Das Mürren der Zentralschweiz
Nein, sicher, unser kleiner Brändlen wird sich nie mit den edlen, mitten in den Alpen gelegenen Fluggebieten vergleichen können. Zu klein das Bähnchen, zu klein der Höhenunterschied, zu nicht existent die Thermik, es ist allen klar, das sich an so nem Idiotenhügel nicht vernünftig fliegen lässt. Aber unvernünftig.
Nach einigen SMS gestern und Janine’s Ankündigung einer Skyjam-Invasion weiss ich, dass dem Luxus einer leeren und auf Wunsch fahrender Seilbahn zeitliche Grenzen gesetzt sein werden, nach dem Samstag, welchen wir unverhofft eher weniger fliegend verbracht haben, ist bei mir der Wunsch gross, dies heute zu kompensieren und so stehe ich schon um 9 Uhr am Startplatz.
Und das Gefühl ist gut, voller Vorfreude. Wie kann es sein, dass ich mich nach wie vor wie ein kleines Kind auf jeden 5 Minuten-Flug von diesem 600m hohen Absatz am Fuss grösserer und schönerer Berge freue? Ists normal, sich Flug um Flug ins Tal hinunter zu stürzen, keine 10 Minuten in der Luft, wo diese kurze Flugzeit doch im Kontrast zum endlos viel längeren zusammenlegen, rauffahren und auslegen steht?
Die Walenstöcke verbergen zwar die Sonne noch wirksam, doch der Himmel ist schon blau und lässt keine Zweifel am wunderschönen, bevorstehenden Tag. Die Luft ist zwar kalt, doch eingepackt in dicke Kleider geniesse ich die ersten, ruhigen Sekunden in der Luft. Zeit zum kalt werden ist denn auch nicht, zu schnell ist man dort, wo’s einfach nur aufgerend, schön, exakt, elegant, spielerisch und spektakulär runtergehen soll. Ich fühle mich wohl, das ist wichtig, damit Dinge klappen.
Und heute scheints zu klappen. Wie gesagt, exakt, elegant und spielerisch solls aussehen, was in erster Linie zu unzählig vielen Flügen verpflichtet. Da liefern Fortschitte, die man ab und an macht, wichtige Motivation. Nicht jeder Trainigstag erhält eine Prise davon, doch heute kann ich nicht klagen. Häufig sinds Kleinigkeiten, welche ein Manöver gelingen lassen, ein kleiner Input, dieser aber zur rechten Zeit am richtigen Ort sind es, welche oft deutliche Unterschiede bewirken.
Wie zum Beispiel ein Detail zur Gewichtsverlagerung. Ich bin seit langem am SAT-to-Heli üben, manchmal gings, manchmal nicht. Seit ich das Gewicht grad nach dem Abreissen des Schirmes aus dem SAT nach aussen lege (also mich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr den g’s des SAT’s entgegenstelle) klappt das Manöver wie am Schnürchen und vor allem zuverlässig reproduzierbar. Also an die Interessierten, denn Fortschritt lebt von der Verteilung des Wissens, einfach mal ausprobieren, bei meinem Schirm hats Wunder bewirkt.
So vergehen die nächsten 5 Flüge. Ich ahne, dass dieses verrückte Flüge sammeln bald ein Ende haben könnte und schon treffen Sebi, Sebi und Alain ein…
Doch hey, Benz’ens Sebi zeigt sich auch mit Impress als zackig unterwegs und so summieren sich doch bis zum Ende des Tages die Flüge.
Heute werden es einige Piloten werden, ich täusche mich nicht. Eine ganze Menge Skyjam-Schirme bevölkern bald die Luft, Domi hat seine Freundin Sabrina dabei und auch Bruno und Rafi treffe ich seit langem wieder einmal. Zudem ist natürlich die Brändlen-Clique mit Marco, Yves, Simone, Reto und Pascal auch hier und noch einige andere. Im Bähnli hat’s heute fünf Plätze, aber auch so hat dieses noch viel zu tun, um die Gleitschirmler-Meute immer wieder nach oben zu befördern. Das Gute daran: Niemand ist so alleine unterwegs, einige nehmens lockerer, andere reihen Flug an Flug, jeder wie er möchte.
Domi ist mit Sabrina am Tandem unterwegs. Ich staune, wie gut das Starten der Beiden auch bei leichtem Abwind klappt und wie problemlos die doch nicht ganz alltägliche Landung am Hang hinter der Schule abläuft. Und natütlich: Wir profitieren von einigen Föteli, die während dieser Flüge entstanden sind…
Es sind auffällig viele Acroschirme in der Luft. Alain an seinem Twister, Yves an seinem Twister, Robin an seinem G-Force 007, Domi nach etwas Tandem an meinem 69 und ich an meinem Sonic 2. Und natürlich nicht zu vergessen Janine an ihrem, ja was den auch, irgend so ein Skyjam halt
Starten bei der Bergstation, landen bei der Talstation, sofort über dem Tal, das mögen diese Schirme eben ![]()
Irgendwann mal haben Alain und ich unsere Schirme getauscht, er flog meinen Sonic 2, ich seinen Twister. Das Gefühl an den Bremsen ist doch recht unterschiedlich, der Twister ist um einige härter und der Bremsdruck ist deutlich höher, daran musste ich mich erst etwas gewöhnen. Heli hat geklappt als ich, wie beim 69, wieder angefangen hab, es mit mehr Innenbremse (Bremsen an den Gummis) zu versuchen. Trotzdem hab ich meist zu schwach gezogen, so dass die Drehung einige Male ungewollt gestoppt hat. Der Schirm an sich hat einen sehr stabilen Eindruck gemacht, wär sicher ne runde Sache wenn man das Bremsgefühl intus hätte.
Was soll ich noch mehr schreiben, das Wetter ist wunderschön, alle haben Spass, es gibt viele neue Leute kennenzulernen und auch den bekannten Gesichtern ist man u.U. schon lange nicht mehr begegnet, und das Beste, fliegen kann man auch noch! Ich hab superviel Spass gehabt, sehr gesellig und doch hats viele Flüge gegeben (am Schluss warens etwa 14). Auch Domi scheints am kleinen 69 viel Spass gehabt zu haben, Sebi hat sein Impress einmal mehr tüchtig eingeflogen, auch Bruno ist mit Rafi zu einigen Flügen gekommen. Janine scheint sich nicht so super gefühlt zu haben, aber zum Glück gabs oben wie unten immer genügend Gesellschaft, so kanns fliegen auch mal sekundär werden, ganz gut auch für Sabrina (sie fliegt nicht) und Barbara (verletzungshalber)…
Soviele Flüge scheint auch das Material etwas zu beanspruchen, habe am Abend auf dem deklariert letzten Flug noch den linken Bremsgriff beim SAT einleiten von der Bremsleine abgerissen… Die Verbindung zwischen Wirbel und Bremsschlaufe ist gerissen, wahrscheinlich ausgelöst duch die u.U. nicht supersauber abgekanteten Wirbelkanten. OK, der Bremsgriff hat doch schon einige Flüge hinter sich, sowohl am Artik, am 69 wie auch am Sonic. Zum Glück ists nicht beim Stallen passiert
So ein super Tag bedarf einem angemessenen Abschluss und so gehen wir dann noch auf eine Pizza nach Dallenwil. Wer ist dabei: Bruno, Rafi, Sebi, Sebi, Wolf, Janine, Barbara, Barbara, Lukas (?), ich.
War ein hammertoller Brangelina-Tag. Einfach etwas fliegen…
Als nächstes gehts für Domi, Sebi und mich nach Manilla, mal schauen, obs mehr als 3 Wochen Abgleiter ab einem 200m Hügel werden
Hier die Links auf Fotos vom Tag:
http://picasaweb.google.de/Skydive80/2009_01_25_FunADeBrandle#
http://picasaweb.google.de/skyjampics/Brandlen2512009#
http://picasaweb.google.de/parajanine/Brangelina#
Hey Urs, super gschribe! Ja, äs isch würklech ä sehr unterhaltsame tag gsi, o für lüt wo am bode hei müesse blibe. i bi im momänt no äs video dervo am baschtle, mit luschtige fullstalls, abgrissne brämsleine und syncrospirale. so nä tag chöi mir gärn mau widerhole (aber ersch i 3 wuche, wenn ig o widr darf flüge
)
viu spass in ouschtralie! see you
@Barbara
Ä Video isch super, merci vielmol, fehlt immer es bizzeli in unserne Bricht. Numenane dermit!
Soodeli, wie versproche äs Video vo dä Airaddicts in Action:
http://www.vimeo.com/3055073
@Barbara
cools video barbara, well done!!!!