Fiesch zum Zweiten am 31.07.2008
Wieder gehts nach Fiesch, dieses Mal ist Thomas mit dabei. In der Höhe weht ein mässiger Südwestwind, wir besprechen unsere Routenpläne. Thomas möchte über Grimsel, Furka und Oberalp ins Bündnerland nach Chur fliegen, ich hab mir den Flug über den Nufenen ins Tessin nach Bellinzona vorgenommen, für mich etwas Neues.
Wieder mal sind die Bedingungen recht stabil, wieder warten wir am Startplatz auf etwas Thermik. Ich möchte heute aber nicht wie schon so oft mit allen zusammen am Startplatz rumhocken und auf einen Mutigen warten sondern lieber fliegen gehen. Auch wenns halt nicht sofort raufgeht, absaufen wird man erfahrungsgemäss in Fiesch nicht so einfach. Ich bin also schon bald in der Luft. Das lockt aber erst mal niemanden, die nächste Stunde verbringe ich mit Kratzen und mühevollem Höhe halten…
Irgendwann gehts dann aber rauf und weiter, standesgemäss zuerst ins Goms. Nach dem harzigen Start geht es aber gar nicht mal so schlecht bis Ulrichen, vorausgesetzt man fliegt mit genügend Höhe, unten raus ists sehr mühsam. Ob Ulrichen gilt es maximale Höhe zu machen für die Querung übers Goms und den Flug durchs Täli bis an vielversprechende Südwände vor dem Nufenen. Nach der Goms-Querung bin ich schon etwas tief, finde aber schell wieder schwaches Steigen noch im besagten Täli drin. Auf keinen Fall möchte ich, dass hier der Flug schon zu Ende ist, drehe alles aus, was ich finden kann. Es vergeht recht viel Zeit, bis ich die Höhe habe um rüber an den Pass selbst zu fliegen, aber immerhin muss ich mir auch bezüglich eines Absaufers keine Sorgen machen.
Auf der Passseite geht es erst soarenderweise an Wanderern vorbei in die Höhe bis ich endlich auf einen vernünftigen Thermikschlauch stosse, welcher mich über die Gipfel in den Himmel befördert. Endlich kann ich den Pass verlassen und auf einen Gratisflug einem wunderbaren Grat dem Bedrettotal entlang hoffen.
Bis hierhin war ich superlangsam unterwegs, überall vorsichtiges drehen, ja nichts auslassen, alles Steigen immer mitnehmen und so weiter, halt einfach Streckenfliegen, wie es nicht wirklich Spass macht. Jetzt möchte ich endlich mal vorwärts kommen, drehe deshalb sehr wenig, eigentlich nur noch einmal richtig, ich hoffe auf die kontinuierlichen Aufwinde der Südflanke des Bedrettotals. Diese sind aber schwach, gratis fliegen ist nicht drin, was ich zwar zur Kenntnis nehme, mir aber irgendwie egal ist.
Mit dieser Einstellung versenke ich mich nach dem Gotthard, ich komme tief über Airolo an. Dort geht es langsam wieder rauf, meine Motivation ist aber eigentlich nicht mehr wirklich vorhanden. Trotzdem fliege ich, als ich irgendwann mal keine Lust mehr aufs Thermikdrehen habe, weiter in Richtung Ambri an eine Flanke über dem Ritomstausee. Auch hier gehts nicht wirklich, aber es reicht zum Soaren, das mache ich und schaue dem Stau auf der Gotthardautobahn zu. Allerdings nicht lange, ist auch nicht wirklich spannend, zwecks vernünftiger Zugsverbindung gehe ich in Airolo landen. Der Talwind ist schwach und unten raus ists stabil, trotzdem ists weiter oben doch so labil, dass die Wolken langsam in unangenehme Höhen wachsen und Gewitter nur noch eine Frage der Zeit sind. Wahrscheinlich in etwa die mühsamste Konstellation zum Streckenfliegen, es geht nicht wirklich was und die Zeit, das Wenige auszudrehen, um doch noch weit zu kommen, hat man auch nicht…
Stabil, stabil, aber immerhin den Nufenen gepackt. Irgendwann solls weiter gehen, zumindest bis Bellinzona…
Hier der Flug auf xcontest.
Hier der Flug von Thomas auf xcontest.