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Endlich die ersten Flüge mit dem SOL Sonic 2

Heute konnte ich endlich meinen “neuen” SOL Sonic 2 auf der Post abholen und die ersten Flüge damit machen. Natürlich gings dafür, allerdings erst ewa um 13 Uhr, an den Brändlen. Und selbstverständlich ist dort oben im Moment alles weiss und so hab ich auf den komfortablen Startplatz am Südhang gehofft. Vorerst wurde aber mal nix damit, zuviel Rückenwind. So musste ich dann doch durch den Schnee an den Nordstartplatz hoch… Gruuusig!

Ich hab einen gemütlichen Start hingelegt, da ich nicht wusste, was in Sachen Vorschiessen auf mich zukommt. Der Schirm startet soweit mal gut, kommt allerdings etwas gemächlicher hoch als der 6907, könnte evtl. auch an der schwereren Kappe liegen. SOL verwendet an den stärker beanspruchten Stellen immer noch Gelvenor, was zwar etwas schwerer ist als Porcher, allerdings auch eine viel bessere Stabilität im Hinblick auf Porosität hat.

Im ersten Flug noch nicht viel spektakuläres gemacht, als erstes mal einige Male Sackflug mit langsamem Ausleiten um zu prüfen, ob der Schirm keine Tendenz zeigt, drin hängen zu bleiben => ein Killerkriterium für mich, würde nen Schirm, der dieses Verhalten zeigt (meist wegen Vertrimmung oder Porosität), nicht fliegen wollen. War aber alles OK. Aufgefallen ist: Der Schirm ist verdammt stabil im Sackflug, kein Vergleich zum 69, viel weniger nervös, alles komplett offen, und wenn mal ein Ohr zugeht, dann öffnet sich dieses von selbst ohne grössere Übungen wieder. Hat mich an den Aspen 2 Freestyle erinnert, den ich mal für einen Flug fliegen durfte. Sehr angenehm.

Zudem reisst der Schirm über die ganze Länge gleichzeitig ab, auch wenn die Bremsleinen in den Rollen verlaufen (der 69 macht das nur, wenn weit aussen gebremst wird, deshalb hab ich die Bremsleinen aus den Rollen entfernt). Werde die Bremsleinen deshalb in den Rollen belassen, ist angenehmer zu sortieren so. Für einige Stalls hats auch noch gereicht beim ersten Flug, man möchte ja erst mal rausfinden, was da in etwa auf einem zukommt.

Danach meine gewohnten Artik-Bremsgriffe montiert, die Bremsen etwas gekürzt und wieder rauf. Ab jetzt gings vom Südstartplatz, wenn im Moment auch noch mit einem recht starken Rückenwind… War aber wiederum eine gute Bewährungsprobe, wie läuft das Starten unter diesen Bedingungen. Brauche tendenziell einige Meter mehr an Startstrecke als mit dem 69, der Schirm taucht auch etwas mehr ab, etwas kleinere Fläche und schätzungsweise etwas schneller getrimmt. Das Gefühl, etwas schneller unterwegs zu sein hatte ich auch beim Rausfliegen, hab tendenziell weniger Zeit benötigt um über den flachen und grossen Wiesen im Tal anzukommen.

Die Bremsen waren immer noch etwas lang eingestellt, zuerst wieder einige Sackflug-Übungen, danach der erste Heli-Versuch. Und was soll ich sagen, mit diesem Schirm ist das Manöver geschenkt! Kein Vergleich zum 69, wo dort ständiges und sensibles korrigieren nötig war hat hier der Schirm einfach ruhig gedreht! Kein aufschaukeln bei den kleinsten Inputs, die Kappe superstabil und immer komplett offen, es flattert nix und er dreht tendenziell schneller. So einfach, so gratis zu fliegen, ein Genuss! Und wenn’s denn mal etwas zu schaukeln beginnt reichen ein, zwei Bremsimpulse und die Sache dreht wieder symmetrisch und man hat Zeit, etwas die Gegend anzuschauen (wofür ich beim 69 immer nur für Augenblicke Zeit hatte). Der Unterschied ist wirklich frapant, so ähnlich hat sich auch der Aspen 2 Freestyle verhalten und auch dort war ich begeistert von diesem einfachen Heli-Verhalten!

Auf diesen 2 ersten Flügen hatte ich keinerlei Probleme festgestellt, somit konnte beim nächsten Flug mal weiteres versucht werden. Die nochmals gekürzten Bremsen fühlten sich jetzt gut an. Es folgten 2 Dynamic Stall-Übungen. Der erste war eher der gemächlicheren Sorte, einfach aus 100% Bremse spicken gelassen und danach aus diesem Schwung gestallt. An und für sich problemlos, aber deutlich anders als beim 69. Der Schirm reisst wie gesagt symmetrisch ab, die Ohren fahren tendenziell etwas früher an und kommen deshalb eher nach vorne, wenn man dies nicht verhindert. Dies war beim 69 durch die grundlegend stärker angebremsten Ohren nicht der Fall. Symmetrisch abgerissen sieht das Manöver zwar etwas schöner aus, wird aber auch etwas schwieriger zu fliegen.
Der zweite Versuch war ausgehend aus zwei Wing-Overn, ich hab den Schirm, mit dem Gefühl des 69 in den Armen, nicht lange Schwung abbauen lassen und recht früh abgerissen und fand mich daraufhin für einige lange Momente richtig schwerelos und natürlich mit Null Kontrolle auf den Bremsen wieder. Uhh, ein schlechtes Gefühl ;-) Nachdem die Leinen schlagartig wieder auf Zug waren hats recht deftig geknallt und die Sache ist wieder geflogen. Eigentlich ein schöner, wahrscheinlich auch einigermassen hoher, dynamischer Stall, aber an dieses schwerelose, völlig kontrollfreie Gefühl muss ich mich erst noch gewöhnen :-) Bei 69 war das, auch mit viel mehr Schwung eingeleitet, nie so ausgeprägt. Werd ich noch etwas üben müssen.

Danach musste ich endlich auch noch SATen. Geht einfach in den SAT (jeweils auf die eher ungewohnte, linke Seite), war natürlich zu erwarten. Im SAT wird allerdings das Sitzbrett recht stark in die Schräge gekippt, muss ich mich noch etwas dran gewöhnen, allerdings problemlos. Einzig die Ausleitung war jeweils recht hässlich, ein Grossteil der ungebremsten Seite ist immer geklappt, sicherheitstechnisch zwar problemlos aber nicht grad schön. Werd ich auch noch weiter rumprobieren müssen.

Auf den nächsten Flügen hab ich u.A. 3 Mal SAT zo Heli versucht, 3 Mal hats funktioniert! Ausser dem zweiten Versuch wars zwar nicht wirklich ein schöner Übergang, wo allerdings der 69 mit drehen aufgehört hat drehte hier der Sonic munter weiter in en Heli, wenn manchmal auch recht langsam und mit einigem Gewürge. So klappt der Übergang immerhin mal viel zuverlässiger, wenngleich er natürlich auch noch einiges schöner und regelmässiger sein könnte.
Auch aus dem Stall ists ein leichtes, den Schirm in den Heli zu bringen.

Fazit: Ich bin restlos begeistert vom Heliverhalten des Schirmes! So geil einfach und zuverlässig! So hat ein Schirm einen Heli zu fliegen, ist wie Tag und Nacht im Vergleich zum 69! Etwas Gutes hatte der 69 bezüglich der Helikopterei allerdings: Wenns dort zuverlässig geht, dann gehts mit allem anderen auch! Hab fast etwas Angst, dies durch das einfache Verhalten des Sonic wieder zu verlernen…
Ansonsten gilt es das andere Stallverhalten zu erwähnen, werd deshalb noch etwas am Dynamic Stall rumüben und mich daran gewöhnen müssen. Sollte aber in erster Linie ne Gewöhnungssache sein.
Alles in allem empfinde ich den Sonic 2 als nicht wirklich viel aggressiver und anspruchsvoller als der 69, hatte ich etwas anders erwartet. Er wirkt vor allem viel ausgereifter, man spürt deutlich, dass der Schirm für sauberes und zuverlässiges Manöverfliegen gebaut wurde und man spürt die 2 oder 3 Jahre an Evolution, die zwischen dem 69 und dem Sonic 2 liegen.

Zum Flugverhalten und -feeling: Ich bin mir recht sicher, dass der 69 die bessere Gleitzahl hat als der Sonic 2. Aber wen interessierts… ;-) der Sonic 2 scheint zudem schneller zu sein, was nicht nur auf die um einen Quadratmeter reduzierte ausgelegte Fläche (69 etwa 19m^2, Sonic 2 15 etwa 18m^2 ausgelegt) zurückgeführ
t werden kann. In Wingovern bauen beiden Schirme ähnlich viel Energie auf, konnte keinen grossen Unterschied feststellen.
Der Schirm fühlt sich im Vergleich zum 69 etwas härter an, die Bedingungen waren heute zwar sehr smooth, kann mir aber vorstellen, dass sich eventuelle Thermik-Hackereien hier etwas anders als gewohnt anfühlen. Wir werden sehen…
Die Kappe weisst den gewohnten Aufbau auf, 4 Ebenen à 3 Leinen pro Seite. Die oberste Galerie ist unummantelt, die Leinen sind im Allgemeinen eine Spur dünner als die des 69. Die Eintrittskante ist zwar konvetionell aufgebaut, allerdings auffällig dünn und sie geht zudem nicht bis weit nach aussen, sprich die Zellen sind bis weit in den Schirm hinein geschlossen.

Und auf die Oberseite des Schirms hat der Hersteller in grossen Lettern seinen Namen gepappt, die aufgeklebte Folie hat auch schon bessere Zeiten gesehen… ;-)

SOL Sonic 2
Zum Acro fliegen ist der Sonic 2 sicher besser, denke der 69 hat aber für geile Soaring-Plausch-Tage immer noch seine Berechtigung, da er doch etwas weniger zu sinken scheint und das Handling (ausser im Heli ;-) ) sehr ähnlich toll ist.

6907 => eher Freestyle-Plausch-Schirm
Sonic 2 => eindeutig Acroschirm

Ich kanns kaum erwarten, am Wochenende wieder drunter zu hängen :-)

Hier noch die interessanten technischen Daten des SOL Sonic 2 15:

Flügelfläche ausgelegt: 18.07m^2
Flügelfläche projeziert: 15.01m^2
Streckung ausgelegt: 6.06
Streckung projeziert: 4.5
Spannweite ausgelegt: 10.47m
Spannweite projeziert: 8.23m
Höhe: 6.8m (…und ist damit etwa gleich hoch wie der viel grössere Peak…)
Zellen: 56

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  1. Skydive
    10. Dezember 2008, 05:23 | #1

    denke ned das de heli verlernsch, denn in australie muesch es dänn wieder mit em peak mache u mit dem isch es sicher au ned so easy ;)

    aber sguete isch, das i jetzt sicher din 69 hi u wieder uslehne chan ned? :D

  2. AirNatuk
    10. Dezember 2008, 19:03 | #2

    Hesch jetzt dr billigi 6907 us em DHV-Gebrauchtmarkt nid gkauft ;-)

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