Gummen vom 26.04.2008
Eine ganze Menge Leute wollen an den Gummen. Darunter auch wir, Sämi, Marco, Pädi und ich. Zudem ist Stefan mit seinem Bruder für einmal nicht im Jura unterwegs sondern bei uns zu Besuch.
Leider wird es von diesem Flugwochenende keine Fotos von mir geben, da ich mein grünes Jäggli und darin die Kamera grad mal an der Talstation des Wirzweli-Bähnlis liegen lasse. Ist grad am Samstag schade, hätte viele schöne Aufnahmen gegeben.
Es ist noch etwas cirrig, die Flugschüler, die als erstes gestartet sind, können sich meist noch nicht wirklich halten. Ab und zu bleibt aber doch einer in der Luft hängen, es werden immer mehr. Was wir auch feststellen: Die Basis ist recht tief, deutlich unter 2000m. Wie auch immer, in den nächsten Minuten starte ich und gleich darauf auch Sämi.
Wie gesagt, die Basis ist tief. Ich möche eigentlich in Richtung Westen, fliege aber als erstes einfach mal etwas der Ostflanke entlang das Engelbergertal rauf und runter. In die Höhe gehts schnell und einfach, meist bewegt man sich grad so an der Basis, leicht in den Wolken. Leider verliere ich Sämi aus den Augen (Pädi und Marco hab ich gar nie in der Luft gesehen), als ich über dem Büelen wieder mal umkehre und zurück zum Gummen fliege, wo ich Stefan habe starten sehen. Ich weiss immer noch nicht so recht, was ich will, wing-overe etwas über dem Startplatz rum.
Versuche nun aber doch in Richtung Brünig zu fliegen. Südlich des Büelen ist die Talflanke etwas tiefer, ein Sigma 7 Proto und ein Omega 7 in der gleichen gelb-blauen Färbung machen dort recht souverän Höhe und überqueren den Grat. Würd mich interessieren, wer unter diesen Schirmen gehangen ist. Nach einigem Rumgekratze folge ich ihnen. Sie bleiben an der Ostseite des Melchtals, ich fliege rüber an die Westseite. Drüben gehts auch wieder gut in die Höhe. Ich treffe an der Flanke auf einen Sigma 6, der auch versucht, in Richtung Westen weiter zu fliegen. Mich schreckt die tiefe Basis beim Blick an den Brünig aber ab und so fliege ich zurück ins Engelbergertal (der angesprochene Sigma 6 hat die Strecke nach Interlaken und zurück aber doch geschafft). Ich komme dort zwar nicht an der Basis, aber doch recht hoch an und möchte jetzt nicht wieder Höhe machen, so gehts direkt weiter nach Engelberg. Der Entscheid stellt sich als Fehler heraus, ich komme unterhalb der Ristisstation an, zudem zerreist dort der Talwind die Thermik. Notgedrungen fliege ich auf die Fürenalpseite weiter, dort hoffe ich in erster Linie auf den Talwind, der an diese Ecke blasen sollte. Ich bin sehr tief, Extremstkratzen ist angesagt.
Hier noch ein Wort zu der verdammten Seilspannerei. Nur aus purem Zufall bin ich bei der Kratzerei an der Fürenalp nicht in ein Seil geflogen. Ich weiss, dass so nahe am Gelände mit Seilen zu rechen ist, einige kenne ich, ich halte die Augen offen und sehe so auch die meisten unbekannten. Eines, das ich bisher noch nicht gekannt habe, befindet sich vor einer markanten Flanke auf der Ostseite des Tälchens zwischen Brunni und Fürenalp (soviel ich weiss nennt man dies “das Ende der Welt”). Ich bin auf diese Flanke zugeflogen, weil diese thermisch aussieht und auch ein gutes Hindernis für evtl. vorhandenen Talwind sein könnte, hab aber abgedreht, weils exterm hackig wurde und mir nicht mehr wohl war. Beim Abdrehen sehe ich das Seil. Hätte ich nicht durch Zufall abgedreht, ich wär da geradewegs reingeflogen.
Ist es nicht möglich, sowas zu kennzeichen? Früher oder später wird wieder mal jemand irgendwo in der Zentralschweiz (dort ist diese elende Seilspannerei am extremsten) in ein Seil fliegen. Man wird dann bestürzt sein und das betreffende Seil abmontieren, wie’s im Engelbergertal schon mal passiert ist. Dann hats eins weniger. Es hängen in den Tälern rund ums Engelbergertal so viele Seile, ich frage mich, wieviele von denen überhaupt noch benützt werden. Ich halte so ein Unfall mittlerweile fast für wahrscheinlicher als das ich mal runterfalle, weil’s den Schirm arg zerlegt. Einschub beendet.
Nach langen Minuten Kratzen auf Minimalhöhe finde ich endlich einen Schlauch, der mich zurück an die Wolke katapultiert. Jetzt startet der Flug eigentlich erst richtig, in der Folge geht mal vieles gratis, weiter gehts an den Haldigrat, danach über den Fels ob Niederrickenbach, hier fällt mir auf, dass die Rigi eigentlich gar nicht weit entfernt ist. Ich hab ein neues Ziel
Ich muss näher an den Vierwaldstättersee, zudem verläuft irgendwo noch die TMA des Flughafens Buochs. In Richtung Brunnen wird der See schmaler, zudem sollte mich hier die TMA nicht mehr betreffen. Also gehts weiter über die Klewenalp an den Niederbauen. Von hier sollte der Sprung an die Rigi-Hochflue, über der eine schöne Wolke hängt, möglich sein. Das Ganze erweist sich als spielend einfach, drüben gehts locker an die Wolke. Der Rigi entlang sind nur etwa 3 Kreise nötig, den Rest gehts gemütlich in der Thermik auf Basishöhe gradaus. Auf dem Weg kommen mir 2 Parajoy-Tandems entgegen, auch an der Rigi hängen einige Schirme.
Auf etwa 2000m.ü.M fliege ich von der Kulm ab und komme mit einer guten Höhe beim Rossberg an. Es fällt mir auf, dass es schon im Tal draussen steigt, nicht spektakulär, ich fliege weiter an den Berg, wo ich stärkere Thermik erwarte. Dort gehts aber nicht wirklich, ich kratze etwas rum bis ich 2 Schirme draussen im Tal steigen sehe. Es sind die 2 Parajoy-Tandems, sie haben die Querung auch gemacht und zeigen mir netterweise, wo’s wieder rauf geht. Die Bise versetzt die Thermiken hier jeweils etwas, was sich doch als etwas mühsam rausstellt. Ich bin wieder auf der Suche nach einem weiteren Ziel, die Mythen bieten sich an. Nicht wirklich an der Basis fliege ich an den Hochstuckli, komme recht tief an und darf erst mal wieder Thermik suchen. Ab einer gewissen Höhe geht es dann aber überall rauf, der Flug über die Mythen ist geschenkt.
Meine Motivation schwindet langsam, ich weiss nicht so recht, ob ich weiter nach Norden in Richtung Zürichsee oder doch lieber wieder schönen Flanken entlang ins Muotatal fliegen soll. Da ich vermute, dass die Bise in Richtung Zürichsee stärker zu spüren sein wird, entscheide ich mich, nicht mehr wirklich motiviert, für den Flug dem Muotatal entlang. Wirklich Ahnung, wo genau ich da hinkommen werde, hab ich nicht, brauche ich aber auch nicht, denn weiter hinten ist vieles abgeschattet und auf einmal bin ich recht tief im Tal drin. Zuerst finde ich mich mit der Landung hier hinten ab, versuche dann aber doch weiter zu fliegen, da ich keine Lust auf eine lange Rückreise habe. Recht leicht geht das dann auch, ich lande etwas später in der Nähe des Bahnhofs in Seewen/Schwyz.
War ein supertoller Flug, wunderschön und nach einem etwas harzigen Start recht einfach, die niedrige Basis hat keine Rolle gespielt. Das Highlight war natürlich der Flug über die Rigi, es fasziniert mich immer wieder, was mit dem Gleitschirm möglich ist, wie einfach schlussendlich auch scheinbar stark voneinander getrennte Regionen mit dem Schirm überbrückt werden können. Leider, leider hab ich, wie gesagt, keine Fotos.
Die Flugroute ist nicht grad ideal um im xcontest eine grosse Weite zu erzielen, ist aber egal, bei dem Flug war anderes wichtig. Ist neben dem Flug vom Pilatus nach Adelboden vom letzten Jahr der für mich bish
er schönste Flug.
Hier der Flug auf xcontest.
Unbedingt auch lesen: Berichtli von Pal Takats Flug mit dem Tandem mit Adlerangriff
Christoph hat inzwischen auch sein erstes Wochenende von 3 Jahren USA hinter sich, aber wahrscheinlich vorerst andere Sorgen als zum Fliegen zu kommen, oder täusch ich mich…
Da hast du ganz recht Urs. Ich habe überhaupt keine Zeit um ans Fliegn zu denken. Es steht allesmin voller Blüte, es ist traumhaft schön, jeden Vogel dne ich in der Luft am kreisen sehe beneide ich und würde, wenn auch nur für einen Augenblick, gerne mit ihm tauschen.
Wie auch immer,so wie es aussieht haben wir eine Wohnung gefunden, den Vertrag sollte ich im Verlauf der nächsten Woche unterschreiben können. Werde mich dann mit allen Details melden, selbstverständlich…..
Liebe Grüsse und happy landing