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Schon wieder Scuol… am 21.06.2008

So, erste Etappe den Blog wieder etwas nachzuführen. Sind recht harte Tage, wenn das Wetter so schön ist wie im Moment, komme neben dem Fliegen fast zu nichts. Das hier ist nun doch schon einige Tage her, aber für einen Eintrag reichts immer noch…

Die letzten Tage waren oft frustrierend, viel gereist, wenig geflogen, manchmal ist nichts gegangen, manchmal schon, aber dann hab ich die Möglichkeiten nicht ausgenutzt. Aber aufgeben, auschlafen, in der Region fliegen, keine Chance… es geht nach Scuol, aufstehen um 4:50 Uhr.

Hab mir ein Dreieck ausgedacht, dass ich mal ab Scuol oder St. Moritz versuchen möchte. Für heute ist zwar wieder mal etwas SW-Wind angesagt, trotzdem möchte ichs probieren, vielleicht spürt man im Bündnerland auch nicht so viel davon, schaun mer mal.

Als ich aus dem Vereinatunnel komme stehen über den Gipfeln schon schöne Wölkli, bezüglich Thermik siehts also gut aus. Leider ziehen einige dieser Wölkli auch etwas nach Nordosten, der SW wird also doch zu spüren sein.

Wie auch immer, bald nach 10 Uhr starte ich, die ersten Höhenmeter sind, wie eigentlich immer bei SW in Scuol, etwas turbulent, doch es geht, noch nicht sehr schnell, aber für die Uhrzeit überraschend zuverlässig an die Basis, ich bin fürs erste erleichtert. Gemäss meinen Dreiecksplänen gehts jetzt das Engadin rauf, also los, bis Susch ists Standart und einfach. Danach wirds ruppiger, bis Zernez ists aber noch OK. Leider bin ich nicht mehr über 3000m und spüre all die Turbulenzen der Ecke dort… das muss ich nicht haben, ich möchte nur noch weg und trete den Rückzug nach Susch an. Erst mal hält diese Schüttelei aber an, immer wieder treffe ich auf heavy Ablösungen, die ich aber eigentlich gar nicht möchte, da ich mich ruhiger und ebenso schnell auch am Piz Linard retten kann.

Endlich erreich ich diesen und es geht wieder in die Höhe in ruhigere Luft. Zusammen mit einem Omega 6 drehe ich auf und zusammen fliegen wir auch die nächsten Kilometer, versuchen so wenig wie möglich zu drehen und die Höhe mit delfinieren zu halten. In Ramosch hab ich Glück, komme etwas höher an und verlier ihn deshalb aus den Augen. Die weiteren Kilometer bis Fiss, wo ich wende, sind etwas mühsam, keine wirklich tollen Schläuche und auch der Rückenwind, den ich mir der Prognose nach in dieser Richtung versprochen habe ist nicht wirklich zu spüren, es könnte schneller gehen.

Wie gesagt, bei Fiss (Österreich) wende ich, da es meiner Meinung nach etwas träge vorwärts geht und ich inzwischen einen neuen Plan habe, ich möchte über den Arlberg zurück in die Schweiz. Die Route hab ich mir aufgrund anderer Dreickspläne schon öfters angeschaut, glaube sie zu kennen und bin einen Teil davon von Scuol aus ja auch schon geflogen.

Also, ab Landeck geht’s das Stanzertal rauf, danach mus ich irgendwie über den Arlberg bevors das Klostertal wieder runter geht, am Ende steht Feldkirch und die Grenze ist nicht mehr fern. Leider begehe ich schon zu Beginn einen dummen Fehler und flege das Paznauntal anstatt das Stanzertal rauf. OK, so schlimm wär das nicht, einfach der Weg etwas länger…

Zu Beginn meiner Rückkehrroute siehts denn auch gut aus. Grad bei der Verzweigung des Paznauntal und des Stanzertal gehts verdammt schnell auf fast 3700m, den stärksten Schlauch, den mein Vario bisher gesehen hat, 7m/s gemitteltes maximales Steigen, fühlt sich recht krass an. Die Höhe verliere ich dann auch während der nächsten Kilometer nicht. Ich fliege weiter, es geht langsam etwas runter, ich möchte zur Sicherheit wieder etwas Höhe machen, lieber etwas langsamer dafür weiter kommen… Grosser Fehler! Es gehts nichts, es spült mich an der Flanke, an der ich eigentlich Höhe machen will, einfach runter! Die längste Zeit gehts mit 5m/s runter ins Tal, zum soaren hats nichts, irgendwann tief versuch ich mich in einem Talwindlee (dieser kommt nicht das Tal rauf, sondern runter, ist aber zum Glück nicht sehr stark) noch zu retten, erst scheint es, dass dies sogar gelingen könnte, aber nicht für lange, irgendwann gehts dann hackig entgültig nach unten. Etwas später lande ich in Ischgl, erst jetzt wird mir klar, dass ich zuvor in falsche Tal abgebogen bin… Grad erst noch hab ich die gröste Höhe dieses Fluges gehabt, aber trotzdem stehe ich wenig später schon am Boden. Warum es mich so arg runtergespült hat kann ich mir nicht erklären, das nächste Mal versuch ichs einfach ohne Höhe zu tanken auf direkterem Wege.

Wieder mal trete ich die Heimreise aus Österreich an. Via Autostopp nach Landeck, danach mit dem Zug nach Zürich, Luzern, wie schon das letzte Mal hat der Zug eine halbe Stunde Verspätung in Landeck, wie schon das letzte Mal bin ich um halb zehn Uhr zu Hause. Werden immer lange Tage, wenn ich ab Scuol fliege…

Die Dreiecksidee ab Scuol geb ich nicht auf, das nächste Mal werd ich aber bei Zernez eine direktere Route in grösserer Höhe quer über die erwähnte Ecke suchen, damit sollte ich den diversen Talwinden, die dort ankommen oder weggehen, ausweichen können. Ein Deutscher, den ich am Start noch getroffen habe, hat vorgemacht wie’s gehen könnte:
http://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:dltyrkas/21.6.2008/08:40

Hier der Flug auf xcontest. Immerhin bin ich dieses Mal nicht 500m vor den 100km gelandet ;-)

Uersel Cross Country , ,

  1. paraglog
    27. Juni 2008, 12:30 | #1

    Nicht schlecht Urs. Bei dir tönt ein 100km Flug wie eine Niederlage! Ich wäre stloz 100km fliegen zu können. Das ist aber im Moment sicher nicht drin, da das Wetter wieder einmal nicht mit macht. Schon echt mühsam. Irgendwie sind auch die Fluggebiete für mich hier viel zu reguliert, du kannst nicht einfach irgendwo hin gehen und fleigen, du musst immer hundert regeln beachten, leute informieren oder zumindest kennen, mitglied in einem weiteren Club sein, wenn auch nur für einen Tag(!) etc., etc. Das macht keinen Spass. Hoffe es wird bald besser mit dem Flugwetter hier. Wieter Viel Erfolg bei deinem Sccuol Dreieck.

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