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Dolomite Weekend 18.10.2008

Wie immer vor dem Fliegen kamen bei mir die zweifel, wohin man gehen sollte.
So wies nun mal ist gab es so viele Vorschläge wie Leute die man kennt. Wobei die Auswahl soweit eingeschränkt wurde, dass Urs nach Fiesch fuhr, Sebi wars glaub egal, da er am Freitag noch nen gemütlichen Flug in Davos machte und der Sebastian (Sebi -> Nova Teampilot aus der Schweiz / Sebastian -> Skyjam Acroteampilot aus Deutschland ;) ) meinte die Dolomiten sollten ziehen.

Ja nach ewiger Diskussion entschieden wir am Fr. um 23:00 das wir jetzt doch in die Dolomiten fahren. So kam es, dass Sebi und ich kurz vor 24:00 im Auto sassen und Richtung Österreich losfuhren.

Wir kamen eigentlich sehr gut vorwärts bis kurz nach dem Arlberg. Dort wurden wir in einer Polizeikontrolle rausgenommen. Diese dauerte ewigs und wir wunderten uns schon, wie uneffizient die österreichische Polizei war. Doch die verzögerung ergab sich daraus, dass wir die falschen Autopapiere mit uns mitführten. So wies mich der Polizist höfflich darauf hin, dass das Fahrzeug eigentlich so nicht in Österreich fahren dürfte, aber als ich mich erklären wollte, meinte er nur “Passt scho” und lies uns von dannen ziehen. Leider haben die tiroler Polizisten alles aufgeboten was sie konnten und wir wurden kurz später wieder durch eine Kontrolle aufgehalten. Doch wir hatten noch mal Glück und konnten wieder weiter, da wir sie überzeugen konnten, dass wir grad vor 10min schon mal kontrolliert wurden.
Nun mit erhöhtem Blutdruck und Schweissperlen auf der Stirn entschieden wir uns ganz gemütlich im Tempolimit zu fahren, um ja kein Aufsehen zu erregen.

In Telfs angekommen machten wir es uns im Auto gemütlich und dössten vor uns hin, bis der Anruf von Sebastian kam, wo wir den eigentlich steckten. Obwohl ich Sebastian noch ans Herz gelegt habe nicht sein ganzes Hab und Gut nach Italien zu nehmen, ging mein Wagen doch enorm in die Knie als wir alles Material von Sebastian in meinen Wagen verstauten.
Durch die Überlast hatten wir jetzt wenigstens das problem nicht mehr, dass wir zu schnell unterwegs sein könnten. :)

Bei der Fahrt über den Brenner war die Aussicht im Tirol noch gigantisch, es hatte strahlend blauen Himmel, doch als wir drüben waren, stand eine regelrechte Wolkenwand vor uns. Generell verschlechterte sich meine Stimmung und ich dachte schon, wie schön es jetzt der Urs in Fiesch haben wird und was er für riesige Strecken zurücklegen würde. Wobei wir in ner Suppe gerade mal abgleiten können.

Doch als wir um ca. 11:00 am Sellapass ankamen löste sich die Wolkenschicht teilweise immer wieder auf. Da wir uns ja so perfekt vorbereitet hatten, haben wir uns dezent mit ein paar Österreicher angefreundet, die uns dann bereitwillig die Gegebenheiten erklärten.
Voller Tatendrang gingen wir zum Startplatz “Lokomotive”, der Direkt am Sellapass lag. Vor uns ging en zwei Boomerangs in die Lüfte und konnten sogar an der Wand steigen. So sputete ich mich und dachte mir, was die können kann ich schon lange. Als ich rausstartete, hatte ich den doch rechten respekt vor der riesigen Wand und habe mich bei den schwachen Bedingungen nicht so nah herangewagt wie ich sollte. So kams wies kommen musste und ich stand nach kurzer Zeit wieder am Boden. Wobei der Aussenlandeplatz sehr speziell ist. Es ist eigentlich nicht mehr als ein Bachbeet, dass von Bäumen eingerahmt ist und so eine art Landebahn erzeugt.
Ich schaute neidisch hoch und sah das Sebi mit seinem alten Lappen schon fast an der Basis kratzte.
Ufem Sellapass mit em Joch
Beim rauftrampen fuhren alle Turis an mir vorbei und sogar ein Gleitschirmauto lies mich links liegen… Doch ein Rai Kamera man hatte verbaren und nahm mich noch nach oben mit.

Als ich oben ankam war Sebastian immernoch am rumdösen und er beklagte sich lauthals das man mit seinem kleinen Schirm da keine Chance hätte raufzukommen. Unterdessen landete Sebi wieder oben rein und hatte seinen Packsack nicht mehr im Gurtzeug sondern auf dem Schoss. Es muss einfach mal gesagt werden, das dieser Kerl alles bis zum letzten verwendet! Solange es noch nicht selber lebt, oder in seine Chemischen bestandteile aufgelöst ist, verwendeter alles…
Nun stiegen immer mehr Schirme an der Wand auf und so entschieden wir uns nochmals das Glück zu suchen und die Wand mit dem Gleitschirm zu erklimmen.
Als ich wieder rausflog ging es super Stark nach oben und man hatte schon fast mit all den Kletterern mitleid die in der Wand hängten und mühselig nach oben kletterten, während wir in gut 1-2 Minuten an der Basis klebten…

D'wand us de luft...
NOVA-SHT (StartHangTuning)
Für den Abend entschieden wir uns beim Aussenlandeplatz zu zelten. So hat Sebastian sich zur verfügung gestellt um den Wagen runterzufahren. Während Sebi und ich noch einen Versuch starteten um an der Wand ein bisschen Höhe zu gewinnen. Da wir nun die Wand schon kannten und die Sonne nicht mehr wirklich heizte konnten wir uns ganz nah an den Hang schmieden und die leichten Aufwinde nutzen um noch ein paar Höhenmeter zu machen.

Um meine Schmach vom morgen auszubügeln entschied ich mich ganz ins Tal runterzugleiten. Doch hätte ich nicht gedacht das das zu so einer Nervenprobe wurde. Ich hatte immer kleine Felder wo ich sicher irgendwie Runterkommen würde doch war ich immer knapp über den Baumwipfeln und der Taleinschnitt war sehr sehr schmal.

Winzig
Die Nacht auf Sonntag verbrachten wir im Zelt, jedoch nicht alle Schlafend. Da es ca -7°C wurde und nur Sebastian einen leichten Schlafsack dabei hatte wurde es für ihn zu einer sehr ungemütlichen Nacht. Am Ende hatte er so viel Mittleid erregt, dass ich ihm meinen vorgewärmten Innenschlafsack auslieh als ich am morgen Wandern ging.

Camping in de Dolomite
Der Sonntag versprach einiges, da der Himmel super klar war. So konnten wir wieder gegen 12:00 Starten und ich wurde schon sehr stark raufkatapultiert. Sebi und ich starteten grad die Querung nach Westen als Sebastian sein Glück versuchte. Doch leider kam ein generelles Absaufen, da vermutlic
h noch in den tieferen Regionen eine Inversion eingelagert war. Zwar flogen einige Schirme in stratosphärischen Höhen doch der allgemeine Trend war gen unten.

Durch Glück und Überredungskunst, konnten wir uns die teure 16€ Auffahrt sparen, indem wir ein paar Tschechen bearbeiteten uns nach oben zu fahren und dafür die grandiose Aussicht zu geniessen. Zum Glück kammen wir so schnell wieder hoch, da nach unserem zweiten Start der Wind am Pass aufeinmal von hinten kam. Doch es bildeten sie die schönsten Kumuli und man konnte gemütlich an die Marmolada gurken. Es ist schon noch eindrücklich und gewaltig wenn man an den riesiegen Felswänden entlangfliegt. Als ich grad die Marmolada überhöhte, musste ich den Hut vor Toni Bender ziehen der dort oben eingelandet ist. Chaupeu!!!!

d'marmolada zum erschte...
...und zum zweite

Nach einem Angenehmen schönen kleinen Rundflug landeten wir wieder bei der Lokomotive und machten uns, da wir ja wieder morgen Arbeiten mussten langsam auf den Heimweg.

War ein Hammerweekend und mega Spontan. So erlebt man was ;)

Domi, Sebi, Sebi
Der link mit allen Fotos.
Hier der Link zum Sightseeingflug.

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  1. AirNatuk
    21. Oktober 2008, 17:50 | #1

    Da kann man schon etwas neidisch werden… ;-)

    Am Sa in Fiesch hatte es erst mal bis um etwa 13 Uhr keine Sonne, alles bedeckt. Ich war allerdings schon um 10 Uhr dort und hab erst mal 3 kurze Flüge runter gemacht. Immerhin geht das helikoptern seither auch einigermassen mit dem Peak ;-)

    War wieder mal Guggenmusikfliegen an dem Tag, deshalb Grill am Landeplatz und einige Festbänke. Hat den auch lustig ausgesehen, als die 30 Tandems angeflogen gekommen sind. Einer hat seinen Tandem zudem in die Fahrleitung der MGB gehängt und das grad ankommende Zügli für 10 Minuten aufgehalten. Natürlich war auch s’Benji vor Ort und hat infinite-getumblet…

    Nach 13 Uhr wars eigentlich immer noch abgedeckt, jeweils an einzelne Stellen hat manchmal etwas Sonne geschienen. Das und die trotz Abdeckung etwas höhere Sonneneinstrahlung am Nachmittag haben gereicht, damit es überraschend gut geflogen ist, besser als an den stabilen Tagen im Sommer unter völlig blauem Himmel. Sogar über Bellwald, das erst am Abend etwas Sonne gesehen hat, ists geflogen. Auf der Südseite des Goms ists auch sehr gut rauf, allerdings hat man dort gegen den Südwind kämpfen müssen, man hat die Föhntendenz gespürt.

    Am So war ich mit Pädi in Engelberg am Brunni (allerdings mit dem 69), ist auch recht gut geflogen. Habs aber trotzdem geschafft, abzusaufen, nachdem ich etwas viel Höhe durch manöverlen abgebaut habe…

  2. Sebi (deutsch)
    21. Oktober 2008, 19:11 | #2

    Heyo Domi, kuler Blog und merci, dass Du meine “nicht so erfolgreichen” Flugversuche etwas unter den Tisch hast fallen lassen. Und ja das mit dem Acroteampilot überdenken wir dann nochmal ja?! ;)

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