Grenzen ertasten am Peak 1
Nachdem die Bahn auf den Brändlen gestern nicht gelaufen ist hab ichs heut nochmals versucht, etwas spät am Tag aber es hat dann doch noch für zwei Flüge gereicht. Wetter war zwar nicht wirklich freundlich, der Schnee hat sich aber vorerst noch zurückgehalten.
Hatte mir vorgenommen, Sackflug und Stall zu machen und nach Lust und Laune noch das eine oder andere…
Der Stall an dem Schirm ist nicht spektakulär, eher sogar noch einfacher als am Artik. Im Stall schwingt die Kappe einige Male hin und her, was aber wegen der grösseren Streckung zu erwarten war und problemlos ist, irgendwie schwächt diese Schwingung und die dadurch etwas deformierte Mitte des Schirms sogar das Vorschiessen leicht ab, das Ausleiten fühlt sich nicht so dynamisch, eher etwas gedämpfter an und wird dadurch einfacher. Beim Artik verliert die Kappe durch die kleinere Streckung viel weniger ihre Form, fühlt sich satter an und das Ausleiten ist dynamischer.
Im Sackflug ist der Schirm überraschend stabil, das Gefühl, wenn’s in den Sackflug geht ist allerdings weniger definiert als beim Artik.
Was für beide Manöver gilt: Der Steuerweg ist markant kürzer und der Widerstand der Bremsen nimmt längst nicht so stark zum Sackflug/Stall hin zu. Wahrscheinlich wäre wickeln nicht nötig, gewickelt ist man sofort (schätzungsweise etwa auf Brusthöhe) im Sackflug/Stall.
Gestallt habe ich einige Male, auch leicht dynamisch, problemlos. Habe zwei- oder dreimal im Ansatz die Helieinleitung versucht, hab mich aber nicht getraut weiter zu gehen, da ich Respekt vor einem Verhänger hatte, wenn sich der Schirm nach einem Fehlschlag mal einseitig etwas schliesst.
Dieser Respekt vor Verhängern hat sich umgehend als richtig erwiesen. Der Schirm ist gut zu kontrollieren solange alles offen ist. Ich habe noch zwei Mal einen recht tiefen Klapper gezogen, beim zweiten Mal hab ich einen deutlichen Verhänger im rechten Aussenflügel kassiert. Der hat ausgereicht, dass der Schirm, als ich ihn durch Gegenbremsen (auch mit so wenig Bremse und soviel Gewicht wie möglich) zum Geradeausfliegen bringen wollte, immer wieder in den Sackflug gefallen ist… Stabilo hat nicht geholfen (hätte u.U. tiefer ziehen sollen) und nach einigen Versuchen und abgebauten Höhenmetern hab ichs mit einem kräftigen Stall versucht, was dann die Situation gerettet hat. Wenn der Stall nicht geholfen hätte wär der Notschirm dran gewesen.
Bin froh, dass ich am Artik viel mit Stall- und Sackflugmanövern rumgespielt habe, hat sicher was gebracht. Eine Alternative zu einem tiefen Stall wäre vielleicht das Ziehen eines Klappers auf der verhängten Seite gewesen, das möchte ich bei Gelegenheit unbedingt noch ausprobieren.
Fazit: Alles überraschend undramatisch bis auf Verhänger, da der Schirm nicht viel Bremse benötigt bis in den Stall. Bei weich werden einer Seite muss also auf jeden Fall Bremsinput drauf (auch wenn das den Klapper nicht verhindert), damit diese nach hinten gezogen wird und nicht von vorne in die Leinen gelangt. Denke aber dass ich das eh automatisch mache.
Nach dem zweiten Flug hats dann vollends mit schneien angefangen… bis ich auf dem Zug war, dann hats wieder aufgemacht. Hoffe, dass ich trotz schlechter Wetterprognose für Ostern noch weiter an den Schirmgrenzen rumexperimentieren kann, bringt Vetrauen und Übung.