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Dent de Jaman am 29.03.2008

Seit langem endlich mal gutes Wetter! Voller Zuversicht und der gesamten Streckenausrüstung (sogar mit Wasser :-) ) mache ich mich auf den Weg nach Montreux. Mässiger SW-Wind ist prognostiziert, ideal für einen Flug nach Osten, Waadtländer Alpen, Berner Oberland, wenn möglich bis in die Region um Luzern. Als ich losfahre ists in der Zentralschweiz noch bewölkt, aber weiter westlich wirds besser und am Lac Léman scheint die Sonne. Anfangs habe ich noch etwas Angst, dass mich eine zu tiefe Basis nicht mal starten lassen wird, aber von Montreux aus ist der Blick an den Rochers de Naye frei und ich nehme die Zahnradbahn nach oben. Um hab elf steige ich zusammen mit vielen anderen Gästen, welche in erster Linie zum Skifahren hier sind, bei der Station “Jaman” aus, viel Schnee erwartet uns. Am Startplatz hat der Wind aber eine wunderbar harte Unterlage hinterlassen und auch ein leichter Aufwind ist zu spüren. Nach einer heissen Schoggi gehts los, 100 Meter über dem Startplatz haben sich einige Wolkenschwaden gebildet und ich bin zuversichtlich.

Grad nach dem Start geht allerdings nicht viel, doch das überrascht mich nicht wirklich. Weiter über die erste Kante, wo der Startschlauch stehen sollte. Ein eher leichtes Steigen empfängt mich, nun gut, ich hab mir vorgenommen, während der ersten halben Flugstunde vorsichtig zu sein. Langsam gehts hoch, ich mühe mich, Startplatz endlich mal um 100 Meter überhöht und die zaghafte Basis erreicht, ich fliege weiter an die ersten Hügel in Richtung Les Pleiades. Mit der geringen Abflughöhe muss ich natürlich schon bald mal wieder aufdrehen, um nur schon über die Hügel zu kommen. Das Steigen ist schwach und jeweils bei knapp 1800m ist Schluss. OK, ich sehe, dass ich erst mal Geduld brauchen werde und versuche, die Sache so effizient wie möglich auszudrehen, aber ich schaffe die 1800m nicht, es wären aber ca. 2200-2500m nötig, um endlich mal an die felsigeren und vielversprechenderen Alpenausläufer zu kommen. Ich versuche und versuche, fliege ausser Les Pleiades, wo ich einen Leidensgenossen auch konstant auf der selben Höhe hängen sehe, jeden Hügel in der Gegend an, aber immer das Selbe, Steigen zu finden ist jeweils einfach aber die 1800m sind nicht erreichbar. Mittlerweile bin ich schon seit 1.5 Stunden in der Luft, kein Fortschritt ist bemerkbar, schon lange sind keine Cumuli mehr zu sehen und ich werde langsam aggressiv.

Gleitschirmfliegen ist wunderschön, aber mit dem Peak 50 Meter über den Bäumen bietet es keine mir bekannte Möglichkeit, die Aggressionen in geregelte Bahnen zu lenken und diese irgendwie loszuwerden. Beim Artik wars einfacher, da hab ich in solchen Situationen einfach ab und zu vor Wut die Bremsen runtergerissen, wohlwissend, dass er nicht grad stallen wird ;-) Jetzt muss ich mich beherrschen, der Peak stallt schneller… So ists dann halt beim lauten fluchen geblieben…

Nach etwa 2.5 Stunden verzweifelten Abmühens, diese verdammten 1800m doch noch zu übertreffen, kapituliere ich und fliege anstatt in Richtung Berner Oberland in Richtung Wallis. Am Sonchaux sehe ich grad den schwer beladenen Bus von Alain Zollers Flugschule den Berg rauffahren und verfolge diesen eine Weile… Danach bequeme ich mich weiterzufliegen, aber auch an den folgenden, langen, bewaldeten Hängen am Eingang zum Wallis, an denen normalerweise ein Steigen zu erwarten ist, dass es einem beinahe den Schirm zerreisst, gehts grad mal mit 2.5m/s nach oben… Was soll das, das kanns einfach nicht sein. Mittlerweile ist jegliche Motivation weg, ab und zu drehe ich noch auf, aber überhaupt nicht mehr konsequent, fliege gemütlich weiter nach Aigle und mache dort etwas Sight-Seeing. Ich überlege mir, ob es noch Sinn macht, dass ich in meinem unmotivierten Zustand überhaupt noch weiterfliegen soll um danach irgendwo zu landen, wo ich erst 3 Mal umsteigen muss, bis ich mal an einer Hauptverkehrsachse angekommen bin. Für einige Fotos über Aigle reichts noch und ich lande nach knapp 4h Flug auf einer der wenigen unbepflanzten Flächen.

Der Talwind ist zwar nicht grad stark, aber immerhin reichts, um noch etwas zu groundhandlen. Danach gehts, mit nur einmal Umsteigen, aber trotzdem 3.5h Stunden Zugfahrt, nach Hause. Das maximale gemittelte Steigen lag bei knapp 3m/s, die 1800m habe ich während des gesamten Fluges nicht übertroffen, geflogene Distanz vielleicht 20km. Eine Enttäuschung.


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