und fast kein Sinken. So Schoss ich regelrecht Richtung WeeWaa.
Leider hatte ich als ich wieder tief war mich von einem arbeiteten Bauern verleiten lassen. Und am Schluss gar nichts mehr gefunden.
Das blöde war nur, dass ich an einem Ort landete der doch ein stück entfernt ist von den befahrenen Strassen. So hatte ich einen längeren Marsch vor mir.

An der Strasse angekommen fuhren alle an mir vorbei. Doch nach einer Zeit als die Sonne schon tief am Horizont stand, hielten paar junge Aussis die schon (ausser der Fahrer) hacke Dicht waren. Die konnten nicht glauben, dass ich mit einem Gleitschirm im f%&/ck nowwhere from Australia gelandet bin. Nebenbei drückten die mir ein Bier in die Hand und Quasselten auf mich los. Ich liess alles über mich ergehen und hoffte die würden mich nach Narrabai mitnehmen. Mit der Zeit bekamen die Mittleid und so konnte ich mitreiten. Wobei sie erst noch die Teleskopstation anschauen wollten.
Während der Fahrt hatte ich noch nie so viele Fluchwörter wie aus diesen Münder gehört ;)

In Narrabai angekommen war es schon stockdunkel. Sebi und Andre waren bereits unterwegs zu mir, doch das konnte noch dauern und so versuchte ich eine Mitfahrtgelegenheit zu ergatten. Doch so spät, hatten die meisten Leute skeptis und so blieb ich hier sitzen.

Bei der Rückfahrt, sprang leider ein Kanguru uns vor die Karre und wir luden es auf. Es verstarb noch an der Unfallstelle, sorry. Mal schauen wie teuer der Blechschaden wird und hoffentlich zahlt das die Versicherung…

Fotos
s’Flüügli

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  1. Thomas
    8. Februar 2009, 23:09 | #1

    Hoi Domi, hey ein cooler Bericht und Flug. Völlige Blauthermik. Ooooochhh, mir tut das Känguru schon leid. Aber Du konntest ja nix dafür… Muchos saludos desde Suiza, Thomas

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