Jassen in Fanas am 14.06.2008
Hab ich doch glatt vergessen… vor Scuol war ich unter anderem wieder mal in Fanas… Ist mir erst wieder in den Sinn gekommen, als ich die Fotos auf der Kamera gefunden habe.
Ja, die Prognose für diesen Tag war gar nicht schlecht. Aber vollkommen falsch. Anstatt anfangs leichter Schichtbewölkung, welche sich noch am Vormittag auflösen soll hatte es dicke Schichtbewölkung, welche sich den ganzen Tag nicht auch nur im Ansatz aufgelöst hat.
Immerhin hatte ich den Fehler nicht als einzigen begangen. Mit mir haben fünf andere Gleitschirmler in Schiers auf das Büsli gewartet. Nun gut, erst waren wir noch voller Hoffungn, aber an Thermik war vorerst noch nicht zu denken, so sind wir in der Beiz bei der Sassauna-Bergstation (welche etwa 600m unter dem Gipfel liegt) zuerst mal etwas trinken gegangen. Nachdem auch nach der 3. heissen Schoggi (es war nicht eben warm dort oben) das Wetter immer noch keine Anstalten gemacht hat, sich zu bessern, haben wir uns in geschlossene Räumlichkeiten verlegt und für die nächsten 2 Stunden erst mal gejasst…
Das Wetter war unverändert, trotzdem hat sich langsam Tatendrang breitgemacht, kann ja nicht sein, dass man den ganzen Tag auf einem Berg einfach in der Beiz verbringt. Unsere Gruppe hat sich aufgeteilt, der ältere Teil hat sich für den Gleitflug vom Höreli runter ins Tal entschieden, der jüngere Teil wollte das gleiche, aber vom Sassaunagipfel aus. So bin ich mit Thomas und Andrej (ganz sicher bin ich mir betreffend der Namen nicht mehr, sollten aber doch stimmen) auf den Sassaunagipfel hochgewandert.
Wie zu erwarten war hatte sich das Wetter auch bei Erreichen des Gipfels nicht gebessert, aber trotz der Bewölkung hatte es unverkennbar Thermik. Der Aufwind an der Sassaunaflanke hat einen angenehmen Start ermöglicht, sogar etwas soaren war drin. Langsam sind wir aber doch tiefer und tiefer gekommen, eine verbissene Sucherei nach dem wenigen Steigen ging los. Andrej hat das Gebiet zum ersten Mal beflogen und deshalb die Standartschläuche nicht genau gekannt und ist bald landen gegangen, Thomas und ich konnten sich etwa auf Hörelihöhe festkrallen. Marc ist langsam auch etwas tiefer gekommen, das war aber nicht wirklich ein Problem, da inzwischen der Talwind eingesetzt hatte und man locker über Grüsch darin soaren konnte. Das hat nicht nur er sondern auch einige Deltas gemacht, war schön zum zuschauen.
Ich war immer noch so knapp auf Hörelihöhe, inzwischen schon am Drehen des Nullschiebers seit einer knappen Stunde… Inzwischen hat aber immerhin der Talwind auch hier Wirkung gezeigt, es wurde einfacher, manchmal war sogar etwas Höhengewinn drin. Auch hat sich mit der Zeit der eine oder andere Thermikschlauch etabliert (keine Ahnung wieso die entstanden sind, Sonne war nach wie vor nicht) und es ist jetzt recht locker geflogen. Die Basis war natürlich tief, aber Spass in der Luft konnte man trotzdem haben. Die Wolken sind aber mit der zunehmenden Labilisierung auch immer dunkler geworden, in Richtung Sargans waren die ersten Regenschleier zu sehen. So bin ich nach etwa 2 Stunden landen gegangen. Der Talwind war Grüsch-gemäss sehr stark, ganz entgegen der wenigen Sonneneinstrahlung aber ganz gemäss der sehr labilen Luftschichtung.
Immerhin war doch nocht etwas fliegen drin an den Tag. sf.meteo hat sich zwar grandios in der Vorhersage getäuscht, aber das kann ja mal passieren…