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Mit dem Skim im Föhn am Chasseral

Immer dieser elende Föhn! Mitunter fast an jedem Wochenende in letzter Zeit, hab letzthin schon mal vorsorglich in den Conrad geschaut bezüglich eines billigen Modellflugzeugchens, um mit der bewegten Luft doch noch was anfangen zu können. Das wär doch was Tolles, hab aber noch nix gefunden.

Zum Glück hab ich ja noch meinen Skim, der der lässt einem auch an unfliegbaren Tagen noch die Hoffnung, und so haben sich Sebi und ich um 8 Uhr morgens um ein geeignetes Gebiet gekümmert. Trotz des akuten Dranges, mich wieder ins warme Bett zu legen hab ich mich dann doch aufraffen und zum Bahnhof schleppen können. OK, von der einigermassen direkten Zugverbindung war nur noch das Schlusslicht zu sehen und die Freude über die anstehende Weltreise Luzern-Olten-Biel-Ligerz-Prêles-Nods hat mich nicht eben vom Hocker gerissen, aber besser ne weite Alternative als keine.

Schwer bepackt mit Skim und Sonic in Olten Sebi getroffen, er hat einen auf Schmarotzer gemacht und es nicht für nötig gehalten, selbst was fliegbares zu unserem Föhnflugunternehmen beisteuern zu müssen. Er hat sich auf Kalorien beschränkt, wohlwissend, dass ich ihm diese eh nicht streitig machen werde…

Halbwegs wach wurde ich erst im Standseilbähnli von Ligerz hoch nach Prêles, der Föhnhimmel hat die Gegend in eine spezielle, etwas apokalyptische Stimmung getaucht. Über die dem Chasseral vorgelagerten verschneiten Juraebenen gings weiter per Bus. Und irgendwie hab ich die Gegend ganz anders in Erinnerung, alles so klein und nah, von Nods aus ist der doch an und für sich markante Juraberg nichts weiter als ein grösseres Hügeli!

Könnte mir vorstellen, dass die Ebenen um Nods ein Paradies zum kiten sein müssen, wenn den der Wind geeignet darüberstreicht. Vom stark vorausgesagten Föhn war allerdings noch nichts zu spüren, innerlich hab ich schon frohlockt und bin in Gedanken schon am Sonic gehangen…

Von Nods gings dann zu Fuss bequem auf ner Skipiste durch den Wald rauf auf den Chasseralgipfel. Die meisten der uns entgegenkommenden Leute haben komischerweise immer versucht, uns sanft aber bestimmt von unsereren Flugplänen abzubringen, am überzeugendsten hat ein auf Skiern runterfahrender Bobcat-Flieger gewirkt: Es sei zu stark. Aber natürlich wussten wir es besser ;-)

Und wirklich, so stark wars dann doch nicht. Einige hundert Meter westlich des Turmes hing der Schirm bald mal in der Luft, sehr komfortabel auf einem edelst flachgedrückten Weg. Nach einigen Minuten Gewöhnung an die schnellen Reaktionen der kleinen Fläche gings dann bei den stärkeren Böen doch tatsächlich spassig knapp dem Tiefschnee entlang mehr oder weniger weit den Hang runter. Geil! Sich von ner Böe so weit als möglich in die Luft katapultieren lassen, Bremsen los und den Schirm schiessen lassen, danach mit dem gewonnenen Speed so viele enge Kurven wie immer möglich… Weehaaaa, Fun pur!!!

Sebi hat bald gemerkt, dass der Schirm auch mit geschlossenen Trimmern noch locker Vorwärtsfahrt macht und etwas besser gleitet, irgendwann konnte er mich dann doch auch davon überzeugen. Ich bin ja bekanntlich ein rechter Spränzel und entsprechend gewarnt, wenn’s um gewichtsbedingte Vorwärtsfahrt geht, aber die 12 Quadratmeter des Schirmchens hatten auch in stärkeren Phasen mit geschlossenen Trimmern immer Reserven. Und, o Wunder, diese stärkeren Föhnphasen waren gar nicht mal so sehr viel stärker! Es stimmt also wirklich, der Föhn wird im Jura zu nem zwar zugigen, aber doch recht zahmen und laminaren Wind. Die Bedingungen waren insgesamt wirklich gut, recht konstant, nicht wirklich turbulent, genügend stark (es hätte auch gut noch 10 km/h mehr mittlerer Windspeed vertragen).

Mittlerweile waren wir auch nicht mehr alleine mit unserem Kleinschirm. Vater und Sohn Bollinger waren etwas weiter drüben mit ihren Nano’s aufgetaucht. Allerdings hatten sie eine entscheidend bessere Taktik gewählt, sind wir noch zu Fuss im Schnee rumgehüpft, taten sie dasselbe auf Skiern! Eine mächtig gute Idee, den der Schirm lässt sich super als Kite missbrauchen und so sind sie gemütlich kreuz und quer die ganze Chasseral-Kuppe abgefahren.

Sebi konnte diese Provokation nicht auf sich sitzen lassen und eine kleine, steile, mit grossen Steinen bewehrte Kante eröffnete die Chance, die Situation wieder etwas zu Gunsten von uns zu drehen: Es hat dort knapp zum Soaren gereicht! Sehr spektakulär, die 30 Meter nach Osten gemütlich langsam, leicht gegen den Wind, nach Westen dafür mit nem Affenzahn der Hauswand des angrenzenden Restaurants entgegen :-) Da ich doch zugegebenermassen nicht so “än härte Siäch” wie Sebi bin, hab ich mich nicht wirklich getraut und ihm generös den Schirm überlassen…
Allerdings: Da wir uns vorgenommen hatten, eine gehörige, aber nur gerechte Portion Neid bei den zu Hause Gebliebenen zu erzeugen, ist mir irgendwann eingefallen, dass ich ne Kamera dabei habe und so hats dieses, leider bedingt durch die Akkulaufzeit etwas gar kurze Filmli gegeben:
http://www.youtube.com/watch?v=A7Y_rQ7aN_Q
Zumindest für ein bisschen Neid sollte es reichen :-)

Nach nem Tipp von Housi Bollinger (”dort hats ne steile, weite Flanke, gut um zu soaren”) haben wir uns zu schon fortgeschrittener Zeit noch auf den Weg in Richtung Sendeturm gemacht. Der sah so gemütlich nah aus, aber der Marsch durch den Schnee hat die Entfernung doch noch etwas steigen lassen… Zudem hat der Wind mit jeder Minute, die wir unterwegs waren, an Stärke abgegeben, beim Turm angekommen konnte man den Schim grad noch so in der Luft halten. Schade.
Nach etwas Aussicht geniessen und einigen Föteli in der nun tiefen Abendsonne gings zurück zu unserer Hauskante (wo der Wind inzwischen auch schwächer war) und nach einem letzten kurzen, hangnahen Flügli zurück nach Nods.

Den Bus in Nods knapp erwischt gings über die Stationen Nods-Prêles-Ligerz-Biel-Zürich HB-Mister Wong-Zürich HB-Luzern wieder nach Hause. Fazit: Wieder mal im Jura gewesen, ne gute Möglichkeit bei Föhn kennengelernt, den Skim mal wieder gelüftet, nen gemütlichen Tag verbracht, war eine tolle Sache.

War mir halt schon immer klar, dass ich nie sowas wie z.B. Modellfliegerlen möchte, ist halt schon was tolles, so ein Föhnsturm, hoffentlich das nächste Wochenende wieder!

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  1. Skydive
    16. Dezember 2008, 05:24 | #1

    cooli sach… muen mer also en streckeschirm, en freestyleschirm, en speedschirm zuelegge ;)

    ah ja u en tandem für d’fründin :D

    cooli sach u schöni bilder…schad bin i mit minere neue cam ned debi gsi :D

    wieder mal cool gschribe urs grati… u de niiiiiiiiiiid isch vorhande ;)

  2. AirNatuk
    16. Dezember 2008, 12:12 | #2

    Hesch du eigentlich no irgendwo Tandemsspreize umeliege? Irgendwie würd mi das am normale Schirm reize (z.B. mol ame ne grossen, z.B. an dim ;-) ).

    Ziel isch immer no:
    Tandem am 18m^2, Mathieu Rouanet

  3. Skydive
    16. Dezember 2008, 15:13 | #3

    JO sicher hani tandemspreizer… wär debi aber ned mit mim neue schön trimmte schirm dänn scho eher irgend so öbis wie din alte arctic

    also wend en schirm häsch dänn ab ad brändle… mer chönt ja au en mentor mal uslehe über de sebi ;)

  4. AirNatuk
    16. Dezember 2008, 22:24 | #4

    Dr Artik hät ich vorgschlage, wenn i en no hätt… jetzt müesse mers halt mit em 6907 versueche ;-)

    Jetzt chunnt mir grad in Sinn, dass ich jo no dr Hook irgendwo bi mir umelit… Ideal! :-)

  5. falcon
    21. Dezember 2008, 19:06 | #5

    zur erinnerig: ich ha no en nigelnagel neue skim zum verchaufe…. und de priis isch sicher nöd schlächt.

    079 816 47 19

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